25 September 1844

Ignaz Moscheles’ Concert

 

Frankfurt: Salle of Mülhen Hotel

Tickets: 1 florin 45 kreuzer

Programme

AriaMiss Graumann/Mr. HechtMendelssohn
AriaMiss Graumann/Mr. HechtMozart
AriaMiss Graumann/Mr. HechtSchubert
Hommage à Händel,
Grand Duet for Two Pianos
Messrs. Mendelssohn, MoschelesMoscheles
Principal Vocalists: Miss Graumann; Mr. Hecht
Principal Instrumentalists: Messrs. Bockmühl, Eliason, Guhr, Mendelssohn, Mohr, Moscheles

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Moscheles: Jetzt sind wir in Frankfurt…Die älteren Freunde Aloys Schmitt, Wilhelm Speyer, Rosenhain und Hiller begegnen mir musikalisch, die liebenswürdige Frau des verstorbenen Freundes Ferdinand Ries sah ich gern wieder, Frl. Graumann singt hübsch, Dr. Reiss brachte mir seinen begabten jungen Sohn, Gutzkow gesellt sich gern zu uns Musikern und ist selbstverständlich eine angenehme Zugabe zu unseren Abenden. Die anderen hiesigen Musiker habe ich Euch schon genannt und ich kann sagen, sie nehmen mich mit offenen Armen auf, behaupten auch, ich müsse Concert geben. [AML II, 117.]

Charlotte: Wirklich kam es den 25. September dazu, und da der Messe halber alle Lokale vergriffen waren, so gab es keinen anderen Saal, als den eigentlich zu kleinen Mühlens’schen. Mendelssohn spielte das Hommage à Händel mit Moscheles, dieser viele Solo’s, das Publikum bezeigte sich dankbar, und Alles verlief ganz nach Wunsch‘. [AML II, 117.]

Moscheles’ Daughter: Diese Dame, die sich nur für Döhler und sein Spiel zu interessiren scheint, sagte Vater ganz von Oben herab: Wollen Sie uns Karten für Ihr Concert schicken? Er: Gern, aber wie viele?—Nun für alle ***. Er: Ich habe nicht die Ehre, die Zahl der Familienglieder zu kennen und bitte daher zu bestimmen.—Nun, schicken Sie zwei Dutzend.—Diese Art war schon sehr unangenehm, ebenso ihr Nichterscheinen gestern Abend, während sie in Döhler’s Concert den Ton mit Applaus angegeben hatten, doch- aber mit ansehen mussten, dass sein Saal halb leer blieb. Nach alledem kommt heute ein Diener, zu fragen, was Frau *** schuldig sei?:—Das war ein bischen zu viel für meinen geduldigen Vater, er nimmt in einiger Aufregung einen Concertzettel vorn Tisch und giebt ihn dem Diener mit den Worten: „Eine Empfehlung an Frau *** und die Preise der Plätze wären unten bemerkt“, worauf der etwas verwundert abzog. Im Zimmer geht’s ein und aus wie in einem aubenschlag. Künstler kommen und gehen, um Vater zu seinen gestrigen Erfolgen zu gratuliren, darunter ist auch der Violinspieler Boucher der Napoleon I. ähnlich sieht und sehr viel (auffranzösisch} spricht, nein schwatzt. Ich versuche taub zu sein. . . . Jetzt musste ich aber eine Pause machen, denn Mendelssohn kam, und für den unterbricht man sich gern. Nun, da er fort ist, muss ich Euch eine wundervolle Geschichte von gestern erzählen, in welcher er eine Hauptrolle spielt. Der Saal war lange vor Anfang des Concerts gedrängt voll, und immer kamen noch Menschen; ein kleiner Nebensaal ohne Bänke stand offen. „Was werden die Frankfurter sagen, wenn sie keine Sitze finden“, sagt Mendelssohn zu Rosenhain? „Wissen Sie was, wir Beiden wollen hingehen und Stühle miethen, Moscheles darf man so kurz vor Anfang des Concerts nichts sagen.“ Der gute Freund Rosenhain ist gleich bereit, die Stühle sind aber nicht so leicht zu bekommen. Endlich in einer kleinen Wirthschaft finden sich vier Dutzend. „Sie sollen gleich geschickt werden“, sagt Mendelssohn. Aber wer bezahlt? fragt der Wirth. „Es ist ja ein grosser Künstler,—Moscheles—der ein Concert giebt, und es wird so voll, es fehlt an Stühlen—das Geld ist Ihnen sicher.“—Die Herren Künstler, sagt der vorsichtige Wirth, geben manchmal Concert und gehen mit dem Gelde durch, Sie müssen mir etwas dran zahlen. Beide leeren ihre Taschen, die nicht sehr gefüllt waren, befriedigen aber den Wirth, und nun steigen sie in eine Droschke, Mendelssohn setzt zwei der Stühle mit hinein, zwei vorn zum Kutscher und ruft: „Nach dem Mühlens’schen Saal, aber fahren Sie recht schnell.“ So kommen sie an, die andern vierundvierzig Stühle hinterher, und das Publicum hat Platz. Dennoch sassen Madame Mendelssohn, Mutter und ich den ganzen Abend auf zwei Stühlen. Was Mendelssohn aber weit mehr als die Stuhlgeschichte aufregte, war, dass Vater in seiner As-dur-Etüde unten das tiefe Bass-C zugesetzt hatte. „Damit hast Du mich berrascht“, sagte er, “das ist ein prächtiger Effect, der darf ‘nicht vergessen werden, ich will ihn in Madame Moscheles ihr Album schreiben.“ Schnell holte ich es und dann zeichnete er noch die Droschke, sich, Rosenhain und die Stühle hinein, aber nur ein halbes Pferd—„das kann ich nicht auswendig machen“, behauptete er. [AML II, 117-119.]

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Frankfurter Konversationsblatt (September 26, 1844): 1072

Frankfurt. Nächsten Mittwoch, den 25. September, wird der berühmte Moscheles eine große musikalische Abendunterhaltung im Saale des Mülhens’schen Hauses geben. Der gefeierte Künstler und Kapellmeister Mendelssohn Bartholdy werden auf zwei Flügeln ein von Moscheles komponirtes Conzert (Hommage á Haendel) spielen. Eintrittskarten zu 1 fl. 45 kr. find bei Herrn André auf der Zeil und Abends an der Kasse zu 2 fl. zu haben.

Reviews

Didaskalia (September 26, 1844): [3].

(Frankfurt a. M.)…Heute gibt Moscheles ein Konzert und wird von Mendelssohn Bartholdy unterstützt.

Frankfurter Konversationsblatt (September 28, 1844): 1088

Man spricht schon jeßt viel in Wien von den Matadoren in der nächsten Conzert-Saison. Moscheles wird kommen und Conzerte geben. Er dürfte hors de saison in Wien seyn, das Liszt, Thalberg und die ganze Schaar der Clavier-Künstler und Clavier-Treter durchgenossen.

Neue Zeitschrift für Musik (October 3, 1844): 112.

So gab Moscheles, der schon in der letzten Londoner Saison nach langem Schweigen wieder hervortrat, in Frankfurt a.M. Concert.

Revue et Gazette Musicale de Paris (October 6, 1844): 338.

*** Francfort, le mercredi 25 septembre.—Le célèbre pianiste Moschelès a dû donner dans la salle de l’hôtel Mulhens une soirée dont le programme annonçait, entre autres compositions: L’Hommage à Haendel, exécuté sur deux pianos, par lui et M. Mendelsshon-Bartholdy.

Allgemeine Wiener Musik-Zeitung (October 8, 1844): 483-484.

Konzert von J. Moscheles.

Wenn man die Violine die Königin der Instrumente genannt hat, so verdient sie diesen Vorrang, weil in der That ihr an Ausdruck und Kraft so reicher, seelenvoller und der menschlichen Stimme am nächsten kommender Ton alle andern überstrahlt und der Empfindung wie der Leidenschaft die eindringlichste Sprache leiht. Dagegen möchten wir das Clavier den vornehmsten Gutsbesitzer oder den reichsten Handelsherrn im Lande der Tonkunst nennen; denn es hat den größten Umfang, die weiteste Ausdehnung, die ergiebigste Vielseitigkeit und weiß alle Schätze der Musik sich anzueignen und im Bereich der Harmonien gegen die andern zu überwiegen; es ist für sich allein am selbstständigsten und in seinen Eroberungen am glücklichsten. Für das praktische Bedürfnis der Einzelnen eignet es sich am meisten, und den Fleiß Derjenigen, die weder Talent noch Genie besitzen, lohnt es am besten. Um dieser und anderer Vorzüge willen hat das Clavier aller Orten festen Fuß gefaßt und kein anderes Instrument zählt so viel Jünger und Berehrer als es; denn fast in jedem Hause hat es sich heimisch gemacht und nimmt sein Freundschaftseckchen ein. Wenn es auch nicht für Jeden den ganzen Reichthum seines Umfanges entfaltet, so bietet es doch für jeden irgend einen, wenn auch noch so kleinen genußgewährenden Lohn, und selbst sein bescheidenster Krämer fühlt sich mit ihm in der engen Sphäre glücklich und zufrieden. Hieraus erklärt es sich auch, warum es von so vielen Künstlern und Virtuosen exploitirt und cultivirt wird, und die Zahl derselben ist Legion. Seitdem Clementi das Clavier in die Konzert-säle eingeführt hat, wie viele Meister und Begründer von Schulen desselben haben seitdem geglänzt und Ruhm und Gold mit ihrer Virtuosität errungen! Unter ihnen nimmt auch I. Moscheles dessen Name in der Geschichte des Clavierspiels stets genannt werden wird, einen ersten Rang ein, und in fast allen großen Städten von Europa hat sein Talent Triumphe erlebt.

Am 25. d. Mts. gab I. Moscheles, unter Mitwirkung von Felix Mendelssohn-Bartholdy, in Frankfurt a. M. ein Konzert, und die Vereinigung zweier Namen von solchem Klange konnte ihre Anziehungskraft nicht verfehlen. Die gewöhnlich nur spärlich besetzten Räume des Saales waren überfüllt, und der Andrang der Hörer verbreitete sich bis in die Vorzimmer und auf die Korridore. Die Vorträge des Konzertgebers machten den Hauptinhalt dieser glänzenden Soirée aus. Seine gediegenen Compositionen, welche dem Charakter und der Eigen thümlichkeit des Instrumentes angemessen und von den Überbietungen der neuesten Schule frei sind, zeichnen sich durch eine besonnene, in allen Theilen wohl berechnete, feine und geschmackvolle Haltung, so wie durch gründlichen und regelrechten Satz aus, während sein Spiel, wenn auch nicht mehr im vollen Glanze seiner früheren Bravour und wohl etwas allzu abgemessen und nicht immer lebensvoll genug, den anerkannten Meister, der Solidität und Geschmack mit vollkommener Beherrschung der Technik zu vereinigen weiß, bekundet. Es wurde ihm, als dem Componisten und Virtuosen, als dem Künstler von Verdienst und Renommée, der lebhafteste und einstimmigste Beifall in reichem Maße gespendet. Den Glanzpunkt des Abends bildete der Vortrag des Concertante für zwei Pianofortes—beide waren vorzügliche Patentflügel von Streicher—„Hommage à Haendel,“ eine höchst interessante Composition, worin der Konzertgeber und Mendelssohn-Bartholdy in einem so seltenen künstlerischen Zusammenwirken die Hörer enthusiasmirten; besonders entfaltete der Letztere die volle Kraft und Energie seiner mit Recht bewunderten Genialität. Da der Zweck dieser Zeilen mehr ein Referat, als eine ausführliche Kritik der genannten Künstler und Kunstleistungen ist, so mögen diese Andeutungen hier genügen, indem sie die Erfolge als glänzende bezeichnen. Außerdem waren noch mitwirkend die HH. Guhr, Mohr, H. Wolff, Eliason, Bockmühl und Sachar, welche die Konzertpiecen trefflich begleiteten. Fräul. Graumann und Hr. Hecht sangen Arien und Lieder von Mozart, Schubert und Mendelssohn mit Beifall. Hr. Hecht, als Gesanglehrer vortheilhaft bekannt, und viel beschäftigt, verdient für seine freundliche Bereitwilligkeit, bei Konzerten mitzuwirken, um so mehr Dank, als die Mitglieder unserer Oper nur selten zu Gebote stehen. Er sang heute besonders schön, und ohne durch große Stimm-Mittel zu imponiren, wußte er einen geschmackvollen Vortrag und eine gute Gesangschule geltend zu machen, Vorzüge, welche zu Gunsten der Methode seines Unterrichts sprechen.

F. C. Bltt.

Berliner musikalische Zeitung (October 12, 1844): [4].

Frankfurt a/M. Unter Mendelsohns Mitwirkung gab Moscheles ein sehr glänzendes Concert.

Allgemeine Musikalische Zeitung (October 25, 1844): 724.

…hielten die Pianisten Moscheles, Mendelssohn, Döhler, Jacob Rosenhain, Evers, Leopold von Meyer, der Violoncellist Piatti und der Quadrupel-Hornist Vivier in den Salons einen wahren Congress; denn alle diese Pianisten und Fortisten befanden sich in der Thal wie verabredet hier inloco. Zu schildern, wie jeder Einzelne spielte, erlasse man mir, da der Wiederholungen kein Ende wäre. Kurz, sie begannen einen Wettkampf, worin jeder Letzte Sieger blieb. Moscheles gab, unter Mitwirkung Mendelssohn’s, Concert in Mühlen’s Sälchen

7 November 1832

Ignaz Moscheles’ Concert

 

Frankfurt: Schauspielhaus

Programme

Free Piano Fantasia, incl. the A minor mov. from
Beethoven’s Symphony No.7 and a Savoyard Air
Mr. Moscheles 
Piano Concerto No.5 in C majorMr. MoschelesMoscheles
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Programme Notes: The piano brand was Graff.

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Charlotte: Am 28. October Abends langten sie in Frankfurt an, wo sich neue Schwierigkeiten wegen eines rasch zu veranstaltenden Concerts fanden… Am 7. November ging endlich Moscheles’ Concert glücklich von statten; er hatte ihm mit Ungeduld entgegen gesehen, weil ein in London gut gestellter Künstler für Continentalunternehmungen gar zu grosse Geldopfer bringen muss, selbst wenn sie so vollkommen gelingen, wie die seinigen auf dieser Reise. [AML I, 255.]

Moscheles: Meine Kunstbrüder Schelble. Schnyder v. Wartensee, Rosenhain, Wolff, Guhr und Andere wussten mich aber zu bereden, bis zum 7. November zu warten, was ich ungern that. [AML I, 255.]

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Frankfurter journal (November 2, 1832): [6].

Mittwoch, den 7.Nov., wird, bei seiner Durchreise nach England, Hr. J. Moscheles, Professor an der kön. Academie der Musik in London, in hiesigen Schauspielhause

Eine großes Vocal-und Instrumental Conzert

(Abonnement suspendu)

Zu geben die Ehre haben, in welchem er seine neuesten Compsoitionen auf das Pianoforte vortragen wird.

In diesem Kunstgenuß lader Unterzeichnetter alle hiesigen und auswärtigen Kunstfreunde ergebenst ein.

E. Guhr, Kapellmeister.

Reviews

The Harmonicon, vol. 10 (November 1832): 281.

MR. MOSCHELES’ RECENT TOUR.

To the EDITOR of the HARMONICON.

SIR,                                                                                                                      Nov. 22, 1832.

HAVING been in communication with the Continent during the time Mr. Moscheles was making his tour, I am enabled to send you a sketch of his operations; and as all matters tending to advance the respectability of the art, and give éclat to its professors, ever find a worthy place in your publication, I am inclined to hope that this may contribute in aid of your known views.

…On the 7th of November he gave his fourth concert in the Theatre at Frankfort, under the conduct of Chapel master Guhr, well known as the first developer of the secrets of Paganini’s performances on the violin. On this occasion Mr. M. played his new concerto with the greatest success. His extemporaneous performance on the celebrated movement in A minor in Beethoven’s symphony in A, together with a Savoyard air, elicited reiterated applause.

I am, Sir, yours, &c.

C. F. W.

Allgemeine musikalische Zeitung (December 26, 1832): 865-866.

Ausserdem gab auch uns Hr. Ignaz Moscheles auf seiner raschen Durchreise ein sehr erwünschtes, zahlreich besuchtes Concert im Schauspielhause. Man erfreute sich an seinen Compositionen, bewunderte sein Meisterspiel und ward besonders von seiner freyen Phantasie entzückt. Allgemein bedauerte man, dass er zu seinem Concerte einen Flügel von Conrad Graff wählte: denn das Instrument hatte namentlich im Basse keinen Ton und keine Kraft, welcher Umstand nothwendig der vollen schönen Wirkung seines Spiels auf Unkosten des verdienten Beyfalls vielen Eintrag that

13 September 1823

Ignaz Moscheles’ Concert

 

Frankfurt: Saale des rothen Hauses

Time: Evening

Tickets: 1 Florin 36 [shillings]

Programme

Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
From La clemenza di Tito: AriaMiss RothhammerMozart
From Le nozze di Figaro: DuetMiss Heinefeder, Miss HeinedeferMozart
Principal Vocalists: Miss Rothhammer, Miss Heinefeder, Miss Heinedefer    
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Charlotte: At the beginning of September Moscheles returned to Germany. At first we find him in Frankfurt, from whence he hurries off to Hofrath André, in Offenbach, in order to revel in Mozart manuscripts’. [RMM, 55.]

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Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung (September 9, 1823): [3].

Frankfurt, vom 8. September.

Herr Moscheles, bekannt als einer der größten Klavierspieler unserer Zeit, befindet sich bei uns, und wird die Freunde der Tonkunst im Laufe dieser Woche mit einem Konzert erfreuen.

Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung (September 10, 1823): [3].

Konzertanzeige.

Mit Hoch-Obrigkeitlicher Bewilligung wird J. Moscheles auf seiner Durchreise von London die Ehre haben, künftigen Sonnabend den 13. September 1823 ein Konzert im Saale des rothen Hauses zu geben. Billets a 1 fl. 36 sind zu haben in der Musikalien-handlung des Hrn. Gayl.

Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung (September 11, 1823): [4].

 [Same as issued in Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung on 10 September]

Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung (September 12, 1823) : [3].

[Same as issued in Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung on 10 September]

Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt (September 18, 1823): 448.

Hr. Moscheles, einer der berühmtesten Fortepianospieler unserer Zeit, ist in Frankfurt angekommen und wird dort Concerte geben.

Allgemeine musikalische Zeitung (October 1, 1823): 657.

Von hier [Aachen] wird er [Moscheles] über Frankfurt a. M. gehen, wo man ihn bereits erwartet, und dann seine Reise nach Wien fortsetzen.

Review

Allgemeine musikalische Zeitung (October 1, 1823): 705-706.

Frankfurt am Main. Im October. Wenn der vorübergegangene Sommer arm war an Gaben der Tonkunst, so scheint der beginnende Herbst bereits in günstigen Vorbedeutungen einen um so reichhaltigem Winter zu verkünden. Zu diesen günstigen Vorbedeutungen rechnen wir den Besuch einiger auserwählten Meister der Kunst und die Aufführung zweyer hier noch neuen Singspiele. Der treffliche Moscheles war es, welcher, aus dem Ruhm und Gold spendenden Auslande zurückkehrend, uns zuerst mit einem Concerte erfreute. Was lässt sich noch Viel über das herrliche Spiel dieses allgemein bekannten und anerkannten Virtuoso sagen? Da ist die höchste Fertigkeit mit der anmuthigsten Eleganz in einem so reinen Einklänge, da giebt sich ein tiefes Gefühl so willig selbst den zartesten Anregungen der Tondichtung hin, da tritt auch, wie es erheischt wird, des Vortrags Pracht und grandioses Walten so mächtig hervor, dass wir Alles finden, was das Gemüth ersehnt, und nichts vermissen, was der Verstand fodert. Begegnen wir noch überdem in den freien Phantasieen des Meisters dem schöpferisch wirkenden Genius, den der Wille des Augenblicks hervorruft, so müssen wir auch zugleich den begeisterten Improvisatore, dem in der Begeisterung die ordnenden Fäden des Ganzen nicht entschlüpfen, bewundern.—In dem Concerte des Herrn Moscheles sang Dem. Rothhammer eine Arie aus Titus. Wir bemerken ihr, dass ein zerrissener, schroffer Vortrag weder in dem sogenannten grossen Style ist, noch überhaupt den Foderungen einer guten Methode entspricht. Recht lieblich sangen die Schwestern Desmoiselles Heinefeder, mit ihren reinen und wohl klingenden Stimmen, ein Duett aus Mozart’s Figaro.—

3 October 1820

Ignaz Moscheles’ Concert

 

Frankfurt: Saale des rothen Hauses

Time: Evening, Eight o’Clock

Programme

Double Piano ConcertoMessrs. Moscheles Schmitt 
Principal Instrumentalists: Messrs. Moscheles, Schmitt

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Charlotte: Es folgen als weitere Concertstationen Aachen, Frankfurt, Mainz und Coblenz.[AML I, 38.]

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Stadt-Aachener Zeitung (September 15, 1820): 3.

So eben vernehmen en wir, daß Hr. Moscheles diesen Morgen nach Frankfurt abgereist ist, uns aber die Hoffnung gelassen, in einem monate zurück zu seyn, um ein zweites Konzert zu geben.

Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung (September 26, 1820): [3].

Ignaz Moscheles, Klavierspieler und Komponist aus Wien, hat die Ehre dem kunstliebenden Publikum anzuzeigen, daß er künftigen Samstag, den 30. September 1820 eine musikalische Abendunterhaltung im Saale des rothen Hauses geben wird. Das Nähere wird der Anschlagzettel anzeigen.

Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung (September 28, 1820): [4].

Unterzeichneter hat die Ehre das Kunstliebende Publikum zu benachrichtigen, das die von ihm angekündigte musikalische Abendunterhaltung wegen eingetretener Hindernisse, erst Dienstag den 3. Oktober 1820 im Saale des rothen Hauses statt finden kann. Ignaz Moscheles,

Klavierspieler und Komponist aus Wien. 

Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung (October 3, 1820): [3].

Konzertanzeige.

Unterzeichneter hat die Ehre dem kunstliebenden Publikum anzuzeigen, daß er heute, Dienstag den 3ten Oktober 1820, eine große musikalische Akademie, im Saale des rothen Hauses zu geben die Ehre haben wird.

Der Anfang ist um 8 Uhr.

Ignaz Moscheles,

Klavierspieler und Kompositeur aus Wien.

Review

Morgenblatt für gebildete Stände (November 24, 1820): 1132.

[Korrespondenz aus Frankfurt, 3. November] …Auch des berühmten Moscheles aus Wien hatten wir uns zu erfreuen. Gleich rauschender Beyfall, als ein früheres Mal, und wie er hier selten gegeben wird, wurde ihm gezollt. In einem Doppel-Conzert, daß er mit unserem Aloys Schmits spielte, war es so erfreulich als anziehend, zu beachten, wie diese großen Künstler, von verschiedenen Wegen her, am Ziele der Meisterschaft zusammentrafen.                           

D. B.

18 April 1820

Ignaz Moscheles’ Second Concert

 

Frankfurt: Saale des rothen Hauses

Time: Evening, Eight o’Clock

Tickets: 1 Florin 36 [shillings]

Programme

Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
Overture of the ballet Die Portraits Moscheles
Piano Rondo Brilliant in D major [Op.14]Mr. MoschelesMoscheles
AriaMme DöllePortogul
Piano Variations on an Austrian National Melody [Op.42]Mr. MoschelesMoscheles
Principal Vocalists: Mme Dölle
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung (April 16, 1820).

Mit Hochobrigkeitlicher Bewilligung wird der Unterzeichnete, dem Wunsche mehrerer Kunstfreunde zu entsprechen, künftigen Dienstag, den 18. April, noch ein Konzert im Saale des rothen Hauses zu geben die Ehre haben. Billets zu 1 fl. 36. Fr. sind zu haben in der Musikalien-Handlung des Hrn. Gayl und in der Wohnung des Konzertgebers im Gasthof zum römischen Kaiser. Frankfurt, den 15. April 1820.

Ignaz Moscheles,

Klavierspieler und Kompositeur aus Wien

Reviews

Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt (May 25, 1820): 250.

Am 18. gab Hr. Moscheles ein zweytes Concert. Da das Orchester-Personale das Theater erst um halb neun Uhr verlassen konnte, das Concert aber um acht Uhr seinen Anfang nahm, so begann Hr. Mocheles, unsern sehnlichsten Wunsch erfüllend, mit einer freyen Phantasie, führte mit vieler Umsicht und Besonnenheit ein von Hrn. A. André aufgegebenes kurzes Thema im strengen Style durch, theilte auch dem Gefühle und der phantasie manche Gabe durch eingeflochtene freyere Perioden mit und befriedigte die Zuhörer vollkommen, da er noch durch keine vorherrschende Production ermüdet war. Rauschender Beyfall war sein Lohn. Hierauf folgte die liebliche, brav gearbeitete Ouverture aus dem Ballete: Die Portraits, von Hrn. Moscheles Composition; sie wurde gut gegeben und lebhaft beklatscht. Darauf spielte Hr. Moscheles ein von ihm verfaßtes Rondò brillant in D dur, was durch Lieblichkeit und glänzende Passagen allgesmein ansprach. Unsere Mad. Dölle sang eine Arie von Portogallo, welche gerechten Beyfall erhielt. Zum Schlusse spielte der Concertgeber Variationen in G dur über eine beliebte Volksmelodie, welche die Aufmerksamkeit sehr spannten und einen sehr vortheilhaften Eindruck machten. Dieses zweyte Concert war Ungewöhnlich zahlreich besucht und der Wunsch nach einem dritten sprach sich laut aus. Der treffliche Künstler, der bereits nach Amsterdam abgereist ist, versprach unser Verlangen bey seiner Rückreise zu erfüllen. Möge er Wort halten!

Allgemeine musikalische Zeitung (June 21, 1820): 431-432.

….Von diesem wackern Künstler wende ich mich zu einem andern, nicht minder ausgezeichneten, ja, was die Behandlung seines Instruments betrifft, einem wahren Heros.—Ich meine Hrn. Moscheles Clavierspieler und Compositeur aus Wien, der in zwey Concerten den grossen Ruf, der ihm vorangieng, weit über alle Erwartung befriedigte. Der Raum dieses Berichts, wollte ich nicht allein von ihm reden, erlaubt es nicht, in alle Einzelnheiten ein zugehen, welche Herrn M. zu einem der grössten jetzt lebenden Künstler auszeichnen. So vielsey gesagt, dass seine Virtuosität bey Kennern und Nichtkennern einen seltenen Eindruck hervorbrachte. Göthe’s Grundsatz, dass der Dichter besonnen seyn müsse, auch wenn er ein leidenschaftliches Werk erzeuge, und der Künstler sein kaltes Blut bewahre, um stärker auf die Einbildungskraft der Zuhörer zu wirken, scheint Herr. M. besonders beherzigt zu haben. In seinem Vortrage—glaubt man ihn auch vergessen in der Flut der Empfindungen—herrscht eine Besonnenheit, die grosse Selbstbeherrschung voraussetzt, und dieses kann auch von seinen Tondichtungen gelten. Zwey allerliebste Ouverturen und ein Concert beurkundeten sein schönes Talent für Composition; und wenn seine freye Phantasie nicht in allen Theilen genügte, so mag man dieses der Anstrengung des Tages, denn Bestreben populär zu seyn, oder wohl gär dem Umstande zuschreiben, dass der Genius eines ächten Künstlers nicht so frey walten kann, wenn äussere Bedingung auf ihn wirkt: in Beziehung hierauf bemerke ich, dass Herr M. im Privat-Zirkel, und zwar ohne aufgefordert zu seyn, solchergestalt phantasirte, dass die strengsten Kritiker davon überrascht und entzückt waren.—Auch Herrn Moscheles bezeichnet hohe Bescheidenheit und humanes Betragen, und so wird er überall um so willkommener seyn, wo man über den Künstler den Menschen nicht vergessen mag.

Journal géneral des Pays-Bas (September 16, 1820): 4.

Bruxelles, 15 septembre.

…La Gazette d’Amsterdam contient dans au assez long article l’éloge d’un jeune artiste, qui vient de quitter la capitale, après y avoir residé pendant plusieurs mois, et s’y être fait entendre avec le plus grand succès. C’est M. Ignace Moscheles, de Prague, artiste du plus grand mérite sur le piano, et qui est également très-bon compositeur : ses talens sont accompagnés d’une grande modestie. Il y a quelques jours, nous avons en occasion de les admirer pendant le passage de M. Moscheles par cette ville pour Francfort.

12 April 1820

Ignaz Moscheles’ First Concert

 

Frankfurt: [Saale des rothen Hauses]

Programme

Overture in C major Moscheles
Piano Concerto No.2 in E flat majorMr. MoschelesMoscheles
Grand Piano Variations on a Military March
with Orch. Accomp. (Alexander Variations)
Mr. MoschelesMoscheles
Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
*AriaMr. PillwissCannabich
Principal Vocalists: Mr. Pillwiss
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Reviews

Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt (May 25, 1820): 250.

Frankfurt am Mayn. April 1820. Moscheles ist hier und hat am 12. d. sein erstes Concert gegeben. Der große Ruf, welcher ihm als einem der ersten Clavierspieler Wiens vorangegangen, berechtigte zu den größten Erwartungen. Nachdem man ihn nun gehört, müssen wir bekennen, daß er diese Erwartungen vollkommen gerechtfertigt und sogar übertroffen hat. In der That, man weiß nicht, was man mehr bewundern soll: Die Zartheit in seinen Verbindungen, die Nettigkeit seiner Passagen, oder den Schwung und das Großartige seines Styls; kurz alles zusammen genommen, muß man ihn unbedingt als einen der ersten jetzt lebenden Clavierspieler anerkennen.—Hr. Moscheles entfaltete ferner ein herrliches Talent für Composition und eine Meisterschaft in der Setzkunst, wie sie von einem Schüler Albrechtsbergers nur immer zu erwarten ist.

Alle Stücke, mit Ausnahme einer Baß-Arie waren von der Composition des Herrn Moscheles.

Eine Ouverture in C dur eröffnete den Abend auf eine würdige Weise.—Hier, wie in fast allen Werken dieses Meisters, spricht sich ein verständiges Walten und eine besonnene Gediegenheit aus; alles ist praktisch und greift in einander, wie es die Natur der gattungslosen Concert-Ouverture erfordert.

Vorzüglich gefiel uns das hierauf folgende Concert in Es dur und ganz besonders dessen erster Satz.

Ein Faden durchziehet dieses schöne Werk, sein Wesen ist Klarheit. Die Soli sind brillant und sehr schwierig, erscheinen aber unter den Händen des Hrn. Moscheles als ein leichtes Spiel, und eben dieses ist die Bürgschaft des hohen Meisterthums.

Ohne den Soli’s Eintrag zu thun, allein völlig mit ihnen verwebt und in ein Ganzes gestaltet, verdienen die effektvollen Ritornelle, die Behandlung der Blasinstrumente und die gut erfunedenen Motive großes Lob.

In den hierauf folgenden Variationen über den Alexandermarsch setzte Hr. Moscheles durch ein vollendetes Bravourspiel alle Anwesenden in Erstaunen.

Nach solchen körperlichen und geistigen Anstrengungen, war es wohl nicht zu erwarten, in der freyen Phantasie, allen Anforderungen genügt zu sehen; Referent hat indessen Hrn. Moscheles im Privatzirkel phantasiren gehört, und muß bekennen, daß auch hier seine Leistungen im vollkommenen Einklang mit allen übrigen vollendeten Eigenschaften seines herrlichen Talents stehen.

Einstimmiger, enthusiastischer Beyfall lohnte den wackern Künstler. Nochmahls empfange er hier unsern Dank für den schönell Abend!

Durch den Vortrag der Arie von Canabich trug Hr. Pillwiß nicht wenig bey zum vollkommenen Kunstgenuß. Daß dieser vortreffliche Sänger auf längere Zeit unserer Bühne angehören wird, ist ein wahrhaft nicht genug zu würdigender Gewinn.

Allgemeine musikalische Zeitung (June 21, 1820): 431-432.

….Von diesem wackern Künstler wende ich mich zu einem andern, nicht minder ausgezeichneten, ja, was die Behandlung seines Instruments betrifft, einem wahren Heros.—Ich meine Hrn. Moscheles Clavierspieler und Compositeur aus Wien, der in zwey Concerten den grossen Ruf, der ihm vorangieng, weit über alle Erwartung befriedigte. Der Raum dieses Berichts, wollte ich nicht allein von ihm reden, erlaubt es nicht, in alle Einzelnheiten ein zugehen, welche Herrn M. zu einem der grössten jetzt lebenden Künstler auszeichnen. So vielsey gesagt, dass seine Virtuosität bey Kennern und Nichtkennern einen seltenen Eindruck hervorbrachte. Göthe’s Grundsatz, dass der Dichter besonnen seyn müsse, auch wenn er ein leidenschaftliches Werk erzeuge, und der Künstler sein kaltes Blut bewahre, um stärker auf die Einbildungskraft der Zuhörer zu wirken, scheint Herr. M. besonders beherzigt zu haben. In seinem Vortrage—glaubt man ihn auch vergessen in der Flut der Empfindungen—herrscht eine Besonnenheit, die grosse Selbstbeherrschung voraussetzt, und dieses kann auch von seinen Tondichtungen gelten. Zwey allerliebste Ouverturen und ein Concert beurkundeten sein schönes Talent für Composition; und wenn seine freye Phantasie nicht in allen Theilen genügte, so mag man dieses der Anstrengung des Tages, denn Bestreben populär zu seyn, oder wohl gär dem Umstande zuschreiben, dass der Genius eines ächten Künstlers nicht so frey walten kann, wenn äussere Bedingung auf ihn wirkt: in Beziehung hierauf bemerke ich, dass Herr M. im Privat-Zirkel, und zwar ohne aufgefordert zu seyn, solchergestalt phantasirte, dass die strengsten Kritiker davon überrascht und entzückt waren.—Auch Herrn Moscheles bezeichnet hohe Bescheidenheit und humanes Betragen, und so wird er überall um so willkommener seyn, wo man über den Künstler den Menschen nicht vergessen mag.

Journal géneral des Pays-Bas (September 16, 1820): 4.

Bruxelles, 15 septembre. …La Gazette d’Amsterdam contient dans au assez long article l’éloge d’un jeune artiste, qui vient de quitter la capitale, après y avoir residé pendant plusieurs mois, et s’y être fait entendre avec le plus grand succès. C’est M. Ignace Moscheles, de Prague, artiste du plus grand mérite sur le piano, et qui est également très-bon compositeur: ses talens sont accompagnés d’une grande modestie. Il y a quelques jours, nous avons en occasion de les admirer pendant le passage de M. Moscheles par cette ville pour Francfort