n.d. October 1844

[Soiree]

Karlsruhe

Programme

Piano PieceMiss Emily Moscheles
Piano PieceMr. Moscheles
Arrangement of St. Paul for piano four-handsGrand Duchess a Wasa, [?]
Principal Instrumentalists: Miss Emily Moscheles, Mr. Moscheles

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Charlotte: …dann nach Heidelberg, dessen Schönheiten die Eltern mit der Tochter durchliefen, nach Carlsruhe, wo sich die alten Freunde Haizingers zu ihnen gesellten, und die Grossherzogin (eine Wasa), höchst liebenswürdig war. „Sie empfing meine Frau und Tochter mit Küssen“, sagt das Tagebuch, „ich musste ihr viel vorspielen, E. auch und zuletzt spielte sie selbst mit dieser aus dem vierhändigen Arrangement des Paulus.“. [AML II, 119.]

[15] October 1844

Ignaz Moscheles’ Concert

Karlsruhe: Theatre

Programme

Part I  
Overture  
Piano Concerto No.3 in G minorMr. MoschelesMoscheles
From Linda di Chamounix: DuetMiss Zerr, Mr. HaizingerDonizetti
Suite of Etudes (old and new, ending with a tarantella)Mr. MoschelesMoscheles
Part II  
Piano Fantasia, The Recollections of Ireland,
with Orchestral Accompaniments
Mr. MoschelesMoscheles
Song, ‘Adelaide’Mr. Haizinger; Piano Accomp.: Mr. MoschelesBeethoven
Poem, ‘Die Weine und der Bachus’Mme HaizingerKobbe
Wanderlied (An Sie)Mr. Oberhoffer; Piano and Violoncello Accomp.: Messrs. Baldenecker and EichhornProch
Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
Principal Vocalists: Miss Zerr, Mme Haizinger; Messrs. Eichhorn Haizinger, Oberhoffer  
Principal Instrumentalists: Messrs. Eichhorn, Baldenecker, Moscheles

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Charlotte: Moscheles giebt ein Concert im Theater, „der höchst interessante Schriftsteller Auerbach“ wird in einem befreundeten Hause angetroffen, wo er „das Habermus“ und andere edichte in alemannischer Mundart vorliest. [AML II, 119.]

Reviews

Allgemeine Wiener Musik-Zeitung (October 24, 1844): 512.

(Karlsruhe den 15. Oktober 1844.) In diesen Tagen hörten wir hier zwei musikalische Berühmtheiten von wesentlich verschiedener Farbe zwar, doch beide bei ihrem Wiedererscheinen nach einer Reihe von Jahren, das Interesse der Musikfreunde in hohem Grade erregend.

Der zweite, Ignaz Moscheles, gab ein eigenes und—was bei diesem berühmten Namem vorauszusehen gewesen—besuchtes Konzert, dessen Bestandtheile wir hier folgen lassen.

Erste Abtheilung. 1. Ouverture. 2. Konzert (G-moll) für das Pianoforte, componirt und vorgetragen von J. Moscheles. 3. Duett aus ,,Linda von Chamounir“ von Donizetti, gesungen von Frl. Zerr und Hrn. Haizinger. 4. Suite von Etuden (ältere und neuere im Manuscript) mit einer Tarantella schließend, componirt und vorgetragen von J. Moscheles.

Zweite Abtheilung. 5. Erinnerungen an Irland, große Fantasie für das Pianoforte, componirt und vorgetragen von J. Moscheles. 6: Adelaide, Cantate von Beethoven, gesungen von Hrn. Haizinger und begleitet von dem Konzertgeber. 7. Die Weine und der Bachus, Gedicht in pfälzischer Mundart von T. v. Kobbe (auf mehrfaches Verlangen), gesprochen von Madame Haizinger.  8. Wanderlied, „An Sie“ von M. G. Saphir, componirt von H. Proch, gesungen von Hrn. Oberhoffer, begleitet am Pianoforte von Hrn. Musikdirektor Baldenecker, und mit dem Violoncell von Hrn. Hofmusikus Eichhorn. 9. Improvisation am Pianoforte von J. Moscheles.

Moscheles, wenn gleich schon lange berühmt, ist noch in voller jugendlicher Kraft. Er enthusiasmirte das Publikum, welches ihn gerne noch öfters gehört haben würde, hätte er nicht so geeilt seine Reise fort zusetzen. Es war wohlthuend, dieses echte, dem Charakter des Instrumentes angemessene Spiel, diese glänzende, aber nicht betäubende Virtuosität; diese classischen, so herrlich instrumentirten Compositionen zu vernehmen. Niemand dachte (wie sehr dieß auch sonst an der Tagesordnung) an ein Vergleichen bei dem Unvergleichlichen! Das waren nicht nur Töne und Figuren, die wir hörten, ,,es war Musik!“ Auch die übrigen Bestandtheile des Konzertes (in Wahl und Ausführung geeignet anzusprechen) erhöhten den Genuß des Abends; der lange noch in freundlicher Erinnerung bleiben wird. Unser Haizinger bewährt immer noch den alten Ruhm. In dem Duett mit unserer trefflichen Zerr, so wie in Beethovens Adelaide (die bei solchem Accompagnement erst recht in ihrer wahren Schönheit erkannt werden konnte) fühlten wir auf’s Neue, was wir an diesem ausgezeichneten Künstler besitzen, was wir einst—möge es recht spät geschehen—an ihm verlieren werden! Seine Gattin, stets bereit den Fremden zu unterstützen und das Publikum zu erfreuen, war unnachahmlich in der Pfälzer Mundart. Hr. Oberhoffer hat mit dem Liede von Proch ungemein angesprochen; die Cello partie wurde von Hrn. Eichhorn trefflich exekutirt. Moscheles spielte auf einem Wiener Instrumente von Rausch, dessen Tonselbst in dem großen Locale schön ausgegeben.                                                      * * *

The Morning Chronicle (November 7, 1844): 2.

Our adopted countryman, Mr. MOSCHELES (for so we may well call him, from his long residence in England, and the interest he has always taken in everything relating to English music), is now on a tour in Germany; and, from every account we have seen, it is evident that his reception is a triumph, in his person, of the solid, the elevated, and the classical, in composition and performance, over the showy inanities of the day. He has given concerts at Aix-la-Chapelle, Frankfort, Darmstadt and Carlsruhe, at which he performed not only his own concertos, studies, &c. but (at every one of them) the finest solo sonatas of BEETHOVEN, and his appearance has been hailed by the German public as a new era in the art of piano forte playing. Such accounts as these, we need hardly say, give us the greatest satisfaction; indicating, as they do, “the beginning of the end” of a state of things which we have never ceased to regret.