9 November 1844

Ignaz Moscheles’ Concert

 

Munich: Königliches Odeon

Time: Evening, Seven o’Clock

Tickets: 1 florin; Gallery, 35 kreuzer

Programme

*Grand Piano Variations on a Military March
with Orch. Accomp. (Alexander Variations)
Mr. MoschelesMoscheles
Part I    
Piano Concerto No.3 in G minorMr. MoschelesMoscheles
From Torquato Tasso: AriaMrs. HessneckerDonizetti
Suite of Etudes: a) Andante expressivo
b) Allegro vivace; c) Ernst und Frohsinn;
d) Kindermärchen; e) Allegro di Bravura
Mr. MoschelesMoscheles
Part II    
Adagio and Rondo for Clarinet Mr. BaermannBaermann
Piano Fantasia, The Recollections of Ireland
with Orchestral Accompaniments
Mr. MoschelesMoscheles
From Così fan tutte: DuetMme Diez, Mrs. RadishMozart
Free Piano Fantasia, incl. themes from
Meyerbeer’s Les Huguenots and Weber’s
Aufforderung zum Tanz
Mr. Moscheles 
Overture, Der Wassertrage Cherubini
Principal Vocalists: Mme Diez, Mrs. Hessnecker, Mrs. Radish  
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles
Conductor: Mr. Franz Lachner

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Charlotte: Hier scheint ein längerer Aufenthalt unvermeidlich, denn die Füsse einer Ballett-Tänzerin, der Elsler, stehen Moscheles’ Händen störend entgegen; sie tanzt bis zum 6. November noch sechs Mal, und absorbiert Orchester und Publikum. Spricht aber Moscheles von Abreise ohne Konzert zu geben, so widersetzt sich Alles; Kapellmeister Lachner, Graf Pocci, Graf Seinsheim, Baron Poissl, Gräfin Méjean, alle diese und noch Andere wollen für ihn laufen, sprechen oder schreiben, um einen früheren Konzerttag, als den 9. November zu erlangen. [AML II, 120.]

Charlotte: Tags nach dem Konzert ist das Zimmer überfüllt von Gratulanten und an ordentliches Schreiben nicht zu denken…nur so viel in aller Kürze, dass der Abend wunderschön war—so schön, dass ich, ihn um keinen Preis hergeben möchte. Der ganze Hof war dort, der König circulirte (wie gewöhnlich sagt man)im Zwischenact im Saal, und die jungen Mädchen behaupten, er frage dann oft: wie alt?“ und bei seiner Taubheit müssten sie laut antworten, worauf es gewöhnlich heißt: „Und noch keinen Mann!“. [AML II, 122.]

Wilhelm Kuhe: I heard Moscheles again in 1844 at Munich, when, to an already very exhausting programme, he added, at the express desire of King Louis of Bavaria, who was present, his famous variations on the Alexander March. [Kuhe, My Musical Recollection, 22.]

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Playbill

Königliches Odeon.

Sonnabend den 9. November 1844.

Großes Concert

von

J. Moscheles

Professor der k. Akademie der Musik in London,

unter gefälliger Mittwirkung der königl. Hofkapelle.

[symbol]

ERSTE ABTHEILUNG

Concert (in G moll) für das Pianoforte, componirt u. vorgetragen von J. Moscheles.

Arie aus „Torquato Tasso“ von Donizetti, gesungen von    . Fräul. Hetznecker.

Suite von Etuden                                 a) Andante espressivo,

b) Allegro vivace,

c) Ernst und Frohsinn,

d) Kindermährchen.

e) Allegro di Bravura,

Componirt und vorgetragen von……………………………………… J. Moscheles.

ZWEITE ABTHEILUNG

Adagio und Rondo für das Clarinette, componirt u. vorgetr. v C. Bärmann.

Erinnerungen an Irland, grosse Fantasie für Pianoforte

     mit Orchesterbegleitung, componirt und vorgetragen von   .    .   .   J. Moscheles.

Duett aus der Oper: „Cosi fan tutte“ v. Mozart, gesungen von Mad. Dies und

                                                                                                       Fräul. Rettich.

Freie Fantasie * auf dem Pianoforte, von   .   .   .   .   .   .   .   .   .   .    .    J. Moscheles.

Ouverture zur Oper: „Der Wasserträger“ von Cherubini.

———————————

*) Diejenigen aus dem verehrten Publikum, welche dem Concertgeben Thema’s zu dieser freien Fantasie zu geben wu2nschen. Werden ersucht, dieselben aufzuschreiben und vor Anfang der zweiten Abtheilung an den Herrn Kapellmeister Lachner zur Auswahl des Concertgebers abgeben zu lassen.

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Eintritts-Preise: In den Saal 1 fl. Auf die Gallier 36 kr.

Anfang 7 Uhr, Ende halb 9 Uhr.

Billets sind in der k. Hofmusikalien-Handlung von Falter & Sohn, und Abends

An der Kasse zu haben.

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Die Kasse wird um halb 6 Uhr geöffnet.

[D-Mbs 4227321]

Münchener politische Zeitung (October 29, 1844): 1025.

München, 29. Oct. Den Freunden der Musik können wir die sichere Nachricht geben, daß Herr Moscheles im Laufe dieser Woche hier eintreffen und bald darauf ein Concert geben wird. Wir hörten diesen ausgezeichneten Virtuosen und Componisten das Leßte Mal vor einundzwanzig Jahren. Sein Wiedeterscheinen kann uns nur höchst interessant seyn. Seine Schöpfungen als Tonseßer für das Klavier gehören zu den werthvollsten unserer Zeit. Ohne Zweisel wird Hrn. Moscheles auch hier, wie in allen größeren Städten Deutschland, die ihm gebührende begeisterte Anerkennung entgegenkommen.

Münchener Tagblatt (October 29, 1844): 1337.

J. Moscheles wird auf seiner Reise auch unsere Stadt besuchen und beabsichtiget am Montag den 4. Nov. im Odeon ein Konzert zu geben.—Der Name Moscheles überhebt uns jeder weitern preisenden Erhebung und mit uns werden sich Hunderte freuen den hochgefeyerten Moscheles nach langen Jahren wieder zu sehen und seine vollendete Meisterschaft wieder genießen zu können. Wenn man den Namen Catalani nennt, so weiß Jedermann, daß es die große Sängerin ist, bei dem Namen Paganini den großen Geiger und so bei Moscheles den großen Klavier-Virtuosen.

Die Bayerische Landbötin (October 31, 1844): 1225.

Hr. Moscheles wird im Laufe dieser Woche hier eintreffen und bald darauf ein Concert geben. Dieser ausgezeichnete Virtuos und Componist befand sich das leßte Mal vor 21 Jahren in unserer Mitte. Sein Wiedererscheinen kann uns nur höchst interessant seyn.

Der Bayerische Eilbote (November 1, 1844): 1061.

Moscheles ist hier angekommen, und wird werden ihn in nächster Woche hören.

Bayreuther Zeitung (November 2, 1844): 1045.

Moscheles ist hier angekommen, und wird werden ihn in nächster Woche hören.

Die Bayerische Landbötin (November 2, 1844): 1236.

Moscheles ist hier angekommen, und wird werden ihn in nächster Woche hören.

Fränkischer Merkur mit allergnädigsten Privilegien (November 2, 1844): [1].

Moscheles ist hier angekommen, und wir werden ihn in nächster Woche hören.

Neue Würzburger Zeitung (November 6, 1844): [3].

München, 3. Nov… Samstag wird Moscheles ein Concert geben.

Allgemeine Theaterzeitung und Originalblatt für Kunst, Literatur, und geselliges Leben (November 4, 1844): 1088.

Moscheles, heißt es im „Correspondenten für Deutschland.“ der gestern, den 29. Oct, in München war, hat uns nun wieder verlassen, da für diesen Augenblick die Zeit zul einem Concerte selbst für ihn ungünstig ist; denn Fanni Elßler (die morgen zum ersten Mal auftritt) ist nun einmal für die nächste Zeit die Königin der Abende; doch wird der große Claviervirtuose nächstens wieder hieherkommen, um Concerte zu geben.

Allgemeine Wiener Musik-Zeitung (November 5, 1844): 532.

(Moscheles) hat München wieder verlassen, da für diesen Augen blick die Zeit zu einem Konzerte selbst für ihn ungünstig ist.

Der Bayerische Landbote (November 5, 1844): 1364.

Concert-Anzeige.

Nächsten Sonnabend den 9. November 1844 wird

J. Moscheles,

Professor an der k. Akademie der Musik in London,

die Ehre haben, im großen Saal des kgl. Odeons unter gütiger Mitwirkung der kgl.Hofkapelle

eine großes Vokal- und Instrumental-koncert

zu geben.

Das Nähere wird besonders angezeigt werden.

Die Bayerische Landbötin (November 5, 1844): 1241.

Moscheles ist hier angekommen und wir nächsten Samstag den 9. Nov. im großen Saale des kgl. Odeon ein großes Concert geben. Die Freunde der Musik haben demnach eine neue erwünsche Gelegenheit sich zu ergößen.

Münchener politische Zeitung (November 5, 1844): 1049.

Hr. Moscheles, der seit einigen Tagen hier verweilt, wird nächsten Sonnabend ein große Concert im k. Odeon geben.

Der Bayerische Eilbote (November 6, 1844): 1083.

Münchener Liedertafel.

1416. Mittwoch den 6. November:

Zusammenkunst im Uebungslocale

Herrn J. Moscheles zu Ehren Anfang 7 12 Uhr.

Karl Kienhöfer.

Der Bayerische Landbote (November 6, 1844): 1365.

München, 2. Nov. Moscheles erstes Conzert ist auf Sonnabend den 9. D. angesagt. Möge es dem Meister gefallen, wenn nicht in diesem, doch in einem der folgenden seine große Conzertkomposition aus G-moll uns vorzutragen, unstreitig das gediegenste und phantasiereichste seiner Werke. Auch ein anderer Pianist, Hr. Schaad aus Würzburg, welcher in mancher Pariser Saison mit Liszt, Thalberg, und Döhle würdig rivalisirte, wird einer Einladung Sr. K. Hob des Hrn. Herzog Max zufolge demnächst hier eintreffen, und wohl kaum unterlassen, auch eine öffentliche Probe seines eminenten Talentes abzulegen.

Münchener politische Zeitung (November 6, 1844): 1056.

Concert-Anzeige.

Nächsten Sonnabend den 9. November 1844 wird

J. Moscheles,

Professor an der k. Akademie der Musik in London,

die Ehre haben, im großen Saal des kgl. Odeons unter gütiger Mitwirkung der kgl.Hofkapelle

eine großes Vokal- und Instrumental-Concert

zu geben.

Das Nähere wird besonders angezeigt werden.

Münchener Tagblatt (November 6, 1844): 1370.

Concert-Anzeige.

Nächsten Sonnabend den 9. November 1844 wird

J. Moscheles,

Professor an der k. Akademie der Musik in London,

die Ehre haben, im großen Saal des kgl. Odeons unter gütiger Mitwirkung der kgl.Hofkapelle

eine großes Vokal- und Instrumental-Concert

zu geben. Das Nähere wird besonders angezeigt werden.

Die Bayerische Landbötin (November 7, 1844): 1252.

Das erste große Concert des berühmten Virtuosen J. Moscheles, Professor der k. Akademie der Musik in London, wird Sonnabend den 9. Nov. Im großen Saale des k. Odeons, unter gefälliger Mitwirkung der k. Hofkapelle Stattfinden, und wird in 2 Abtheil folgendes zur Ausführung kommen:

I. Abth. Concert (in G moll) comp. u. vorgetr. von J. Moscheles.

Arie aus „Torquato Tasso“  v. Donizetti, gef. V. Frl. Heßnecker.

Suite von Etuden. a) Andante expressivo, b) Allegro vivace, c) Ernst und Frohsinn, d) Kindermährechen, e) Allegro di Bravura, componirt und vorgetragen von Moscheles.

II. Abth. Adagio und Rondo für die Clarinette, componirt und vorgetragen von Hrn. C. Bärmann.

Erinnerungen an Irland, große Fantasie für Pianoforte mit Orchesterbegleitung, componirt und vorgetragen von J. Moscheles.

Duett aus der Oper: „Cosi fan tutte“ von Mozart, gesungen von Mad. Diez und Fräul. Rettich.

Freie Fantasie *) auf dem Pianoforte von J. Moscheles.

Ouverture zur Opera: „Der Wasserträger“ von Cherubini.

* Der Concertgeber ladet das Publikum ein, Themas zu dieser freien Fantasie zu geben.

Der Bayerische Landbote (November 7, 1844): 1372.

[Same as issued in Der Bayerische Landbote on November 5]

Münchener Tagblatt (November 7, 1844): 1375.

Königliches Odeon.

Nächsten Sonnabend den 9. November 1844.

Großes Concert

von

J. Moscheles,

Professor an der königl. Akademie der Musik in London,

unter gefälliger Mitwirkung der k. Hofkapelle.

Erste Abtheilung:

1) Concert (in g moll) komponirt und vorgetragen von J. Moscheles.

2) Arie aus Torquato Tasso, gesungen von Frln. Heßnecker.

3) Suite von Etuden: a) Andante expressivo, b) Allegro vivace, c) Ernst und Frohsinn, d) Kindermärchen, e) Allegro di Bravura komponirt und vorgetragen v. J. Moscheles.

Zweite Abtheilung:

4) Adagio und Rondo für die Clarinette, komponirt und vorgetragen von Hrn. C. Bärmann.

5) Erinnerungen an Irland, Fantasie für Pianoforte mit Orchester-Begleitung, komponirt und vorgetragen von J. Moscheles.

6) Duett aus der Mozart’s Oper cosi fan tutte, gesungen von Mad. Diez und Fräul. Rettich.

7) Freie Fantasie auf dem Pianoforte von J. Moscheles.

8) Ouverture zur Opera: der Wasserträger von Cherubini.

Eintrittsbillete in den Saal à 1 fl. auf die Gallerie à 36 kr. Find zu haben in der Falterschen Hof-Musikalienhandlung und Abends an der Kassa.

Der bayerische Volksfreund Zeitung (November 8, 1844): 716.

[Same as issued in Münchener Tagblatt on November 7]

Münchener Conversationsblatt (November 8, 1844): 360.

J. Moscheles hat die Ehre, dem verehrten Publikum anzugeigen, daß er in Folge seines nur einmaligen Auftretens in München und auf Verlangen mehrerer Kunstfreunde in seinem heutigen Konzerte seinen „Alexander-Marsch“ mit Orchester-Begleitung statt der früher angezeigten ältern Etuden spielen wird.

Münchener politische Zeitung (November 8, 1844): 1062.

München, 8. Novbr, Aus verlässiger Quelle können wir die bestimmte Nachricht geben, daß das mergen statthabende Concert des Herrn Moscheles das Einzige ist, welches dieser Künstler währen seines dermaligen Aufenthalts hier geben wird.

Nürnberger Kurier (November 8, 1844): [3].

München, 5. Nov…Hr. Moscheles, der seit einigen Tagen hier verweilt, wird nächsten Sonnabend ein großes Konzert im k. Odeon geben.

Allgemeine Theaterzeitung und Originalblatt für Kunst, Literatur, und geselliges Leben (November 9, 1844): 1108.

(Moscheles.) nachdem er zwei Mal in Stuttgart und zwei Mal in Augsburg mit großem Beifalle sich hören ließ, gab den 4. November in München sein erstes Concert.

Der Humorist (November 9, 1844): 1082.

Moscheles, der Senior, der Altvater aller Pianisten, unser ausgezeichneter Landsmann, hat München verlassen, ohne ein Concert daselbst zu geben!

Ach!

Fränkischer Merkur mit allergnädigsten Privilegien (November 9, 1844): [1].

Das Concert unsers berühmten Gastes Moscheles findet Sonnabend den 9. d. statt.

Münchener Tagblatt (November 9, 1844): 1383.

[Same as issued in Münchener Tagblatt on November 7]

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (November 12, 1844): 1816.

Moscheles ist in München, und wollte Concerte geben, konnte aber nicht dazu kommen, da Fanny Elßler jetzt die allgemeine Aufmerksamkeit ausschließlich in Anspruch nimmt. Jetzt war sein erstes Concert bereits angekündigt.

—a.

Die Warte an der Donau (November 29, 1844): 767.

Hände und Füße im Kampfe. Moscheles konnte während der Anwesenheit der Elsler in München kein Concert veranstalten, wie wäre es erst einem Manne ergangen, der ein Concert auf dem Gehirne, z. B. eine geistvolle Vorlesung hätte geben wollen? Wie kommt es endlich, daß Dichter so wenig Sensation machen, da fiel es doch stets mit Füßen zu thun haben, die sich denn doch auch rhythmisch bewegen können.

Reviews

Allgemeine Theaterzeitung und Originalblatt für Kunst, Literatur, und geselliges Leben (November 11, 1844): 1111.

Unterdessen hat unsere Hofcapelle am Allerheiligentag die Reihe ihrer großen Winterconcerte in würdigster Weise begonnen. Liszt wird nicht kommen, und sohin auch nicht concertiren. Die Ankündigung seiner nahen Ankunft in unseren Zeitungen scheint auf einer Verwechslung seiner Person mit jener Moscheles beruht zu haben. Moscheles ist in der That seit acht Tagen hier, und gibt kommenden Sonnabend, den 9. November, ein großes Concert unter Mitwirkung der Hofcapelle. Wenn unser Publikum nur bis dahiu aus der Elßler-Begeisterung wieder genug herausgekommen ist, um nicht hinter den Erwartungen des berühmten Concertgebers zurückzubleiben! Eine namhafte Anzahl anderer Gäste für die Concertsaison ist bereits angekündigt. Das ist zwar sehr schön; aber es thut Einem doch leid bei dem Gedanken, daß unter den vielen Berufenen nur höchst Wenige, zu einem auch nur leidlichen Erfolg Auserwählte sich befinden werden. Unser Kunstverein ist lange nicht so besucht gewesen, als vorgestern, in welchem ein Bild Fanni Elßlers in Lebensgröße ausgestellt war. Man mag sich über das Werk des Newyorker Künstlers freuen, wenn man des lebenden Originals nie ansichtig wurde, in diesem Augenblicke wußte aber natürlich Jeder etwas an dem Bild zu tadeln, da Jedem sein Bühnen ideal vor Augenschwebte.

Allgemeine Zeitung mit allerhöchsten Privilegien (November 11, 1844): 2523

—Moscheles gab gestern im Odeon sein Concert, das durch die Anwesenheit JJ. MM. und kk. HH verherrlich ward. Die gehaltvollen Compositionen und der gediegene Vortrag derselben sichern dem Meister überall die ehrenvollste Anerkennung, selbst jetzt noch, nachdem man den Virtuosität jungerer Künstler, namentlich Liszts, Staunen und Bewunderung gezollt. Der Saal war ziemlich gefüllt.

Münchener politische Zeitung (November 11, 1844): 1069.

Hr. Moscheles es gab vorgestern ein großes Concert im Odeonsaale, welches bei dem lebhalten Andenken, in dem das vor mehr als zwanzig Jahren hier stattgefundene Auftreten des als Compositeur, wie als Virtuos gleich ausgezeichneten Meisters steht, und bei seinem in der Zwischenzeit noch erhöhten Rufe eine außergewöhnliche Anziehungskraft üble, so daß die weiten Räume des Saales und der Gellerieen sich zeitig mit Zuhörern gefüllt hatten. Auch der Allerhöchste Hof war zugegen. Hr. Moscheles wurde gelich bei seinem Erscheinen mit Beifallszeichen empfangen, und nach jedem seiner Vorträge wiederholt gerufen. Er begann mit dem Vortrag einer seiner schönsten Compositionen, dem Concert in G-Moll, spielte einige seiner trefflichen Etüden, dann die bekannten Variationen über den Alexandermarsch und schloß mit einer freien Fantasie über gegebene Thema’s. Allgemeine sprach sich die Bewunderung seines ruhigen, klaren, aller Künstelei und Effecthascherei abholden, nur dem edleren Genius der Musik zugewandten Spieles aus. Wenn zugegeben werden muß, daß Liszt eine hinreißendere Wirkung hervorbringt, weil er mit angeborenem Talent mehr dem augenblicklichen Zuge der Begeisterung folgt, und die Iyrische, leidenschaftliche Stimmung, die ihn bewegt, den Zuhörern mit magischer Kraft unwillkürlich mittheilt, wenn er, im uns eines gewagten Ausdruckes zu bedienen, vorzugswelfe sich selbst spielt, so tritt dagegen in Moscheles die objektive Richtung entschieden hervor; man vergißt den Spielenden über seinem, in zart-empfundnen reizvollen Melodieen sich ergließenden Vortrage, und freut sich seiner Technik, da sie einer innerlich gereisten Gedankenwelt dient. Hr. Moscheles wurde bei seinem Concerte durch das k. Orchester unter Franz Lachners Leitung und durch die Mitwirkung der Dem. Hetznecker, dem. Retsich, Mad. Diez und des Hrn. Bärmann aufs beste unterflützt.

Münchener Tagblatt (November 11, 1844): 1389.

Das Conzert des großen Virtuosen Moscheles war überaus glänzend in allen Theilen und er fand die seiner hohen Kunstvollendung gebührende Würdigung durch rauschenden Empfang und Applaus. Neben dem Konzertgeber glänzte besonders noch Herr C. Bärmann in seiner eigenen Composition in einem Adagio und Rondo. Die Damen Hetzneker Rettich und Dietz trugen zum Glanze des Abends bei. Die Allerhöchsten Herrschaften beehrten dieses brillante Conzert mit Allerhöchstihrer Gegenwart.

Allgemeine Wiener Musik-Zeitung (November 12, 1844): 544.

(Moscheles) hat seinen Aufenthalt in München verlängert und sein erstes Konzert daselbst am 9. November gegeben.

Der Bayerische Landbote (November 12, 1844): 1389.

Gestern spielte Moscheles. Moscheles hat nur menschliche Normalzahl von zehn Fingern, also etwa 90 weniger als List. Darum hat er aber um eine Seele mehr als dieser. Nicht als ob wir damit dem Moscheles zwei Seelen zuschrieben, etwa wie sie Plato an nimmt, er bescheidet sich auch in diesem Artikel mit der Normalzahl—Einer Liszt aber hat gar keine. Darum denkt und fühlt Moscheles, Liszt aber gährt nur und explodirt. Moscheles spiel ist ein freudiges, wenn auch oft kühnes Ergehen in großartiger Gebirgsnatur mit silbernen Firnen, grüner Thaleinsamkeit, schäumenden Sturzbächen und mondbeglänzter Waldesnacht. Liszt’s Spiel dagegen ist ein sabathlicher Herenreigen um den glutspienden Krater eines Vesuv. Wir erblicken in Moscheles von jedem Gesichtspunkte her einen größeren Meister als in Liszt. Liszt ist nur der Mazeppa seiner Kunst. Er liegt diesem wilden ukrainischen Rosse hülflos auf den Rücken geknebelt, und dieses braust gleich dem losgelassenen Sturmwind mit ihm hinaus durch Waldes- und Steppenwildniß, allen Grauen einer hereindämmernden Nacht entgegen. Man hört dabei das keuchende Ausgreifen, den zermalmenden Huffschlag; springende Klaviersaiten gelten auf wie die Gier der Wolsmeute, welche seine Flucht verfolgt, und, wie an den Dornen des durch jagten Gestrüpps, kleben an der Tastatur des Liszt’schen Instruments den andern Morgen Spuren von Blut. Ein Anderes ists mit Moscheles. er läßt sich nicht tummeln von seiner Kunst, erlaubt ihr nicht, mit ihm durchzugehen. Stets zügelt und beherrscht er sie mit überlegener selbstbewußter Kraft, im kühnsten verwegensten Caprioliren sowohl, als im pathetischen Paßgang der Schule und dem tändelnden Spiel des spanischen Tritts, womit die Berberrosse der Cabalero’s unter den Balconen Madrids paradieren. Doch lassen wir von dieser Parallele zweier Celebritäten! Es ist nich nöthig, vor dem Triumphwagen Moscheles, wie im alten Rom, einen überwundenen König einherzuführen. Zu seinem Ruhme genügt, ohne alle Folie, seine Eigenthümlichkeit. Und diese entfaltete sich im gestrigen Concert gleich einem Prächtigen Fächer, dessen einzelne Stäbe, jeder in anderm Mosaik, in anderm Farbenschmuck brillirt. Fuhren wir auf den majestätischen Harmonieen des „G-moll-Concerts“ wie auf hochgehender See dahin, deren Wogenspitzen vom Silberschaum der glänzendsten Passagen leuchteten und den Flügelschlag süßer Melodieen benetzen, welche die Möven darüber hinstrichen so wiegte uns das „andantino expressivo“ gleich dem milderen Schaukeln einer zwischen schattigen Bananen aufgehängten indischen Matte in einen Halbschlummer der schmeichelndsten Gefühle, in welchem uns das plötzlich, ersprühende und in den farbigsten Gluten spielende Feurwerk des „allegro vivace“ freudig überraschte. Dann wie ein frischer Born, fröhlich riefelnd in der Ebene, zornschäumend über Felfenhänge, rauschte in „Ernst und Frohsinn“ Alles an uns hin, was die Kunst des Piano Riedliches und Zierliches in wahrhaft filigraner Ausarbeitung des Einzelnen, Und Glänzendes und Gewaltiges in der Behandlung der Massen mittels vollgriffiger Passagen und kühner Sprünge vermag. Auf den G pfelpunkt künstlerischer Möglichkeit aber steigerte sich dieß in dem auf vielseitiges Verlangen an die Stelle der „Kindermährchen“ und des „Allegro di bravura“ getretenen Alexandervariationen. Welch’ ein großartigrs, seelisch belebtes Tongemälde endlich entrollte sich in den „Erinnerungen an Irland,“ welche ästhetische Größe in dem so leicht und fließend improvisirenden Spiele mit dem gegebenen Thema, das wie der goldenen Apfel eines Jongleurs in tausen wech selnden Figuren auf und nieder stieg!—Aber wir stehen an den Marken des uns hier verstatteten Raumes. Und so drücken wir dem Meister zum Abschied die so mächtige und doch so zarte Hand, die edelste, welche je über die Tasten eines Piano glitt, denn ihrem Anschlag antwortet dieses Instrument nicht etwa, wie den Andern, mit einer Grimasse, sondern mit dem vollsten Erguß seiner Seele.

Die Bayerische Landbötin (November 12, 1844): 1265.

Das von dem hochberühmten Meister Moscheles vergangenen Samstag den 9. Im großen Saale des k. Odeons unter Mitwirkung von Mitgliedern unserer k. Hofkapelle veranstaltete Concert, war in jeder Beziehung ausgezeichnet zu nennen. Daß G moll Concert, eine Composition des Meisters—im Einklange mit Orchesterbegleitung—bildete eine Art dramatisches Fantasiegemälde voll Kraft und Leben. Moscheles, ein wahrer Künstler, ergreift den Geist und erhebr das Herz. Die herrlichsten Traumgebilde entwinden sich unter keinen ruhig dahin gleitenden Fingern aus den Saiten seines Instrumentes. Die von dem Meister vorgetragenen Etuden, welche ausser den Kindermährchen Manuscript sind, entwickelten einen Reichtbum von Bravour und Kunst, welchen man bei einmaligem Hören zu fassen kaum im Stande ist. Die Alexander-Marsch-Variationen, ein wahres Ideal aller brillanten Effecte, wurden von dem Meister mit der ihm eigenen Vollkommenheit vorgetragen und konnten nur den rauschendesten Beifall erringen. Die „Erinnerungen an Irland“ waren ein charakteristisches Stück, das die Hörer in der höchsten Spannung erhielt, bis diese in dem stürmischsten Applauses sich Luft machte. Die Improvisation zeigte den Meister in aller seiner Vielseitigkeit; die ihm aufgegeben Themas waren; der „Choral aus den Hugenotten und „Webers Aufforderung“ zum Tanze. Wie der Meister seine Aufgabe gelöst, davon zeugte der außerordentliche Beifall der Versammlung. Bei Moscheles sieht und lernt man, was das Klavier leisten kann und was es leisten soll. Moscheles Spiel ist geregelt nach den Gesetzen des Schönen, er beherrscht die Töne in einer Weise, daß, ob jubelnd, ob leise klagend, immer dieselbe Harmonie die Seele durchhebt. Wir wiederholen es: Moscheles ist ein wahrer Meister der Kunst. Würdig dem Virtuosen zur Seite standen die Leistungen der k. Hofkapelle, wie auch Hr. C. Bärmann in seiner eigenen Composition in einem Adagio und Rondo glänzte, und—welcher Kunstfreund hört nicht gerne ihre Namen!—der Damen Diez, Hetzneker, Rettich; sie heilten den Triumph des Abends. Die Allerhöchsten Herrschaften verherrlichten was von einer äußerst zahlreichen Gesellschaft besuchte Concert mit Ihrer Gegenwart.

Der Bayerische Eilbote (November 13, 1844): 1103.

11. Nov. Hr. Moscheles gab vorgestern ein großes Concert im Odeonssaale, welches bei dem lebhaften Andenken, in dem das vor mehr als zwanzig Jahren hier statt gefundene Auftreten des als Compositeur, wie als Virtuos gleich ausgezeichneten Meisters steht, und bei seinem in der Zwischenzeit noch erhöhten Rufe, eine außergewöhnliche Anziehungskraft übte, so daß die weiten Räume des Saales und der Gallerieen sich zeitig mit Zuhörern gefüllt hatten. Auch der Allerhöchste Hof war zugegen. Hr. Moscheles wurde gleich bei seinem Erscheinen mit Beifallszeichen empfangen, und nach jedem seiner Vorträge wiederholt gerufen. Er begann mit dem Vortrag einer seiner schönsten Compositionen, dem Concert in G-Moll, spielte einige seiner trefflichen Etüden, dann die bekannten Variationen über den Alexandermarsch und schloß mit einer freien Fantasie über gegebene Thema’s. Allgemein sprach sich die Bewunderung seines ruhigen, klaren, aller Künstelei und Effecthascherei abholden, nur dem edlern Genius der Musik zugewandten Spieles aus. Wenn zugegeben werden muß, daß Liszt eine hinreißendere Wirkung hervorbringt, weil er mit angebornem Talent mehr dem augenblicklichen Zuge der Begeisterung folgt, und die lyrische, leidenschaftliche Stimmung, die ihn bewegt, den Zuhörern mit magischer Kraft unwillkürlich mittheilt, wenn er, um uns eines gewagten Ausdruckes zu bedienen, vorzugsweise sich selbst spielt, so tritt dagegen in Moscheles die objective Richtung entschieden hervor; man vergißt den Spielenden über seinem, in zart empfundnen reizvollen Melodieen sich ergießenden Vortrage, und freut sich seiner Technik, da sie einer innerlich gereiften Gedankenwelt dien. Hr. Moscheles wurde bei seinem Concerte durch das k. Orchester unter Franz Lachners Leitung und durch die Mitwirkung der Dem. Hetzenecker, Dem. Rettich, Mad. Diez und des Hrn. Bärmann aufs beste unterstützt.

Allgemeine Theaterzeitung Neue Würzburger Zeitung (November 13, 1844): [3].

München, 10. Nov. (Privat-Correspondenz.) Moscheles, der längst berühmte Compositeur und Clavierspieler, gab gestern im k. Odeon ein Concert, bei welchem unsere allerhöchsten und höchsten Herr schaften und ein zahlreiches Publikum zugegen waren. Moscheles Vorträge wurden, wie dies zu erwarten stand, mit großem Beifalle aufgenommen und der Meister vielmals gerufen.

Nürnberger Kurier (November 13, 1844): [3].

München, 10. Nov. Moscheles gab gestern im Odeon ein Konzert. Die gehaltvollen Kompositionen und der gediegene Vortrag derselben sichern dem Meister überall die ehrenvollste Anerkennung, selbst jetzt noch, nachdem man der Virtuosen jüngerer Ku2nstler, namentlich Liszts, Staunen und Bewunderung gezollt. Der Saal war ziemlich gefüllt.

Fränkischer Merkur mit allergnädigsten Privilegien (November 14, 1844): [1].

München, 10. Nov. Gestern Abend haben JJ. kk. Majestäten, so wie J. Maj. die Kaiserin Wittwe von Brasilien und Prinzenssin Allexandra, dem Concerte beigewohnt, welches Moscheles im k. Odeon gab. Der Berühmte Komponist und Meister des Klaviers erntete von einem zahlreichen und auserlesenen Publikum den Beifall, den seine herrlichen Kompositionen und sein meisterhaftes Spiel verdienen.

Nürnberger Kurier (November 14, 1844): [1].

München, 11. Nov…Moscheles, dem schon vor zwei Jahrzehnten berühmten Pianisten und Komponisten, wurde in seinem Konzerte vorgestern sowohl von dem allerh, und höchsten Herrschaften als von dem zahlreich anwesenden Publikum reicher Beifall zu Theil. Besonders waren es seine herrlichen Variationen über Händels Alexanders-marsch, die so sehr ansprachen.

Augsburger Postzeitung (November 15, 1844): 1258.

Moscheles hat am letzten Samstag sein Concert gegeben und großen Beifall geernet für sein weniger phantastisches, aber desto gediegeneres Spiel.

Allgemeine Theaterzeitung und Originalblatt für Kunst, Literatur, und geselliges Leben (November 16, 1844): 1132.

Nächste Woche wird der berühmte Pianist Moscheles aus Paris, der jetzt in München Furore macht, in Wien erwartet.

Der Wanderer im Gebiete der Kunst und Wissenschaft, Industrie und Gewerbe, Theater und Geselligkeit (November 20, 1844): 1116.

(München.) Moscheles gab am 9. Nov. im Odeon sein Concert, das durch die Angewohnheit Ihrer Majestäten und königlichen Hoheiten verherrlicht ward. Die gehaltvollen Compositionen und der gediegene Vortrag derselben sichern dem Meiner überall die ehrenvollste Anerkennung selbst jeßt noch, nachdem man der Virtuosität jüngerer Künstler, namentlich Liszt’s, Staunen und Bewunderung gezollt. Der Saal war ziemlich gefüllt.                                                                                      (A. Z.)

Allgemeine Theaterzeitung und Originalblatt für Kunst, Literatur, und geselliges Leben (November 21, 1844): 1148.

Kaum hat uns Moscheles, der am letzten Sonnabend ein großes Concert gegeben hat, verlassen, so erwartet uns schon ein anderer ähnlicher Genuß.

6 November 1844

Music Festival in Honour of Moscheles by the Music Societies Neu-England and Münchener Liedertafel

 

Munich: englischen Kaffeehause

Programme

Overture, Die Zauberflöte for pianoMr. MoschelesMozart
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Reviews

Augsburger Postzeitung (November 8, 1844): 1237.

München, 7. Nov. Was Ihr verhrlicher Corresponden (D) in Nrv. 309 der Postzeitung über die Profanirung resp. Zerstückelung einer Mozart’schen Symhonie in Entreacte gemeldet, bedarf insoferne leider einer Berichtigung, indem nämlich nicht eine—sondern drei Symphonien aufgelegt, du das aus jeder ein Saß, resp. ein Theil herausgerissen und producirt wurde.  Gleichsam als wollte der edle solide Künstler Moscheles die Mozart angethane Schmach fühnen, nahm er gestern die Büste des gefeierten vor sich hin in der Production der Liedertafel, Moscheles zu Ehren veranstaltet, und im begeisternden Anblicke spielte Moscheles eine Melange aus den ausgezeichnetsten Werke Mozarts, und besonders die Ouvertüre zur Zauberflöte mit gewohnter Meisterhand.

Der Humorist (November 13, 1844): 1082.

(Moscheles in München.) Am 6. d. M., Abends, gaben die Musikvereine „Neu-England“ und „Münchener Liedertafel“ im englischen Kaffeehause zu Ehren Moscheles ein musikalisches Fest, welchem der größte Theil der Musikfreunde aus den höhern Ständen beiwohnte. Moscheles, Professor der königl. Akademie der Musik in London, ein geborner Prager, der erste Pianist, welcher es unternahm, Kunstreisen zu machen, und Concerte auf dem Fortepiano zu geben, ist durch sein wahrhaft klassisches Spiel und durch die Fertigkeit. Gewandtheit und Sicherheit seines Vertrages den ersten jetzt lebenden Virtuosen anzureihen, wie auch durch seine meisterhaften Kompositionen, welche besonders in den Adagios Ihresgleichen suchen, den größten Meistern dieses Instrumentes an die Seitezu stellen.                                                                                              („Korresp.“)

Allgemeine Wiener Musik-Zeitung (November 16, 1844): 552.

(Moscheles) wurde in München von dem Musikvereine „Neu England“ und „Münchner-Liedertafel“, ein musikalisches Fest veranstaltet, das außer dem Gefeierten und den Mitwirkenden von einer großen Anzahl Freunde und Verehrer des großen Künstlers besucht war.

Der Humorist (November 16, 1844): 1104.

Professor Moscheles aus London

ist bereits in Wien angekommen. Ueber sein ruhmvolles Auftreten in München und die ihm von allen Freunden wahrer, wesentlicher, innerlicher Kunstbestrebungen zu Theil gewordene Auszeichnung und Verehrung haben wir bereits Bericht gegeben! Was uns seine Concerte erwarten lassen, weiß Zeder, der kein Fremdling in der Musikwelt ist.

Sonntagsblätter (November 17, 1844): 1092.

Moscheles konnte während der Anwesenheit der Elßler in München kein Konzert veranstalten; wie wäre es erst einem Manne ergangen, der ein Konzert auf dem Gehirne, z, B., eine geistvolle Vorlesung, hätte geben wollen? Wie kommt es endlich, daß Dichter so wenig Sensazion machen, da sie es doch stets mir Füßen zu thun haben, die sich denn doch auch rhithmisch bewegen können.

10 October 1823

Ignaz Moscheles’ Concert

 

Munich: Königliche Hof- und Nationaltheater

Time: Evening, Seven o’Clock

Tickets: Ground floor, 48 Kreuzer.; Gallery, 30 Kreuzer., Boxes available

Programme

Part I  
Overture Cherubini
Piano Concerto No.4 in E major  Mr. Moscheles  Moscheles
AriaMr. Mittermayk 
Violin FantasiaMr. MoliqueMolique
Part II  
Grand Piano Variations on a Military March
with Orch. Accomp. (Alexander Variations)
Mr. MoschelesMoscheles
From Der Freischütz: AriaMiss SchechnerWeber
Flute VariationsMr. BöhmDrouet
Free Piano Fantasia incl. a March from
Rossini’s Mosè in Egitto
Mr. Moscheles 
Principal Vocalists: Miss Schechner; Mr. Mittermayk
Principal Instrumentalists: Messrs. Böhm, Molique, Moscheles

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Moscheles: Kaum eingetreten, trat der König mit der Frage an mich heran, ob ich mein eigenes Konzert nicht verschieben könne? der Hof möchte es besuchen, müsste aber an dem von mir gewählten Abend eine Gala-Soirée beim französischen Gesandten mitmachen. Natürlich überließ ich dem König die Wahl eines Abends, und er bestimmte den 10. October. [AML I, 81.]

Charlotte: …[Moscheles] had the satisfaction of seeing the royal party at his own concert on the l0th. [RMM, 57.]

Letter: Adam Liszt to Carl Czerny

Augsburg, 2 November 1823.

Wir sing am 26. September Abends glücklich in München eingetrofen, und den 28. October von da abgereist. Der Urlache unseres so langen hierseyn war erstens daß Herr Moscheles schon fruher als wir hier ankam, zweitens das eingetreitente sehr glänzend gefeyerte October-fest, und drittens weil Moscheles sein Concert verzögerte. Mit welchem Beyfall leßterer aufgenohmen wurde, mag Ihnen die Beylage lehren….Moscheles hat seinen Ruhm in München überlebt, und man spricht nicht mit gehöriger Achtung von ihm. Ich meines Theils muß sagen, daß er seyn Conzert undbertreslich spielte die Phantasie war aber leer und ich kann es gar seine Phantasie nennen. Besonders hat er auch die Achtung verloren, weil er deppletes Entrée machte.

[Mara La, Classisches und Romantisches aus der Tonwel (Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1892), 235-237.]

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Playbill

[The following is not the exact format of the playbill]

Königliches Hof-Theater an der Residenz

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Mit allergnädigster Erlaubniß

wird

Morgen Freytag den 10. Oktober 1825

J. Moscheles

auf seiner Durchreise von England

bey beleuchtetem Hause

ein großes

Vokal- und Instrumental-Konzert

zu geben die Ehre haben.

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Erste Abtheilung.

Ouvertüre von Cherubini,
Neues Piano-Forte Konzert (in Edur), komponirt und vorgetragen vonJ. Moscheles.
Arie, gesungen von              .            .            .            .            .            .Hrn. Mittermayt.
Phantasie für die Violine, komponirt und vorgetragen von     .            .Hrn. Molique.

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Zweyte Abtheilung.

(Auf Verlangen) Variationen über den Alexander-Marsch, komponirt
     und vorgetragen von       .            .            .            .            .            .
J. Moscheles. 
Arie aus der Oper: Der Freyschütze, gesungen von   .            .            .Dlle. Schechner.
Variationen für die Flöte, von Drouet, vorgetragen von         .            .Hrn. Böhm
Freye Phantasie auf dem Piano-Forte, von    .            .            .            .J. Moscheles.
Preise der Plätze:
Eine Loge auf 7 Personen im 1ten und 2ten Rang16fl.kr.
Ein Logenplaß im 1ten und 2ten Rang      .         .2fl.24kr.
Eine Loge auf 7 Personen im 3ten Rang   .         .14fl.kr.
Ein Logenplaß im 3ten Rang .         .         .         .2fl.kr.
Eine Loge auf 7 Personen im 4ten Rang   .         .11fl.kr.
Ein Logenplaß im 4ten Rang .         .         .         .1fl.36kr.
Ein gesperrter Siß im Parterre         .         .         .2fl.kr.
Parterre    .         .         .         .         .         .         .         .fl.48kr.
Gallerie     .         .         .         .         .         .         .        fl.30kr.

Der Anfang ist um halb 7 Uhr, das Ende gegen 9 Uhr.

Auf die gefälligen Bestellungen der Titl. Logen-Abonnenten wird bis Freytag den 10. Vormittags bis 10 Uhr im Königl. Hoftheater Nro. 3. gewartet, dann aber wie gewöhnlich über diejenigen Logen, welche nicht ganz beybehalten worden sind, disponirt.

[Bayerische Staatsbibliothek]

Reviews

Eos, Zeitschrift zur Erheiterung und Belehrung (October 18, 1823): 688.

Konzert von Moscheles.

[line]

München, den 10. Oktober. 1823.

Der Beyfall, welcher Herrn Moscheles von allen Kennern und Verehrern der Musik schon bey seiner ersten Anwesenheit in München zu Theil ward, und der ausgezeichnete Ruf, der ihm seither auf seiner Rückreise aus Frankreich und England vorangieng, versammelte heute Abend die hiesigen Kunstfreunde in dem k. Postheater an der Residenz, welche, wenn gleich die Preise erhöht waren, sich so zahlreich einfanden, daß das Haus sehr voll, und im Paterre kaum mehr ein Platz zum Stehen übrig war.—Von der Reinheit, Präcision, der wahrhaft virtuosen Fertigkeit des Spiels des Herrn Moscheles etwas zu sagen, ist nicht nötig. Man hörte die beliebten Variationen über den Alexander-Marsch auch diesesmal wieder mit lebhaftem Vergnügen, und zollte den herrlichen Spieler dafür den ungetheitesten Beyfall. Weniger schien die am Schluße vorgetragene freye Phantasie zu gefallen. Es seh damit beynahe aus, als wenn die begeisternde Muse von Hrn. Moscheles für diesen Abend bereits Abschied genommen hätte. Wenigstens waren die eingewebten Variationen über den Marsch aus Rossini’s Moses nichts anderes, als eine förmliche Wiederholung der kurz vorher über den Alexander-Marsch vorgetragenen Weisen und Manieren; und, wenn uns daher diese Variationen hätten vergnügen sollen, so hätte Hr. Moscheles nicht vergessen sollen: »variatio delectat «—Uebrigens verdient dieses Conzert im Ganzen immerhin als ein vorzüglich schönes gerühm zu werden. Daß indessen Hr. Santini dieses mal das Ziel verfehlte, und ein ungeeignetes Burleske des Gesanges uns an diesem Abende vortrug, können wir durchaus nicht billigen. Glücklicher war Dem. Schechner: sowohl in der Wahl der Parthie, indem sie eine der schönsten Scenen aus dem Freyschützen des genialen Webers sang, als auch im Vortrage. Nur hielt sie zuweilen den Ton nicht genug, und war hie und da merkbar zu tief. Inzwischen erntete sie reichlichen Beyfall, der auch einer so dichterischen Stelle, und dieser göttlichen Musik, nie fehlen wird.—Und, höre ich fragen, von den Leistungen des Hrn. Molique, und des Hrn. Böhm, wird kein Wort gesagt?—Nur Geduld!—Wir reden auch von den Leistungen dieser Meister; wir brauchen aber hierüber nur Ein Wort zu sagen, und das ist: Das Beste—zu letzt!—

Oesterreichischer Beobachter (October 20, 1823): 1332.

Hr. Moscheles, welcher die Ehre harte, sich während der Anwesenheit des Kronprinzen zwei Mal vor dem Hofe zu Nymphenburg hören zu lassen, und dessen am 10. v. M. im königlichen Hoftheater an der Residenz Statt gefundenes Concert Ihre königlichen Majestäten von Baiern gleichfalls mit Ihrer Gegenwart beehrten, har von Sr. Majestät dem Könige einen kostbaren Ring zum Geschenk erhalten.

Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (November 22, 1823): 560.

Aus München. Oktober 1823.

….—Am 10. Oktober gab Hr. Moscheles sein seit langer Zeit angekündigtes Concert. Nicht mit Anrecht wollte ein großer Theil des Publikums es ausfallend finden, daß der Concertgeber erstens schon lange von dem Concerte die Preiserhöhung bekannt machte, und auf den Anschlagzetteln stets mit großen Buchstaben zu lesen war, „bey seiner Durchreise von London nach Wien.“ Gegen die Preiserhöhung haben wir nichts, und wir freuen uns nur, wenn ein Virtuose selbst zur Erkenntniß gekommen ist, daß er mehr werth ist, als andere; aber daß man uns schon zeyn Tage vorher dieses anzeigt, kommt uns gerade eben so vor, als wollte man sagen: Liebe Leute, spart euer Geld, zc. zc. Den zweyten  Punkt anbelangend, so können wir durchaus nicht begreisen, worum wir zu wissen brauchen, daß man von London nach Wien reise, denn es gilt uns ganz gleich, komme der Virtuose her und gebe er hin, wo er wolle—wenn er nur etwas kann; und würde er schreiben, er komme vom Vorgebirge der guten Hoffnung, und wandere nach dem Ende der Welt, wir lachten über ihn, wenn er ein Stümper wäre. Feiner glauben wir nach unserer unmaßgeblichen Meinung, daß München in der Kunstwelt bereits einen so haben Rang einnehme, daß ein Clavierspieler sich durchaus nicht schämen dürfte, diese Stadt zum Ziele seiner Reife zu machen und nicht bloß en passent ihr das unschätzbare Vergnügen zu gewähren, sie mit ein Paar Clavierconcerten zu beglückten. Es ist annehmbar, daß Hr. M. durch München seinen Weg nehmen muße, doch sollte man dieses nicht auf öffentliche Ankündigungen setzen lassen, denn wozu ist denn diese Charlatanerie? Mein sehr wertgeschätzter Herr Redakteur! Sie werden vielleicht anstehen, diesen Vorwurf in Ihr geachtetes Blatt aufzunehmen, doch seyen Sie verschert ich nehme jede Wertheidigung auf mich, wenn gleich die Sache schon ganz deutlich für sich spricht, und dann habe ich nicht über Hrn. M. als Virtuosen gesprochen—denn da muß ihm jeder alle Ehre widerfahren lassen—sondern ich habe mich nur über den unbedeutenden Anschlagzettel geärgert, von dem der Concertgeber vielleicht gar nichts gewußt hat.—Hr. M. spielte wieder die beliebten Variationen über den Alexander-March und erhielt für Reinheit, Präcision, Eleganz und große Fertigkeit seines Spieles verdienten enthusiastischen Beyfall.—

Allgemeine musikalische Zeitung (December 3, 1823): 812.

[Munchen] Hr. Moschelles, auf seiner Rückkehr von London hier angekommen, liess uns am 10ten ein Concert und eine schon gehörte Phantasie hören. Seine ungemeine Fertigkeit ward bewundert, doch wollte man seine Art, das Pianoforte zu behandeln, keinesweges als die ächte anerkennen: man meynete, dass dieses Aufheben des Armes, das Heraushämmern der Töne, welchen man bey der schnellsten Folge doch noch ihr Zersplittern und Auseinanderreissen anhört, dieses Herumfliegen der Finger, welche, wie der Schütze die Wachtel, so die Taste auch im höchsten Fluge zwar noch immer treffen, übrigens aber nie mit der Nerve sie befühlen, um doch etwas Gesangähnliches her vorzubringen; dass all dieses in dem Zuhörer den Gedanken eines Klapperinstrumentes errege; dass Hr. M. dem Studium von Händels Suiten und Cramers Exercitien, diesen Grundpfeilern eines ächten Klavierspieles, wenig Aufmerksamkeit müsse gewidmet haben, dass Potpourri’s auf die Ehre einer Phantasie keineswegs Anspruch zu machen hätten.

The Harmonicon, vol. II (April 1824): 72.

[Munich] The celebrated Moschelles paid a visit to this place, where he gave a concert. The critics were delighted with his powers of execution, but found fault with his style and mode of treatment of the piano, which they did not consider as strictly orthodox.

4 October 1823

Royal Party for the Bride and Groom

 

Munich: Nymphenburg Palace

Programme

Piano MusicMr. Moscheles 
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Charlotte: Endlich meinte der König, der Genuss des heutigen Abends müsse sich bald wiederholen Wirklich spielte er am 4. October wieder vor den Majestäten und dem Brautpaar. [AML I, 81.]

Moscheles: Kaum eingetreten, trat der König mit der Frage an mich heran, ob ich mein eigenes Konzert nicht verschieben könne? der Hof möchte es besuchen, müsste aber an dem von mir gewählten Abend eine Gala-Soirée beim französischen Gesandten mitmachen. Natürlich überließ ich dem König die Wahl eines Abends, und er bestimmte den 10. October. [AML I, 81.]

Review

Oesterreichischer Beobachter (October 20, 1823): 1332.

Hr, Moscheles, welcher die Ehre harte, sich während der Anwesenheit des Kronprinzen zwei Mal vor dem Hofe zu Nymphenburg hören zu lassen, und dessen am 10. v. M. im königlichen Hoftheater an der Residenz Statt gefundenes Concert Ihre königlichen Majestäten von Baiern gleichfalls mit Ihrer Gegenwart beehrten, har von Sr. Majestät dem Könige einen kostbaren Ring zum Geschenk erhalten.

28 September 1823

Royal Party for the Arrival of the Bridegroom Prince of Prussia with a Princess of Bavaria

 

Munich: Nymphenburg Palace

Time: Evening

Programme

Piano MusicMr. Moscheles 
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Charlotte: In Munich Moscheles was kindly received by the Kaula family, and delighted in meeting his brother artists in the Birnbeck Kneipe, for beer and musical discussion…In consequence of the arrival of the Prince of Prussia, who was recently betrothed to a Bavarian Princess, Moscheles was summoned to Nymphenburg to play before the royal party, and thoroughly enjoyed the kind reception given him by the “good King Max”. He asked him, “How old are you?”. “Thirty, your Majesty”. “Double that number, and add seven to it, and you will have my age”, said the King quickly. The Crown-Prince of Prussia, who joined in the conversation, invited Moscheles to Berlin, and the King made him promise to play again before the Court on the 4th of October. [RMM, 57]

Reviews

Aschaffenburger Zeitung (October 6, 1823).

München, 1. October. Se. Majestät der König geruheten am verflossenen Dienstag, in Gesellschaft Ihres am 29. v M. Nachmittag gegen 5 Uhr in Nymphenburg eingetroffenen erhabenen Gastes, des Kronprinzen von Preussen K. H., die Säle der K. Academie der Wissenschaften zu besuchen, und die verschiedenen Sammlungen derselben, besonders die Brasilianische, so wie die Sammlung der Handzeichnungen und Elfenbein-Schnitz werke in Augenschein zu nehmen. Se. K. Hoheit zeigten an diesen Instituten und Sammlungen die kenntnißreichste und lebhafteste Theilnahme.—Abends war am K. Hofe zu Nymphenburg kleines Concert, in welchem Herr Moscheles die Ehre hatte, sich vor den Allerhöchsten Herrschaften hören zu lassen.

Oesterreichischer Beobachter (October 20, 1823): 1332.

Hr, Moscheles, welcher die Ehre harte, sich während der Anwesenheit des Kronprinzen zwei Mal vor dem Hofe zu Nymphenburg hören zu lassen.

Bayereuther Zeitung (November 25, 1823): 861.

[Same as issued in Aschaffenburger Zeitung on October 6]

13 March 1820

Ninth Subscription Concert

 

Munich

Programme

*AriaMlle MetzgerRossini
*AriaSignor RubiniRadicati
*Clarinet ConcertoMr. SchottSchott
*Piano Variations on a Folk SongMr. MoschelesMoscheles
*Violin Concerto in D minorMr. MoliqueSpohr
Part I  
Overture, Cyrus und Astyages Mosel
Part II  
Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
Principal Vocalists: Mlle Metzger; Signor Rubini
Principal Instrumentalists: Messrs. Molique, Moscheles, Schott

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Review

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (April 11, 1820): 358-360.

München.

Im 13. März das neunte abonnirte Konzert. Es ward mit der Ouverture aus E zurr Opera: cyrus und Astyages, von Hrn. V. Mosel, eröffnet. Fürwahr ein neuer Stern am östlichen Kunsthorizonte, dessen glänzender Schimmer bisher noch nicht zu uns gedrungen war. Die feyerliche Einleitung, an welche sich das Allegro in verwandtem, gleich besonnenem Style anschließt, stimmt das Gemüth zu großen, ernsten Erwartungen, und steht mit jenem würdig einem Heldenstücke voran. Hr. v. Mosel gab uns hier kein bloßes Aggregat von Ideen, er wußte sie mit strenger Konsequenz durch herrliche Mittelsätze und Verbindungen an einander zu reihen, und so verbunden zur geschlossenen Einheit, breit und originell durchzuführen. Er hat die Instrumente alle in voller Gewalt und verstand sie in schöner, wirksamer Bewegung zu erhalten, damit jedes das Seinige thue, bis alle zuletzt zur kühneren Masse zusammenströmen und mit gewaltigem Schlug das Ganze zu Ende führen. Es ist eine gediegene Arbeit diese Ouvertüre, darin sich Hr. v. Mosel als ein tüchtiger Künstler bewährt hat. Die Ausführung von Seitendes k. Orchesters gelang vollkommen, Hr. v. Mosel selbst müßte lieg bezeugen, hätte er sie mit anhören können.

Hr. Schott gab in seinem Klarinet-Konzerte manchen schönen Beweis der Bärmannischen Schule, vorzüglich im Adagio, darin sein Vortrag am meisten entsprach; doch fehlt ihm der zartere Ton des Meisters, auch wollte die Monotonie seiner Passagen im Allegro, ein ewiges Auf- und Abwogen der Töne, kein rechtes Glück machen.

Hr. Rubini sang eine Arie von Radicati mit großem Beyfalle, dessen er sich, seiner ungemein zarten Stimme wegen, durch die Leichtigkeit seiner Modulationen, womit er einen rührenden Ausdruck zu verbinden weiß, stets zu erfreuen haben wird.

Hr. Moscheles erhöhte die Freude dieses Abends. Wir hatten ihn schon am Sonnabende zuvor in einem kleinen Konzerte auf dem neuen Museums-Saale gehört. In seinem Sextette, seinen beliebten Variationen über den Alexander-Marsch, in einer Kaprice mit Violoncell-Begleitung und in seinen freyen Phantasien über ein gegebenes Thema, gab er uns den ganzen Umfang seines Genies zu erkennen. Das Sextett ist Meisterhaft gearbeitet, die Mannigfaltigkeit in der Bewegung der übrigen Instrumente mit der Hauptstimme ungemein zart, gefällig und wirksam verflochten. Er selbst als Virtuos einzig, unübertroffen. In der schwierigen Kaprice begleitete ihn Hr. Philipp Moralt auf dem Violoncelle wahrhaft con Amore.

Von nicht minder ausgezeichnetem Werths waren die Produktionen des Hrn. Moscheles im Konzerte am 13. Seine Variationen über ein beliebtes Volkslied waren von ganz eigenem Style. In seinen freyen Phantasien am Schlüsse der zweyten Abtheilung zeigte sich wieder Alles neu und originell, als hörte man ihn zum ersten Mahle. Neue Modulationen und Ligaturen, neue Weisen im Vortrage mit neuen Schwierigkeiten und unbegreiflicher Leichtigkeit, Stärke, Reinheit und Präcision ausgeführt. Hr. Moscheles wurde mit dem lautesten Beyfalle belohnt.

Hr. Molque spielte ein Violin-Konzert aus D-moll von Spohr. Spohr’s Kompositionen für die Violine gehören unstreitig zu den besten. Sie sind ein für sich bestehendes Ganzes, planmäßig angelegt und durchgeführt, aber zugleich auch dem Umfange, der Kraft und Wirkung des Instrumentes vollkommen angemessen. Mirtelgedanken, Solo und Ritornelle, alles ist darin zur Einheit verknüpft, keines ist für sich da, sondern Alles zugleich nothwendig zu einem geschlossenen Ganzen. Heut zu Tage Machen es sich viele unserer Virtuosen bequemer. Was sie zu leisten vermögen, das wird zuerst von ihnen selbst in Passagen gebracht und dann, wohl auch von einem Andern, mit Nebengedanken und Tutti so austaffirt, daß es einem Ganzen ähnlich sehen soll. Da will es nun aber oft nicht recht zusammenpassen. Wir müssen es. daher vor Allem an Hrn. Molque rühmen, daß er sich zunächst an Spohr’s treffliche Kompositionen hält.

Die darin vorkommenden Schwierigkeiten überwand er mit spielender Leichtigkeit. Aber auch in dem einfachen Satze müssen wir Molique’s breitem Vortrag, wodurch er mit Vermeidung abgenützter Tyraden und barocker Schnörkel durchaus mehr Gefühl, als Bewunderung zu erregen sucht, als ein ausgezeichnetes Verdienst seines Spieles rühmen.

Mlle. Metzger sang eine Arie von Rossini. Wir freuen uns hier der guten Gelegenheit, einmahl etwas Ausführlicheres über diese, in jeder Hinsicht ausgezeichnete Sängerinn sagen zu können.— Die Natur hat an Mlle. Metzger Alles gethan, um sie zu einer Sängerinn zu bilden, wie wir nur wenige haben. Frühzeitig nahm sie der k. Kapellmeister Ritter von Winter in Pflege und Unterricht, unter dessen Leitung sie bald so ausgezeichnete Fortschritte machte, daß sie zu grossen Erwartungen Anlaggab, und Winter schon, als sie in München kaum eine Probe ihrer Geschicklichkeit abgelegt hatte, mit ihr eine Kunstreise nach Italien unternahm. In Mayland trat sie zuerst mit großem Beyfalle auf, doch in Genua stieg ihr Ruhm auf die höchste Stufe. Schwerlich dürfte je eine deutsche Sängerinn in Italien so viel Glück gemacht, so ausgezeichnete Ehren genossen haben, als Mlle. Klara Metzger*).

Seit jener Zeit ist nun Mlle. Metzger in unserer Mitte, und die Lust der deutschen Oper und des Konzertes. Ihre Stimme umfange über zwey volle Oktaven (vom tiefen G bis in’s hohe G). Doch nicht in diesem Umfange liegt der wesentliche Vorzug; es ist vielmehr ihr Ton und dessen ganz eigenes Metall, was sie vor den meisten Sängerinnen auszeichnet. Eine unbeschreibliche Leichtigkeit des Vortrages, der zwischen edler Einfachheit und geschmackvoller Rüancirung, ohne Überladung der Töne, ein glückliches Mittel hält; der reinste, sicherste Anklang aller Töne, der zarte Übergang aus ihrer sonoren Tiefe bis zur höchsten Höhe bey durchaus vollem, rundem Klange der Stimme, die Deutlichkeit der Deklamation, die richtige Betonung jeder Sylbe, das Alles find die Früchte des Unterrichts und ihres eigenen Fleißes. So dringt sie stets im rührendsten Ausdrucke der Empfindung tief in die Seele ein, und kein Herz vermag diesem Zauber zu widerstehen.

Den Schluß des Sangen machte Hrn. Moscheles ländliche Ouverture. Ein erfreuliches Tongebilde, darin das Muntere mit dem Besonnenen, das Zarte mit dem Großen und Kräftigen in glänzenden Gegensätzen meisterhaft durchgeführt ist.

*) Nebst mehreren deutschen Sängerinnen, welche früher in Italien ausgezeichnet wurden, hatte vorzüglich Dlle. Bäfer sich außevorentlicher Ehrenbezeigungen in Rom und Reapel zu erfreuen.

11 March 1820

Ignaz Moscheles’ Fourth Concert

 

Munich: Gesellschaft des Museums—Saale

Tickets: 1 florin, 12 kreuzer

Programme

Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
Grand Piano Variations on a Military
March (Alexander Variations)
Mr. MoschelesMoscheles
[Grand Sextuor for Piano, Violin, Flute,
Two Horns and a Violoncello (Op.35)]
Mr. Moscheles, [?], [?], [?],
[?], Mr. Moralt
Moscheles
Principal Instrumentalists: Messrs. Moralt, Moscheles

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Baierische National-Zeitung (March 8, 1820): 236.

Künftigen Sonnabend den 11. März 1820 wird Hr. Ignaz Moscheles, Klavierspieler und Kompositeur aus Wien die Ehre haben, mit gütiger Genehmigung der Gesellschaft des Museums in ihrem neuen Saale eine musikalische Abendunterhaltung zu geben.

Der Anschlagzettel wird das Nähere mitthellen.

Eintritts-Karten à 1 fl. 12 kr., sind sowohl bei dem Hrn. Sekretär des Museums im Museums-Gebäude, als auch in Her Wohnung des Hrn. Moscheles in der Kühgasse im gräflich Waldkirchischen Hause Nro. 524… über eine Stiege zu haben.

Baierische National-Zeitung (March 10, 1820): 240.

[Same as issued in Baierische National-Zeitung on March 8]

Baierische National-Zeitung (March 11, 1820): 246.

[Same as issued in Baierische National-Zeitung on March 8]

Reviews

Baierische National-Zeitung (March 13, 1820): 251.

(München.) Concert. Hr. Ignaz Moscheles, Clavierspieler und Compositeur aus Wien, welcher sich in seinem frühern Concert im großen k. Theater allgemeinen Beifall erworben hatte, gab am verflossene Sonnabend den 11. März ein zweites Concert im Saale des Museums, das sehr zahlreich besucht war. Dieser interessante Künstler, der mit einer außer ordentlichen Geschickligkeit eine große Bescheidenheit vereinigt, wurde auch diesesmal in seinen verschiedenen Vorträgen auf dem Pianoforte mit dem allgemeinsten Beifall und mit Bewunderung gehört. Es ist schwer auf diesem Instrument so viel allgemeine Theilnahme zu erregen, als durch Virtuosität auf manchem andern, aber Hr. Moscheles hat das Geheimniß gefunden, mit seinen schmeichelnden Tönen das Ohr zu bezaubern, und das Gefühl des Herzens zu wecken. Er wird überall, wo er die Töne seines Instrumentes anschlägt, eine günstige Aufnahme finden, wie er sie hier gefunden hat, wo alle Freunde der Kunst ihn mit Vergnügen hörten.

Baierische National-Zeitung (March 24, 1820): 292.

Der Unterzeichnete, dem die gütige Aufnahme, die er in hiesiger Residenz-Stadt gefunden hat, immer unvergeßlich bleiben wird, stattet hiermit den Mitgliedern der königlichen Hof-Kapelle, welche die Güte hatten, seine öffentlichen Produktionen zu unterstüzen, seinen innigsten Dank ab, und versichert, daß, wenn seine hohe Achtung vor dieser so berühmten Kapelle noch einen höhern Grad erreichen könnte, sie durch die Gefälligkeit und Bereitwilligkeit gesteigert werden müßte, mit der ein so vortreffliches Ganze und so würdige einzelne Talente dem fremden Kunstverwandten freundlich an die Hand gehen.

München den 23. März 1819.

Ignaz Moscheles,

Klavierspieler und Kompositeur

aus Wien

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (March 25, 1820): 197-199.

[See Concert 23 February 1820]

Den 16. März 1820

….Recht sehr freut es mich, dass ich meine Correspondenz gleich mit Mittheilungen über einen höchst ausgezeichneten Künstler beginnen kann. Dieser Künstler ist Ihr achtungswerther Landsmann, der berühmte Clavierspieler Herr Ignaz Moscheles.—Wir haben diesen durch ausgezeichnetes Talent und bescheidenes Benehmen gleich liebenswürdigen jungen Mann, nachdem er die Ehre gehabt hatte, im Cabinet Ihrer königl. Majestäten zu spielen, in vier öffentlichem Concerten, und mehreren Privat Zirkeln gehört, und es wäre schwer zu bestimmen, ob der Anmuth oder dem Brillanten seines Vortrages der Preiss zuerkannt werden soll!

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (April 11, 1820): 358-360.

München.

…Hr. Moscheles erhöhte die Freude dieses Abends [13 March 1820]. Wir hatten ihn schon am Sonnabende zuvor in einem kleinen Konzerte auf dem neuen Museums-Saale gehört. In seinem Sextette, seinen beliebten Variationen über den Alexander-Marsch, in einer Kaprice mit Violoncell-Begleitung und in seinen freyen Phantasien über ein gegebenes Thema, gab er uns den ganzen Umfang seines Genies zu erkennen. Das Sextett ist Meisterhaft gearbeitet, die Mannigfaltigkeit in der Bewegung der übrigen Instrumente mit der Hauptstimme ungemein zart, gefällig und wirksam verflochten. Er selbst als Virtuos einzig, unübertroffen. In der schwierigen Kaprice begleitete ihn Hr. Philipp Moralt auf dem Violoncelle wahrhaft con Amore.

9 March 1820

Ignaz Moscheles’ Third Concert

 

Munich

Programme

Piano and Violoncello PotpourriMessrs. Moscheles, Moralt
Free Piano Fantasia, incl. a theme by RossiniMr. Moscheles
Principal Instrumentalists: Messrs. Moralt, Moscheles

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Charlotte: Moscheles beginnt das Jahr in Wien, von wo aus er sich zunächst nach München wendet. Er betheiligt sich dort an grösseren Aufführungen und lässt dann selbst zwei Concerte folgen. Seine Briefe [Empfehlungsschreiben] führen ihn beim Prinzen Eugen von Leuchtenberg und bei Hofe ein. Der alte König Max ist gut und liebenswürdig gegen ihn; erst hat er Audienz, dann spielt er vor den Majestäten im Hofzirkel, wird nochmals in einer Audienz empfangen und mit einem Brillantring beschenkt. Eine Nadel mit einem brillantenem E. auf grünem von Brillanten eingefassten Grunde (ein Geschenk des Prinzen von Leuchtenberg) wird noch mit Pietät bewahrt. [AML I, 37-38.]

Reviews

Münchener politische Zeitung (March 10, 1820): 285-286.

München, den 9. März. Mr. Moscheles, Klavierspieler und Compositeur aus Wien, hatte am 1 d. M. das Glück, sich in einem Hofkonzerte vor JJ. KK Majestäten und der Königl. Familie hören zu lassen. Seine Variationen über den Alexander Marsch haben den seinem leßten großen Konzerte auch dem allerhöchsten Hofe so sehr gefallen daß er sie an diese Abend wiederholen mußte. Nach einem Potpourri für das Klavier und das Violoncell, welches von ihm und Hrn. Moralt meisterhast vorgetragen wurde, erhielt Hr. Moscheles von J. Maj. der Königin ein Thema von Rossini, worüber er auf der Stelle eine freye Phantasie spielte und somit die günstige Meynung rechtsertigte, die man von ihm als überaus erfindungsreichen Compositeur mit so vielem Recht hegte. Se. Majestät der König hatten die Gnade, dem ausgezeichneten Künstler zum Beweise Ihrer allerhöchsten Zufriedenheit einen sehr Kostbaren Brillantring durch den Konigl. Hofmusik-Intendanten Irenherrn v. Rummling, zustellen zu lassen.

Er wird unserin Musikliebenden Publikum angenehm, senn zu vernehmen, daß Mr. Moscheles nächsten Samstag Abends im neuen Museums-Saale eine musikalische Akademie geben und unter andern auch die beliebten Variationen über den Alexander-Marsch wieder spielen wird.

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (March 25, 1820): 197-199.

[See Concert 23 February 1820]

Musikalischer Bericht aus München.

Den 16. März 1820

….Recht sehr freut es mich, dass ich meine Correspondenz gleich mit Mittheilungen über einen höchst ausgezeichneten Künstler beginnen kann. Dieser Künstler ist Ihr achtungswerther Landsmann, der berühmte Clavierspieler Herr Ignaz Moscheles.—Wir haben diesen durch ausgezeichnetes Talent und bescheidenes Benehmen gleich liebenswürdigen jungen Mann, nachdem er die Ehre gehabt hatte, im Cabinet Ihrer königl. Majestäten zu spielen, in vier öffentlichem Concerten, und mehreren Privat Zirkeln gehört, und es wäre schwer zu bestimmen, ob der Anmuth oder dem Brillanten seines Vortrages der Preiss zuerkannt werden soll!

….Stimmen so sehr für sich, dass er von da an [nach den erste Konzert], jedes mahl wenn er spielte, von dem gesammten Publicum, schon ehe er sich an’s Instrument setzte, mit rauschendem Beyfalle empfangen wurde; und wenn gleich eine solche ehrende Aufnahme die Begeisterung des Künstlers auf’s Höchste spannt, so ist doch nicht zu läugnen, dass sie auch die Erwartungen der Zuhörer höher stellt, und es daher eine schwere Aufgabe für den Vortragenden wird, solchen stets gesteigerten Erwärtungen in die Länge zu genügen.

Herrn Moscheles gelang es, diese Aufgabe auf die befriedigendste Art zu lösen, und nicht nur in  vier öffentlichen Concerten sich in gleichem Beyfalle zu erhalten, sondern im dritten abonirten Concerte, wo er dem Vernehmen nach zum letzten Mahle spielte, diesen Beyfall durch den Vortrag einer freyen Phantasie zu einem Enthusiasmus zu steigern, dessen nur wenige ausübende Künstler sich in solchem Masse hier zu erfreuen gehabt haben mögen.

Diese Phantasie erfüllte aber auch nicht nur all sich alle Bedingungen, welche die strengste Kritik machen kann, sondern war noch überdiess in Beziehung auf Anmuth, Feuer und Präcision des Vortrages zu dem Vollendetsten zu rechnen, was je auf diesem Instrumente gehört worden seyn mag.

n.d. ii) February/March 1820

Ignaz Moscheles’ Second Concert

 

Munich

Programme

Piano PieceMr Moscheles 
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Charlotte: Moscheles beginnt das Jahr in Wien, von wo aus er sich zunächst nach München wendet. Er betheiligt sich dort an grösseren Aufführungen und lässt dann selbst zwei Concerte folgen. Seine Briefe [Empfehlungsschreiben] führen ihn beim Prinzen Eugen von Leuchtenberg und bei Hofe ein. Der alte König Max ist gut und liebenswürdig gegen ihn; erst hat er Audienz, dann spielt er vor den Majestäten im Hofzirkel, wird nochmals in einer Audienz empfangen und mit einem Brillantring beschenkt. Eine Nadel mit einem brillantenem E. auf grünem von Brillanten eingefassten Grunde (ein Geschenk des Prinzen von Leuchtenberg) wird noch mit Pietät bewahrt. [AML I, 37-38.]

Review

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (March 25, 1820): 197-199.

Musikalischer Bericht aus München.

Den 16. März 1820

….Recht sehr freut es mich, dass ich meine Correspondenz gleich mit Mittheilungen über einen höchst ausgezeichneten Künstler beginnen kann. Dieser Künstler ist Ihr achtungswerther Landsmann, der berühmte Clavierspieler Herr Ignaz Moscheles.—Wir haben diesen durch ausgezeichnetes Talent und bescheidenes Benehmen gleich liebenswürdigen jungen Mann, nachdem er die Ehre gehabt hatte, im Cabinet Ihrer königl. Majestäten zu spielen, in vier öffentlichem Concerten, und mehreren Privat Zirkeln gehört, und es wäre schwer zu bestimmen, ob der Anmuth oder dem Brillanten seines Vortrages der Preiss zuerkannt werden soll!

n.d. i) February 1820

Ignaz Moscheles’ Performance for the Court

 

Munich: At the Court

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Charlotte: Moscheles beginnt das Jahr in Wien, von wo aus er sich zunächst nach München wendet. Er betheiligt sich dort an grösseren Aufführungen und lässt dann selbst zwei Concerte folgen. Seine Briefe [Empfehlungsschreiben] führen ihn beim Prinzen Eugen von Leuchtenberg und bei Hofe ein. Der alte König Max ist gut und liebenswürdig gegen ihn; erst hat er Audienz, dann spielt er vor den Majestäten im Hofzirkel, wird nochmals in einer Audienz empfangen und mit einem Brillantring beschenkt. Eine Nadel mit einem brillantenem E. auf grünem von Brillanten eingefassten Grunde (ein Geschenk des Prinzen von Leuchtenberg) wird noch mit Pietät bewahrt. [AML I, 37-38.]

Letter: Ignaz Moscheles to Mme Rosalide de Levy

Munich, 26 February 1820.

Schätzenswertheste Frau!

Verehrte Freundinn!

….Die Umstände mit der Mordthath im Paris, und einer kleinen Unpässlichkeit des Königs (von Bayern) waren Ursache dass ich nicht vorher bey Hof spielte…Ich bliebe nur noch eine kurze Zeit hier, um ab zu warten ob ich nicht einem Hof-Konzerte eingeladen werde; zu Einem 2te Konzerte wurde ich zwar von Vielen aufgefordert, ich werde es aber nicht geben wen ich nicht vorher bey Hof gespielt habe

[See Concert 23 February 1824 for the complete letter]

[H. R.]