29 March 1820

Private Society Event

 

Augsburg

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Review

Oesterreichischer Beobachter (April 9, 1820): 462.

…Eine nicht minder ausgezeichnete Aufnahme, als in München, wurde Hrn. Moscheles in Augsburg zu Theil, wo sich dieser Tonkünstler am 28. öffentlich und am 29. in einer ausgezeichneten Privat-Gesellschaft zur Bewunderung aller Anwesenden, hören ließ.

28 March 1820

Ignaz Moscheles’ Concert

 

Augsburg

↓Programme

Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
Grand Piano Variations on a Military March
with Orch. Accomp. (Alexander Variations)
Mr. MoschelesMoscheles
Piano MusicMr. MoschelesMoscheles
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Charlotte: After playing at Augsburg before the ex-Queen Hortense, Moscheles made an excursion to Holland, giving four concerts at Amsterdam, and one at the Hague. [RMM, 24.]

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Augsburgische Ordinari Postzeitung von Staats-, gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten (March 28, 1820).

Da der eben hier angekommene Herr J. Moscheles aus Wien, der eine Kunstreise nach Paris und London zu machen gesonnen ist, mit Recht für einen der ersten jetzt lebenden Klavierspieler in Europa gehalten wird, so werden die hiesigen Musikfreunde nicht ungern erfahren, daß dieser geniale junge Künstler und Tonsetzer, welcher erst dieser Tage zu München in mehreren dort gegebenen Konzerten großes Aufsehen und ungetheilte Bewunderung erweckte, auch bey uns sich heute Abends (den 28. März) in einem Konzerte öffentlich hören lassen will. Schon jetzt eine musikalische Analyse seines unvergleichlichen Meisterspiets zu geben, würde dem Zuhörer desselben zum Voraus eine entzückende Ueberraschung rauben heißen, die ihm billig auch das Vergnügen und den Genuß des Hörens des Meisterspiels und der schönen Kompositionen erhöhen muß.

Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung (April 1, 1820): 299.

Die allgemeine Zeitung meldet: Herr Moscheles aus Wien, unstreitig Einer der ersten Clavierspieler von Europa, befindet sich zu Augsburg. Er wird uns das Vergnügen machen, sich am 28. März in eitlem Concert öffentlich hören zu lassen

Reviews

Oesterreichischer Beobachter (April 9, 1820): 462.

…Eine nicht minder ausgezeichnete Aufnahme, als in München, wurde Hrn. Moscheles in Augsburg zu Theil, wo sich dieser Tonkünstler am 28. öffentlich.

Augsburgische Ordinari Postzeitung von Staats-, gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten (April 11, 1820).

Augsburg, den 8. April.

Die schönen Stunden des Wintervergnügens der öffentlichen Musikaufführungen sind nun bald vorüber. Polyhimnia hat, während derselben, auch dießmal von ihren reichen Schätzen wieder viel Treffliches vor uns ausgebreitet. Aber einen der alleranziehendsten musikalischen Genüsse bot unstreitig das sehr gelungene Konzert dar, in welchem am 28. März Herr Moscheles sich hören ließ. War schon der dabey dicht angefüllte Saal für den bescheidenen jungen Künstler eine sehr ehrenwerthe Beachtung des ihm vorangegangenen Rufs, so mußte der anhaltende rauschende Beyfall, der Ihm zu Theit geworden, Ihm noch wehr zum Beweise dienen, in welchem Grade er als ausgezeichneter Klavierspieler und Tonsetzer von unserm musikliebenden Publikum geschätzt wird. Er erfreute uns mit 3 verschiedenen, werthvollen Stücken, über deren künstlichen, lieblichen und ausdrucksvollen Vortrag Alles in Begeisterung war. Jedermann ließ ihn die Gerechtigkeit widerfahren, daß er alle bisher aufgetretene bessere Klavierspieler durch eine bewundernswerthere Fertigkeit, durch eine durchdringendere Kraft, durch einen höhern Ausdruck durch eine geistreichere, kühnere Lebendigkeit im Spiel übertreffe. Die herrlichen Variationen über den Alexander-Marsch haben die Zuhörer besonders überraschend gefesselt; die Art, wie das Thema variirt und das Ganze instrumentirt ist, verräth die geübte und sichere Hand eines erfindungs reichen, großen Meisters in der Kunst. Auch die gemüthliche und originelle freye Phantasie, die Herr Moscheles zum Beschlusse spielte, rechtfertigte seine in der musikalischen Welt erworbene Celebrität. Sein unvergleichliches Spiel hat bey Allen den Wunsch zurückgelassen, daß er auf der Rückreise uns wieder mit seiner Gegenwart erfreuen möge.

Münchener politische Zeitung (April 13, 1820): 429-430.

Die Augsburger Zeitung schreibt aus Augsburg von 8. April. Die schönen Stunden des Wintervergnügens der öffentlichen Musikaufführungen sind nun bald vorüber. Polyhymnia hat, während derselben, auch diesmal Ähren Schätzen wieder viel Treffliches vor uns ausgebreitet. Aber einen der alleranziehendsten musikalischen Genüsse bot unstreitig das sehr gelungene Konzert dar, n welchem am 28. März Herr Moscheles ich hören ließ. War schon der dabey dicht angefüllte Saal für den bescheidenen jungen Künstler eine sehr ehrenwerthe Beachtung des ihm vorangegangenen Rufs, so mußte der anhaltende rauschende Beyfall, der ihm zu Theil geworden, ihm noch mehr zum Beweise dienen, in welchem Grade er als ausgezeichneter Klavierspieler und Tonsetzer von unserin musikliebenden Publikum geschätzt wird. Er erfreute uns mit 3 verschiedenen, werthvollen Stücken, über deren künstlichen, lieblichen und ausdrucksvollen Vortrag Alles in Begeisterung war. Jedermann ließ ihm die Gerechtigkeit wiederfahren, daß er alle bisher aufgetretene bessere Klavierspieler durch eine bewundernswerthere Fertigkeit, durch eine durchdringendere Kraft, durch einen hohern Ausdruck, Durch eine geistreichere, kühnere Lebendig keit in Spiel übertreffe. Die herrlichen Variationen über den Alexander-Marsch haben die Zuhörer besonders überraschend gefesselt; die Art, wie das Thema variirt und das Ganze instrumentiert ist, verräth die geübte und sichere Hand eines erfindungsreichen, großen Meisters in der Kunst. Auch die gemüthliche und originelle freye Phantasie, die Herr Moscheles zum Beschluße spielte, rechtfertigte seine in der musikalischen Welt erworbene Celebrität Sein unvergleichliches Spiel hat bey Allen den Wunsch zurückgelassen, daß er auf Rückreise uns wieder mit seiner Gegenwart erfreuen möge.