7 January 1845

Ignaz Moscheles’ Concert

Dresden: Hall of Hotel de Saxe

 

Programme

Etudes: Kindermärchen, [?], [?]Mr. MoschelesMoscheles
Free Piano Fantasia, incl. themes
from Weber’s Der Freischütz
  
From La clemenza di Tito: AriaMme Schröder-DevrientMozart
LiedMme Schröder-DevrientCurschmann
LiedMme Schröder-DevrientSchubert
Piano Concerto No.3 in G minorMr. MoschelesMoscheles
Piano Fantasia, The Recollections of Ireland, with Orchestral AccompanimentsMr. MoschelesMoscheles
Triple Concerto in D minor for Pianos
(BWV 1063)
Mrs. Schumann, Messrs. Hiller, MoschelesBach
Principal Vocalists: Mme Schröder-Devrient  
Principal Instrumentalists: Mrs. Schumann, Messrs. Hiller, Moscheles

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Programme Notes: Ferdinand Hiller improvised a cadenza at the end of the first movement.


Charlotte: In Dresden findet Moscheles viele concertgebende Künstler, wie Döhler, Piatti, Mortier de Fontaine u. A., kündigt daher das seinige für den 7. Januar an und geht nach Leipzig, wo er am 1. Januar im Gewandhaus-Concert spielen soll. [AML II, 128.]

Moscheles [letter to Charlotte on 6 January]: Lipinsky und Reissiger „steckten“ es mir noch zur rechten Zeit, dass sich einige Kapellisten wegen Mangels an persönlicher Einladung zu meinem Concert beleidigt fühlten und schnell machte ich es gut. [AML II, 133.]

Moscheles [letter to Charlotte on 7 January at 11pm]: Mein heutiges Concert fiel über alle Maassen brillant aus; der schöne Saal des Hotel de Saxe bervoll, der Hof in einer Loge, Alles was ich spielte, mit Enthusiasmus von Publicum und Kapelle applaudirt, ich jedesmal hervorgerufen (gleichbedeutend mit sechs Mal in Wien). Ich spielte heute mein G-moll-Concert mit doppelter Leidenschaft, das Kindermärchen wurde stürmisch wiederverlangt. Ich improvisirte (dem Ort angemessen) über Tenorarie und Lach-Chor aus dem Freischütz und man sagt, es sei mir Alles besonders gut gelungen. Die Kapellisten umringten und ertränkten mich in Lob. Viel Aufsehn erregte das Bach’sche Triple-Concert, dessen Cadenz sich vortrefflich steigerte. Mme. Schumann spielte die von mir componirte, darauf improvisirte Riller die seinige ausgezeichnet schön, und ich führte auch improvisirend den Schluss herbei, der effectvoll wurde. Die Schröder sang auch ganz begeistert, so dass man mir allgemein sagt, es sei eins der schönsten Concerte in Wahl und Ausführung gewesen. [AML II, 133-134.]

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The Musical World, a Weekly Record of Musical Science, Literature, and Intelligence, vol. XX (1845): 30.

VIENNA, (From our own Correspondent) Dec. 26, 1844…Moscheles will give a concert at Dresden, in a few days, and will most probably be in London at the latter end of January.

…Your’s S.

Reviews

Neue Zeitschrift für Musik (January 15, 1845): 23-24.

Aus Dresden,

 den 3tena Januar t845.

 …Dienstag den 7ten Concert von Moscheles.

Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung (January 17, 1842): 108.

Dresden, 8.Januar. Das gestern vom berühmten Moscheles im schönen Saale des Hôtel de Sare gegebene große Concert erfreute sich der lebendigsten Theilnahme des zahlreich versammelten Publicums. Wie konnte es auch anders seyn? Hörte man doch, wir wollen es nur aussprechen, endlich einmahl, wieder gute Cläviermusik und—gut Clavier spielen. Es war ein köstlicher Genuß. Die Auswahl der vorgetragenen Stücke war vortrefflich. Des Concertgebers G-moll-Concert, seine Souvenirs d’Irlande, so wie seine kleinen Genrebilder (von denen eins so reitzend war, daß die Wiederhohlung stürmisch verlangt wurde) bothen die herrlichsten Genüsse dar. Auch seine freye Phantasie über Freyschütz-Themen war sehr lobenswerth. Dazu kam noch eine sehr anziehende Seltenheit; denn Frau Dr. Schumann (Wieck) trug in Verbindung mit Herrn F. Hiller und dem Concertgeber, Seb. Bach’s Concert für 3 Pianofortes, wirksam instrumentirt von Moscheles, vor. Das Original ist bekanntlich nur mit Saitenquartett-Begleitung geschrieben. Die drey Virtuosen verdienen unsern Dank für diese meisterhafte Leistung. Frau Schroder-Devrient sang eine Arie aus Titus und zwey Lieder hinreißend schön. Die Capelle accompagnirte ausgezeichnet. Kurz, das ganze Concert war ein des Nahmens Moscheles würdiges, und es gebührt ihm so wie den gefälligst mitwirkenden  Künstlern unser wärmster Dank. (Leipz. Ztg.)

Der Wanderer im Gebiete der Kunst und Wissenschaft, Industrie und Gewerbe, Theater und Geselligkeit (January 18, 1845): 64.

(Dresden) Gleichzeitig befinden sich hier die Künstler Moscheles, Ernst, Döhler und Piatti. Ist es da ein Wunder, wenn’s mit den Concerten nicht bei Jedem gehen will

Wiener allgemeine Musik Zeitung (February 13, 1845): 76.

(In Dresden gibt es volle Konzert.) Döhler, Moscheles, Mortier de Fontaine haben es erfahren, Ernst welcher zwei Konzerte dort schon veranstaltet hat, und noch zwei Quartett-Soiréen im Vereine mit Franz Schubert beabsichtiget, erfährt es eben, und Prume will es erst erfahren.

Neue Zeitschrift für Musik (September 16, 1845): 92.

Aus Dresden. (Schluß.) Unter den Concerten, welche im Laufe dieses halben Jahres stattfanden, ist das von Hrn. Moscheles veranstaltete wohl eines der interessantesten zu nennen. Hier zuerst hörten wir seit langer Zeit wieder Compositionen, denen wirklicher Kunstwerth innewohnt und die nicht blos darauf berechnet sind, die Technik der Concertgeber glänzen zu lassen. Außer zwei älteren Com positionen brachte der würdige Meister drei Etuden, von denen „das Kindermährchen“, hauptsächlich durch den höchst eigenthümlichen Vortrag, hier wie überall den meisten Beifall fand; eine freie Phantasie über Themen aus dem Freischütz, und S. Bach’s Concert für drei Claviere zu Gehör. Mad. Schröder-Devrient, so wie Fr. Dr. Schumann und Hr. Hiller trugen durch ihre Mitwirkung wesentlich zu der angenehmen Stimmung bei, in welcher das höchst zahlreiche Publicum den Saal verließ.

Signale für die musikalische Welt (1845): 19.  

Professor Moscheles aus London hat in Dresden ein sehr besuchtes Concert gegeben und ist, nachdem er zuvor noch Leipzig und Berlin besucht hat, nach Hamburg abgereist. Er spielte in Dresden unter andern auch das Concert für drei Pianoforte von Bach mit Frau Clara Schumann – Wieck und Herrn Ferd. Hiller.

Signale für die musikalische Welt (1845): 34.  

Meister Moscheles. Es wurde Musik gemacht—das that dem ganzen Publikum wohl nach Jahre lang dauernden Klavierplunderwesen. Er spielte sein feierliches G moll-Concert mit der Kapelle. Wenn auch der berühmte Meister nicht immer frühere jugendliche Schwungkraft zeigte, so war es einem doch sehr wohl ums Herz, denn er spielte rein, verständlich, musikalisch, seiner unvergeßlichen Composition würdig. Unmittelbar darauf eben so die schön componirte irländische Fantasie— nur war das zu viel Claviermusik hintereinander. Nun sang die Schröder-Devrient zwei Lieder von Schubert und Curschmann. Hört, ihr jungen Sängerinnen! Sie sang mit züchtig geöffnetem Munde und mit den dunkeln Vocalen—ach! und mit dem zauberischen Schmelz, so wohl, so rein, so weich, so sinnig und sinnend, klang- und freudevoll—sie mußte wiederholen. Da steht die einzige Frau mit ihrer alten vergessenen Bernachi’schen Methode und—entzückt noch Alles. Ja, sie singt noch immer—und ihr habt Euch schon nach zwei Jahren fix und fertig geschrieen ohne Schmelz und ohne Zauber?—Moscheles spielte hierauf drei seiner Etuden, „Serenade,“ „Terpsichore“ und das schöne ,,Kindermährchen,“ letzteres namentlich mit der zerrissenen Weltschmerz Empfindung—eines solchen Meisters unwürdig und mir unerklärlich. Zum Schluß Bach’s Dmoll-Concert für drei Claviere—Clara Wieck-Schumann, F. Hiller und Moscheles.—Warum da die Ausführung noch loben?  —Daß Moscheles statt der Original-Quartettbegleitung ganzes Orchester hinzugefügt, möchte man wohl schwerlich gutheißen, wenigstens wurden die Solospieler oft gedeckt und dadurch mitunter veranlaßt, ihre Instrumente zu übernehmen. F. Hiller improvisirte zum Schluß des ersten Satzes eine vortreffliche Cadenz—dem Moscheles wollte sie nicht so gelingen.

5 January 1845

Matinee by Ferdinand Hiller

Dresden: Ferdinand Hiller’s Residence

 

Programme

Grande Sonate in E Flat Major for Piano Four-Hands (Op.47)Messrs. Hiller, Moscheles 
Piano MusicMr. Moscheles 
Principal Instrumentalists: Messrs. Hiller, Moscheles

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Moscheles [letter to Charlotte on 3 January]: Am 5. Januar…Hiller gab mir eine grosse Matinee, bei der alle Künstler und Kunstliebhaber zugegen waren; wir spielten meine Es-dur-Sonate, ich allein viele Stücke, Alles enthusiastisch aufgenommen. [AML II, 133.]

9 November 1826

Ignaz Moscheles’ Concert

Dresden: Hôtel de Pologne

Time: Evening

 

Programme

From Zelmira: Final SceneMiss PalazzesiRossini
Piano Concerto No.5 in C major: I. Allegro moderatoMr. MoschelesMoscheles
Piano Fantasia, The Recollections of Ireland,
with Orchestral Accompaniments  
Mr. MoschelesMoscheles
Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
Principal Vocalists: Miss Palazzesi
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Moscheles: Am 9. November Concerttag. Ich wurde noch vor dem Anfang des Concerts um vier Uhr zur Prinzess Louise gerufen…Endlich (gegen sechs Uhr) eilte ich in das Concert, das mir gut gelangen. [AML I, 130.]

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Abend Zeitung (November 8, 1826): 1068.

Moscheles wird Donnerstags am 9. November d. J. ein Concert im Saale des Hotel de Pologne geben! Gewiß bedarf es keines weitern Zufaßes, um dem Publiks einen ausgezeichneten Genuß zu versprechen.                                                                                                              Th. Hell.

Reviews

Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (January 6, 1827): 10.

Über Moscheles Kunstreise.

Der ruhmbekränzte Musikheros J. Moscheles hatte während seinem letzten Aufenthalte in Wien im k. k. Hoftheater nächst dem Kärnthnerthore mehrere glänzende Concerte abgehalten, welche sämmtlich mit allgemeinem Enthusiasmus aufgenommen, und auch bereits in dieser Zeitschrift mit verdienter Auszeichnung besprochen wurden. Da der geschätzte Virtuos abermahls eine Kunstreise nach Norddeutschland angetreten hat, so halten wir uns verpflichtet, die Glanzmomente derselben seinen zahlreichen Freunden und Verehrern in gedrängten Umrissen zur Anschauung zu bringen. Moscheles besuchte zuerst seine Vaterstadt Prag und verschaffte sich durch sein vollendetes Spiel in zwey Concerten neue Beweise von der Gunst und Liebe des Publikums. In Dresden wurde dem gefeyerten Tonkünstler die ehrenvollste Aufnahme zu Theil. Er bewährte in einem brillanten Concerte abermahls seine Meisterschaft im Reiche der Töne, und genoß die hohe Auszeichnung, vor dem höchsten Hofe selbst eine Probe seiner Virtuosität ablegen zu dürfen. Er empfing von der durchl. Prinzessinn Louise v. Lucca, Gemahlinn des durchl. Prinzen Maximilian eine kostbare Brillantnadel zum Zeichen huldreicher Zufriedenheit. In Berlin veranstaltete er das erste Concert im Königl.  Schauspielhause, das zweyte im königl. Operntheater. Seine früheren Kunstleistungen lebten noch ungetrübt im Angedenken der Berliner. Daher diese beyden Concerte wahren Musikfesten glichen. Der ganze Hof selbst beehrte dieselben mit Seiner höchsten Gegenwart Ueberdieß ward Moscheles die Gnade zu Theil, Sr. Majestät dem Könige ein Concert von seiner eigenen Composition zueignen, und dasselbe dann in Seiner höchsten Gegenwart vortragen zu dürfen. Sr. Majestät der König haben dem Künstler einen werthvollen Brillantring mit nachstehendem Handbillete zu übersenden geruhet.

»An den Kammervirtuosen I. Moscheles.

Ich habe mit Ihrem Schreiben vom 19. d. M. das mir zugeeignete Concert für Pianoforte erhalten und wünsche, daß Sie in beykommendem Brillantringe ein Merkmahl meines Dankes, und der Würdigung Ihres Talentes erkennen mögen.

Berlin den 24. November 1826.

Friedrich Wilhelm.

Allgemeine Musikalische Zeitung (January 24, 1827): 61-62.

[Dresden, vom October bis Ende Decembers] Am 11. Nov. gab Hr. F. Moscheles ein Concert im Hôtel de Pologne, welches aber nicht sehr besucht war. Er spielte den ersten Satz seines C dur-Concerts (Mspt.), die Variationen über Irrländische Lieder und eine freye Phantasie, die aber etwas dürftig ausfiel. Dem. Palazzesi sang die Schluss scene aus Zelmira herrlich.

9 November 1826

Private Performance for Princess Louise and Prince Max

Dresden

Time: Afternoon, Four o’Clock

 

Programme

Grand Piano Variations on a Military March
(Alexander Variations)
Mr. MoschelesMoscheles
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Moscheles: Am 9. November Concerttag. Ich wurde noch vor dem Anfang des Concerts um vier Uhr zur Prinzess Louise gerufen, von der ich eine schöne Nadel bekam, einen Saphir in einen Lorbeerkranz von kleinen Brillanten eingefasst. Die Prinzessin überreichte sie mir mit sehr liebenswürdigen Worten; dann bat sie mich noch, ihrem Gemahl, dem Prinzen Max vorzuspielen. und als dies fast eine Stunde gedauert hatte, musste ich noch das alte Steckenpferd, die Alexander-Variationen vorreiten. Endlich (gegen sechs Uhr) eilte ich in das Concert, das mir gut gelangen. [AML I, 130]

Review

Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (January 6, 1827): 10.

Über Moscheles Kunstreise.

…In Dresden wurde dem gefeyerten Tonkünstler die ehrenvollste Aufnahme zu Theil. Er bewährte in einem brillanten Concerte abermahls seine Meisterschaft im Reiche der Töne, und genoß die hohe Auszeichnung, vor dem höchsten Hofe selbst eine Probe seiner Virtuosität ablegen zu dürfen. …Berlin den 24. November 1826.

Friedrich Wilhelm.

6 November 1826

Soiree

Dresden

Time: Evening

 

Programme

Principal Vocalists: Miss Palazzesi; Mr. Sassaroll
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Charlotte: …reiste er nach [von Leipzig] Dresden ab, wo er am 30. September ankam. Dort traf er manchen guten Bekannten aus früherer Zeit…Da Fürstenau eben im Begriffe war, in Dresden ein grosses Concert vorzubereiten, und da Moscheles weder seine Unternehmung stören, noch ihren Ausgang abwarten mochte, so gab er jedes öffentliche Auftreten in Dresden auf und reiste am 5. October ab. [AML I, 128.]

Charlotte: Am Morgen des 5. November mussten sie sich von den Lieben in Prag trennen und am 6. Abends schon in einer Soiree in Dresden erscheinen, in der Moscheles mit den ersten Sängern der Stadt wie Sassaroli, der Palazzesi und Anderen um die Wette musicirt. [AML I, 130.]

Review

Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (January 6, 1827): 10.

Über Moscheles Kunstreise.

…In Dresden wurde dem gefeyerten Tonkünstler die ehrenvollste Aufnahme zu Theil. Er bewährte in einem brillanten Concerte abermahls seine Meisterschaft im Reiche der Töne, und genoß die hohe Auszeichnung, vor dem höchsten Hofe selbst eine Probe seiner Virtuosität ablegen zu dürfen. …Berlin den 24. November 1826.

Friedrich Wilhelm.

7 October 1824

Ignaz Moscheles’ Concert

Dresden: Saale des Kaufmännischen Vereins

 

Programme

AriaMme Tibaldi; Violin Accomp.: Mr. RollaNiccolini
From Il barbiere di Siviglia
Cavatina, ‘Io son Lindoro’
Mlle FunkMozart
Overture, Anacreon Cherubini
Piano Concerto No.2 in E flat majorMr. MoschelesMoscheles
Piano Fantasia and Variations on the favourite air ‘Au clair de la lune’ with Orchestral Accomp. (Op.50)Mr. MoschelesMoscheles
Free Piano Fantasia, incl. Themes from Preciosa and Die ZauberflöteMr. Moscheles 
Principal Vocalists: Mlle Funk, Mme Tibaldi
Principal Instrumentalists: Messrs. Moscheles, Rolla

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Programme Note: The reviews are contrasting. Whereas one reported that Moscheles performed the piano variations ‘Au clair de la lune’ the other one reported that he performed Piano Variations on an Austrian folk melody in G major. If the latter was performed, the variations may have been either ‘Introduction and Variations, for the piano on an Austrian National, Op.39’ or ‘Grand Variations on an Austrian National Melody for the piano, two Violins, Viola, Violoncello and Double Bass or Without Accompaniment, Op.43.


Carl Maria von Weber Diary Entry:

Abends Moscheles Concert. Einem armen Musiker.

 [C. M. von Weber’s Diary A065080]

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The Harmonicon, vol. II (May 1824): 90.

…He [Moscheles] continues by saying, that it is his intention to make a tour from Carlsbad, to Dresden, Leipzig, Berlin, Hamburg, and from the latter place to London.

R. S.

Reviews

Berliner allgemeine musikalische Zeitung (December 1, 1824): 413.

Dresden, den 1. November 1824.

Am 6. Oktober, gab Herr Moscheles im Saale des Kaufmännischen Vereins ein Konzert, in welchem er ein neues Konzert in Es, Variationen über ein östereichisches [sic] Lied (in der Flora bey Artaria zu finden) und zum Schluss eine freie Fantasie vortrug. Das Konzert (mit 3 obligaten Pauken) enthält der hübschen Motive, brillanten und überschweren Passagen genug, und scheint uns (nach einmaligem Anhören) auch solider gearbeitet als das in E. Dessen ungeachtet aber schien es auf das kleine Publikum (Herr Moscheles hatte zu hohe Preise gesetzt) wenig zu wirken, obwol es höchst vollendet vorgetragen wurde. Der Grund hiervon scheint uns also doch in der Kompositions-Manier zu liegen, obwol von unsern überhaupt schwer zu erregenden Publikum weit schwächere, aber gefühlvollere und gefühlvoller vorgetragen Kompositionen günstiger aufgenommen worden sind. Für blosse staunenerregenden Dinge mögen die Pariser mehr Empfänglichkeit haben. Die Variationen hatten denselben Erfolg. Nur am Schluss in der freien Fantasie gelang es Herrn Moscheles durch angenehme und recht glücklich durch geführte Motive das so eisige Publikum nicht nur zu erwärmen, sondern sogar in Feuer und Flammen zu setzen. Das schien uns aber auch natürlich; denn muss es nicht jedem Kunstsinnigen höchst interessant sein, einmal gleichsam Ohren-und Augenzeuge bei einer solchen Tongeburt sein zu können, von der die meisten der, Konzert und Opern besuchenden Menge überhaupt sich gar keine Idee machen können! Noch höhern Reiz gewährt es dem Kenner, den Ideengang des eben schaffenden Künstlers zu verfolgen, der ihn dann, ist er wahrhaft inspirirt, bald auf Höhen, bald in anmuthige Thäler führt, seine Erwartungen bald täuscht, bald übertrifft, und ihn so in immerwährender Spannung erhält. In diesem ewigen Erwarten, getäuscht und überrascht werden aber besteht der eigen thümliche, bezaubernde Reiz der freien Fantasie, die, aller strengen und beengenden Regeln enthoben, unsre Seele in zauberischem Fluge in alle Sphären des Schönen zu führen vermag. Die Fantasie des Herrn Moscheles glich einem angenehmen Morgenspaziergange in einem nett angelegten, etwa dem Weimar’schen Parke.

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (December 28, 1824): 1346.

Dresden, im October 1824.

….Einen hohen unvergeßlichen Genug gewährte uns das Concert, welches der berühmte Moscheles hier am 7. Οctober gab. Er spielte sein neuestes Concert aus Es-dur, welches noch Manuskript ist, eine originelle und sehr geschmackvolle Composition, mit solcher Grazie, so seelenvollem Ausdruck und so vollendeter Meisterschaft ausgeführt, daß auch dem strengsten Beurtheiler nichts zu wünschen übrigblieb. Als zweytes Stück trug er Variationen vor mit Orchester-Begleitung auf die Romanze: „Au clair de la lune,“ und am Schluß des Concerts spielte er eine freye Phantasie, worin sich sein herrliches Talent auf das glänzendste entfaltete. Er trug das erste Thema vierstimmig und fugirt vor, webte dann das Thema des Zigeunermarsches aus Webers Preciosa hinein, und führte dies! mit solcher Phantasie, Fülle der Ideen, immer steigender Begeisterung und so herrschender Gewalt über alle Schwierigkeiten, und dich zugleich so klar und fasilich aus, das! alle Zuhörer zur höchsten Bewunderung hingerissen wurden. Wir hörten ihn vor mehrern Jahren schon einmal hier, er hat aber seit seinem Aufenthalt in England noch unendlich gewonnen. Die originelle, schön, Ouvertüre der Oper Anakreon von Cherubini eröffnete dieß reizende Tonfest, unsere treffliche Costanze Tibaldi sang eine Arie von Nicolini, von dem schönen Violinspiel des Hrn. Rolla begleitet, und Mlle. Funk rug Morlacchi’s liebliche Variationen auf: „io son Lindoro,“ vor, beyde ausgezeichnet brav.

Allgemeine musikalische Zeitung (January 26, 1825): 66-67.

Von fremden Künstlern gaben Concerte: Hr. Ign. Moscheles am 7ten October. Ohngeachtet er in dem kleinen Saale des kaufmännischen Vereins spielte, so war auch dieser nicht ganz gefüllt!! Er trug sein neuestes Pianofortconcert in Es (Manuscript) und seine Variationen über ein österreichisches Volkslied in g vor. Seine Fertigkeit und Leichtigkeit in allen Arten von Passagen und Trillern ist bewundernswürdig, dabey ist sein Ausdruck so gefühlvoll, wie er es nur bey wenigen Pianofortespielern ist. Die Composition seines Concerts ist höchst interessant, Und hat das Gute, dass sie nicht so lang und breit ausgesponnen ist, und den Zuhörer dadurch ermüdet. Er schloss mit einer freyen Phantasie, in welcher er zwey Themen aus der Zauberflöte und aus Preciosa kunstvoll verwebte und endlich beyde verband.

28 September 1824

Concert for the Royal Family

Dresden: Pillnitz

Time: Evening

 

Programme

Piano Concerto No.4 in E majorMr. MoschelesMoscheles
Piano Fantasia and Variations on
the favourite air ‘Au clair de la Lune’
Mr. MoschelesMoscheles
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Charlotte: Schon in den ersten Tagen dieser Dresdener Wochen erhielt Moscheles die Einladung, in Pillnitz zu spielen, und zwar wieder bei Tafel! Es speisten an dieser öffentlichen Tafel ausser den Majestäten Prinz Friedrich mit seiner österreichischen, Prinz Johann mitseinerbayerischen Gemahlin, die Prinzessinnen Amalie und Auguste, Grossfürst Constantin und sein Gesandter, Herr v. Reitzenstein u. A. Moscheles spielte das E-dur-Concert und Clair de lune. Nach überstandener Oeffentlichkeit hatten die Künstler ein gemüthliches Diner, später wurde ihm eine goldene Dose, auf welcher der Königstein in Emaille abgebildet war, und ein Thaler überreicht. Ein verjährter Gebrauch hiess es, die Künstler sollten ihre Handschuhe dafür kaufen. „Passt zum Vandalismus des Tafel-Concerts! dachte ich. [AML I, 89.]

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The Harmonicon, vol. II (May 1824): 90.

…He [Moscheles] continues by saying, that it is his intention to make a tour from Carlsbad, to Dresden, Leipzig, Berlin, Hamburg, and from the latter place to London.

R. S.

Reviews

Berliner allgemeine musikalische Zeitung (October 13, 1824): 355-356.

Am 28. September liess sich Moscheles vor dem Königl. Hofe in Pillnitz während der Tafel mit seinem 4ten Konzert in E–dur, und in einer Fantasie hören. Es steht nicht zu läugnen, seine Fertigkeit ist Staunen erregend, sein Anschlag ganz wundervoll und sein Vortrag höchst elegant und brillant, wir gestehen aber ganz offen und ohne Furcht, dass wir trotz allem Staunen dennoch, weder durch die Komposition noch durch den Vortrag, was man so sagt, erwärmt worden wären. Den Kompositionen des Herrn Moscheles lassen sich weder hübsche, nette Gedanken, noch höchst brillante und sogenannte dankbare Passagen absprechen, aber sie scheinen uns weder in wahrhaft künstlerischer Begeisterung empfangen noch ausgeführt, sondern mit zu viel kalter Berechnung auf Effekt ausgedacht und aus geklügelt, wodurch sie natürlich des innern, alles fortreissenden Geistes ermangeln müssen. Haupt-Mittel- und Schlusssätze entbehren meist die nothwendige innere Bedingung, so wie auch die meisten Kompositionen der Herrn Kalkbrenner, Field u. s. m, so dass wir auf den Gedanken gekommen sind, vorzuschlagen, derlei Kompositionen künftig unter der Rubrik „Spekulationsmusik“ anzuzeigen. Doch eben solche Sachen, ohne Geist erschaffen und eben deshalb auch ohne viel Geist leicht aufzufassen, sind jetzt gerade die beliebtesten, und wir verehren zu sehr die allgemeine Meinung, als dass wir es mit ihr, durch weitere Ausführung obigen Thema’s so-ganz und gar verderben sollten. Und wir gestehn gern ein, dass es nur eine (bei uns nun freilich nicht mehr auszumerzende) Marotte ist, gerade an den altväterischen Grundsätzen eines Mozart, Beethoven und Konsorten so fest zu hangen. Ist es ja doch nur der Glaube, der jeden beseeligt, und wer hält nicht den seinen stets für den besten?!

Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (October 14, 1824): 496.

Am 28. September d. J. wurde zu Pillnitz der Dresden unter Mitwirkung der königlicher sächsischen Kapelle und der ersten Hofopernsängerinnen ein großes Concert abgehalten, welches der königlich sächsische hof und der Großfürst Constantin durch Ihre hohe Gegenwart verherrlichten. Unser vaterländischer ruhmbekränzter Musikheros J. Moscheles hatte bey diesem herrlichen Concerte Gelegenheit, von seiner klassischen Virtuosität abermahls die schönsten Proben an den Tag zu legen, und sich neue Lordbeern in seinen Künstlerkranz zu flechten. Die grösten Schwierigkeiten der gewählten Composition überwand er mit gewohnter Leichtigkeit und Sicherheit. Präcision und Eleganz, Wärmer und Nuancirung waren in seinem Vortrage vorherrschend und erwarben ihm einmüthigen Beyfall. Se. Majestät der König ließen dem Tonkünstler durch den Hrn. Baron von Könneriß, Intendanten der Hofmusik, eine sehr schöne emalirte Dose mit den schmeichelhaftesten Ausdrücken zum Zeichen voller Zufriedenheit zustellen.

Laibacher Zeitung (October 15, 1824): 340.

Der berühmte Virtuos auf dem Pianoforte, Hr. Moscheles, hatte am 28. v. M. die Ehre, vor dem Königl. sächsischen Hofe zu Pillniß in einem großen Concert, welches, unter Mitwirkung der königl. Capelle und der vorzüglichsten Sänger gegeben wurde, zu spielen, und mit einer goldenen emaillirten Tabatiere, begleite von den Ausdrücken der Zufrieden Sr. Majestät des Königs, beschenkt zu werden.

iii) n.d. December 1816

[Soiree]

Dresden: At Stallmeister Count Heinrich Carl Wilhelm Vitzthum von Eckstädt (1770 -1837)

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Moscheles: ‘At last…I got my foot firmly in, or rather my hand, for I played, and with approval, first at the house of the Austrian Ambassador, Count Bombelles, then before Oberhofmeister Count Piatti, and Ober Stallmeister Count Vitzthum’. [RMM, 23.]

ii) n.d. December 1816

[Soiree]

Dresden: At Oberhofmeister Paul Emil Marquis von Piatti (1771-1834)

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Moscheles: ‘At last…I got my foot firmly in, or rather my hand, for I played, and with approval, first at the house of the Austrian Ambassador, Count Bombelles, then before Oberhofmeister Count Piatti, and Ober Stallmeister Count Vitzthum’. [RMM, 23.]

i) n.d. December 1816

[Soiree]

Dresden: Louis Philippe de Bombelles’ Residence

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Moscheles: ‘At last…I got my foot firmly in, or rather my hand, for I played, and with approval, first at the house of the Austrian Ambassador, Count Bombelles, then before Oberhofmeister Count Piatti, and Ober Stallmeister Count Vitzthum’. [RMM, 23.]