31 October 1840

Benefit Concert for Two Hospitals

 

Prague: Theatre

Programme

Comedy, Der Zeitgeist Raupach
Overture, Die Zauberflöte Mozart
Piano Concerto No.8 in D Major, PastoraleMr. MoschelesMoscheles
AriaHerr StrakatyBellini
Studies: 1) Allegro brillante, 2) Vivace,
3) Scherzoso [unidentified]
Mr. MoschelesMoscheles
From Characteristic Studies: 1) Wrath, 2) Reconciliation,
3) Contradiction, 4) A Nursery Tale
Mr. MoschelesMoscheles
Free Piano Fantasia, incl. a folk songMr. Moscheles 
Free Piano Fantasia, incl. Austrian folk songMr. Moscheles 
Principal Vocalists: Herr Strakaty
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Programme Notes: The piano brand used was Graf.

Encore: Study, A Nursery Tale—Mr. Moscheles—Moscheles

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Moscheles: 11 Uhr Nachts, eine Stunde nach meinem Concert für Wohlthätigkeits-Anstalten, in welchem ich fünfmal gerufen ward. [AML II, 70.]

Moscheles: Nachdem ich Dir am 21. über mein Nichtspielen geschrieben, den Aufforderungen der Verwandten und Kunstverwandten, ja sogar des Stadthauptmanns Hofrath von Muth widerstanden hatte, entschloss ich mich doch, nicht aus meiner Vaterstadt zu scheiden, ohne für ‚‘eine Wohltätigkeit’ gespielt zu haben und der Entschluss des 28. ward, wie Du siehst, am 31. ausgeführt, der Ertrag für zwei Spitäler… ich hatte einen neuen Graf’schen Flügel von Fr. v. Lemel geliehen bekommen, der mir sehr zusagt. [AML II, 70.]

Moscheles: To-day I have many congratulatory visitors after my success of yesterday; among them Dionys Weber, who is loud in my praise.  He organized for my special sake an orchestral performance by his pupils at the Conservatoire, and took me to the library, where, in accordance with his suggestion, the authorities have put up a marble bust of Mozart, of whose works they have a collection. [RMM, 276.]

Wilhelm Kuhe: ‘I recollect Moscheles visiting Prague (his native city) in 1840 to see his aged mother and other relatives. He was prevailed upon to give a concert, the proceeds of which were distributed among several charitable institutions. I can call to mind the audience being delighted with his almost youthful, vigorous, and really fine execution, albeit they were familiar with the performances of other great representatives of the modern school of pianoforte-playing, such as Liszt and Thalberg.

At this concert Moscheles played his Concerto Pastorale, several of his unrivalled studies, and concluded with an improvisation. I ought to mention a peculiarity about his first appearance on the platform which amused the audience vastly. The concert took place in the theatre, and when, the overture concluded, he stepped on to the stage, he carried in one hand his hat and in the other his stick, for all the world like a lion-comique of the present day. After looking around him for a convenient corner in which to deposit his impedimenta, he finally, amidst much hilarity, discovered a chair, on which he proceeded to place them before taking his seat at the piano-stool’.

[Kuhe, My Musical Recollection, 21-22.]

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Neue Zeitschrift für Musik (October 24, 1840): 136.

Hr. Prof. Moscheles war über 8 Tage in Leipzig und erfreute im kleineren Kreise seine zahlreichen Verehrer durch sein Spiel. Oeffentlich aufzutreten beabsichtigt er nicht mehr. Er reist von hier in seine Geburtsstadt Prag und dann nach England zurück.

Reviews

Bohemia, ein Unterhaltungsblatt (November 3, 1840): 4.

Am 31. October hörten wir unseren Landsmann, der rühmlich bekannten Virtuosen und Concert-Compositeur Ignaz Moscheles, numehr Kammervirtuosos Seiner königlichen Hoheit des Prinzen Albert von England und Professor an der königlichen Akademie der Musik zu London, in einem Concerte. Aus edlem Wohltatigkeitseiser hatte der Concertgeber den auf ihn ausfallenden reinen Antheil der Einnahme mehren hiesigen Wohlthätigkeitsanstalten gewidmet. Das Concert wurde bei aufgehobenem Abonnement gegeben; dennoch war das Haus in allen Räuhmen gedrängt voll. Den Anfang machte die Ouverture aus Mozarts »Zauberflöte.«  Hierauf folgte ein noch ungedrucktes Pastoral-Concert, von Hernn Moscheles componirt und vorgetragen. Nach der Unterbrechung durch eine Arie von Bellini, die Herr Strakaty ausgezeichnet und mit großem Beifalle fang, seßte sich der geehrte Herr Concertgeber zum Fortepiano, trug sieben seiner neuesten Etuden vor, und improvisirte zum Schluße Variationen über ein Volkslied. Er führte dann nach lang anhaltendem Beifalle noch eine zweite Improvisation über die österreichische Volkshymne aus, so daß die Vorstellung vom 31. Die gewöhnliche Theaterzeit überschritt. Ich gestehe offen, daß ich das Pastoral-Concert des Moscheles bei aller Aufmerksamkeit auf den Ideengang nicht begrissen habe. Eine Pastoralsymphonie kann ich mir eher denken, als ein Pastoral-Concert, weil sich Ländliches und Gekünsteltes nich wohl vereinigen, Concert und Kunstelei dagegen nicht leicht trennen lassen. Ich habe jedoch mit diesen Worten nur meine subjektive Meinung ausgesprochen, und würde vielleicht beim zweiten oder dritten Male ein Migniaturbild der Beethoven’schen Pastoralsymphonie herausfinden, wenn das Pastoralconcert schon gedruckt wäre. Concertant im Sinne der soliden Schule ist es jedenfalls. Hier der neusten Etuden bezeichnet der Compositeur mit den Schlagworten Zorn, Versöhnung, Widerspruch und Kindermärchen. Die künstlichste Nummer in Saß und Vortrag war die dritte, und die vierte wurde wegen ihres gemüthlich-scherzenden Gehaltes stürmisch begehrt. Die zweite war gegen der Unmuth, der sich in der ersten Nummer aussprach, beinahe zu elegisch. Von den drei ersten Etudenschlen das Vivace mehr anzusprechen, als das vorangehende Allegro brillante und das folgende Scherzoso. Aber da jeßt die Etuden aus der Lehrstube ausgezogen sind, und sich im Concertsaale eingebürgert haben, so darf die Kritik über ihre ästhetische Bedeutung kein hartes Urtheil fällen; denn es sind diese Etuden bloße Concertfragmente ohne Orchesterbegleitung; folglich musikalische Kleinigkeiten. Daß Herr Moscheles den Namen eine Professors durch ein regelrechtes, wohl überwachtes und in den schwierigsten Passagen sicheres Spiel vollkommen rechtfertigt, must selbst jenen einleuchten, welche den genial-kuhnen Liszt bewundert haben. Dem Concert ging die gelungene und deshalb sehr unterhaltende Produktion des Raupach’schen Possenspieles »der Zeitgeist« voran.

Der Adler (November 19, 1840): 2206.

Prag…Moscheles, der berühmte Kompositeur, welcher gerade in Prag anwesend war, so wie unser Altmeister Tomascher waren im Konzert. Moscheles, unser gefeierter Landsmann, welcher, nur um seine Mutter zu sehen, seine Vaterstadt besuchte, war nicht des Sinnes, sich öffentlich hören zu lassen; nach vielen Zureden entschloß er sich, im Theater zum Besten mehrerer Wohlthätigkeitsanstalten ein Konzert zu geben Moscheles spielte zuerst ein neues »Konzert pastoral» eine sehr schöne Komposition, deren erster bis letzter Takt den idillischen Charakter athmet, die Instrumentalbegleitung ist höchst interessant. Dennoch scheint es, daß dieses Konzert nicht so populär, als seine andern Konzerte, und vorzugsweise jenes herrliche G-moll-Konzert, werden wird. Sodann spielte der Künstler 3 Etuden und mehrere der neuesten Pieren, betitelt: »Zorn, Versöhnung, Widerspruch, Kindermärchen.« Alle sind charakteristisch und voller Schwierigkeiten; das liebliche Kindermärchen mußte Moscheles unter lautem Beifalle wiederholen zum Schlusse improvisirte Moscheles. Darin steht dieser Künstler einzig und allein dal er wählte ein böhmisches Volkslieb, nach einem Sturme von Beifall erschien Moscheles und improvisirte; wiederholt über das Volkslied. Wir wollen auf, das Spiel des Virtuosen zurückkommen. Die neuere Art das Klavier-Spiels nennt man die Romantische.

Jedoch unser Moscheles blieb beider klassischen Schule, sie ist die wahre Musterschule; denn so und nicht anders soll (nach meiner individuellen Ansicht) Klavier gespielt werden. Unter den taufenden Tönen, die er anschlug, war auch nicht ein einziger harter, roher Ton, alles hatte Klang, selbst die kräftigsten Baßoktaven. Mit welcher Zartheit behandelt Moscheles sein Instrument, wie lieblich und wohlthuend klingt sein Spiel, wie Perlen rollen die Töne, wie deutlich und klar hört man die schwierigsten Passagen unter seinen Händen, Moscheles ist Professor der Akademie in London; und wer wäre für diesen Posten würdiger? Ist doch Thalberg sein Schüler, und sein Spiel als wahres Muster für unsere jungen Klavier-Schüler, weßwegen wir ihm doppelten Dank wissen, daß er sich öffentlich hören ließ, denn er spielte für mehrere Wohlthätigkeitsanstalten unserer Vaterstadt, und eine Produktion eines Künstlere dieser Art ist eine allgemeine Belehrung und Bildung.

Moscheles ist im strengsten Sinne Tondichter (Kompositeur); er braucht benützt keine fremden Gedanken zum Arrangiren; denn nur in der Entwicklung der Melodie oder des musikalischen Gedankens liegt das Genie; Moscheles angebornes Genie bewährte sich in seiner Jugend, indem er durch die Komposition der Alexander-Variationen eine ganz neue Bahn im Klavier spiele gebrochen, und dessen G-mol-Konzert allein wird außer vielen seiner Kompositionen in den spätesten Zeiten als eine klassische und herrliche Komposition prangen.

Ein hiesiger Kunstrichter nannte seine Etüden und die oben angeführten Piecen schlechtweg musikalische Kleinigkeiten; ich bin überzeugt, wenn dieser Herr Referent musikalisch ist, und diese musikalischen Kleinigkeiten zur Hand nehmen, derselbe nicht blos anderer Meinung werden, sondern sich schämen würde, eines solchen Ausdruckes sich bedient zu haben.

Dieses Ausspruchs zufolge dürften die Allegri di Bravoura von Moscheles, Ries und jene von unserem Tomaschek, welche alle aber ohne Orchesterbegleitung, sind, nichts anderes als musikalische Kleinigkeiten sein. Doch jeder spricht und schreibt, so wie er es versteht.—Diesem Konzerte ging mit vieler Präzision die Ouvertüre zur Zauberflöte vor.

Carolus.

Allgemeine Musikalische Zeitung (December 9, 1840): 1034-1035.

Prag. Die interessanteste musikalische Erscheinung der letzten Zeit war das Konzert, welches Herr Ignaz Moscheles, Kammervirtuos des Prinzen Albert von England und Professor an der königl. Akademie der Musik in London, von allen Seiten dringend aufgefordert und bestürmt, im Theater, jedoch nicht zu seinem Vortheile, sondern zum Besten mehrerer Wohlthätigkeitsinstitute seiner Vaterstadt gab. Nach der Ouverture zur „Zauberflöte“ spielte Herr Moscheles ein Pastoral-Konzert für das Pianoforte (noch Manuskript), das bei aller Originalität und Selbständigkeit im Karakter doch an Romberg’s „Schweizergemälde“ mahnte, und nach einer Arie von Bellini, vorgetragen von Herrn Strakaty, zuerst drei wunderschöne Etüden: 1) Allegro brillante, 2) Vivace, 3) Scherzoso, und hierauf vier karakteristische Etüden: Zorn,—Versöhnung,—Widerspruch,—Kindermährchen, von welchen die letztere dermaassen ansprach, dass selbe wiederholt werden musste. Den Schluss bildete eine Improvisazion von Herrn Moscheles, welche, wie gewöhnlich, bei den Konzerten dieses Künstlers die interessanteste Nummer war, und nur durch seine Gefälligkeit noch überboten wurde, als er, dreimal hinter einander stürmisch gerufen, sich noch einmal an’s Pianoforte setzte, und das österreichische Volkslied mit einigen Variazionen zum Besten gab. Herr Moscheles war, als wir ihn das letzte Mal hörten, schon ein so vollendeter Künstler, dass hier selbst der grösste Kenner keine bedeutende Veränderung wahrnehmen konnte und heuer wie in früheren Jahren seine solide Bravour mit der ganz eigenthümlichen Rundung, Präzision und Schattirung des Anschlags bewunderte, womit er das Brillante und Erhabene mit dem Zierlichen und Niedlichen vereint, und seine Töne mit eben so grosser Freiheit beherrscht, als er in den originellsten Passagen durch die eminenteste Sicherheit überrascht. Wenn der Laie die Vorzüge seines Spieles nicht ganz zu begreifen vermag, so kommt das vorzüglich aus der Eigenheit, dass er, statt die Schwierigkeiten, welche er überwindet, durch gewisse künstlerische Koketterien bemerkbar zu machen, selbe vielmehr durch die anscheinende Leichtigkeit ihrer Hervorbringung verhüllt, daher nur von Kennern im ganzen Umfange beurtheilt werden kann.

Ein hiesiger Referent schien gute Lust zu haben, eine Parallele zwischen Moscheles und Liszt zu ziehen aber abgerechnet, dass durch Vergleichung der Individuen und Gegenstände der Kunst niemals ein genügen des Resultat hervorgebracht werden kann, gehören auch die eigentlichen Berührungen, welche beide grosse Künstler mit einander haben, eigentlich mehr der Geschichte der Kunst und ihrer eignen, als der Kritik an. Wie Liszt zog auch Moscheles schon als Jüngling die Augen der Kunstwelt auf sich, wie jener fand dieser zu seiner Zeit neue Bahnen für die Behandlung seines Instruments, und erregte durch die Verschiedenheit, die zwischen seinem Pianofortespiel und dem seiner Vorgänger bemerkt wurde, Theilnahme und Bewunderung. Dass der ältere Künstler seine Individualität aufgebe und sich der Revoluzion anschliesse, welche in dem letzten Jahrzehent das Pianoforte verwandelt, ist nicht zu verlangen, und daher kann Moscheles vernünftiger Weise von den Pianoforteheroen unserer Tage nur etwa mit Thalberg (einst sein Schüler) verglichen werden, besser aber mit Keinem, als mit sich selbst und der Idee der Kunst.

Neue Zeitschrift für Musik (November 28, 1840): 176.

Moscheles, der seinen Verwandten in Prag einen Besuch abgestattet, hatte daselbst zu milden Zwecken am 31. Oct. ein glänzend besuchtes Concert gegeben. Bekanntlich ist Moscheles ein Prager.

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (January 11, 1841): 4.

Prag, im December 1840. Unser kunstreicher Landsmann Ignaz Moscheles, welcher mittlerweile Kammervirtuos des Prinzen Albert von England, und Professoren der königl. Akademie der Musik in London geworden, hat nach einer Reihe von Jahren seine Vaterstadt wies der einmal heimgesucht; zwar nicht in der Absicht, hier eine Ausstellung seiner Kunst zu geben, sondern bloß um seine hochbetagte Mutter zu besuchen; doch konnte er den dringenden Aufforderungen seiner Freunde und Verehrer nicht widerstehen, er gab daher nur ein Concert, und zwar zum Besten mehrerer Wohlhätigkeitsinstitute, worin die Freunde des Pianofortespieles sich abermals herzlich an seiner soliden Virtuositat, der Präcision und dem Ausdruck, dem milden Glanz seines Vortrags, an der gleichen Sicherheit im Majestätischen, wie im Scherzenden und Tändelnden, vorzüglich aber an der Originalität und Reinheit seiner Passagen erfreuten. Wir hörten Hrn. Moscheles in einem Pastoralconcert, sieben Etuden, von welchen drey bloß mit den gewöhnlichen musikalischen Significationen: AIlegro brillante, Vivsce und Scherzoso bezeichnet waren, die vier folgenden aber als characteristische Etuden, den Zorn, Verssöhnung, Widerspruch und ein Kindermärchen darstellten, von welchen das letztere einen solchen Beyfallssturm erregte, daß der gefällige Künstler dasselbe noch einmal vortrug. Das  coronat opus wurde durch eine herrliche Phantasie repräsentirt, und der Jubelsturm des Beyfalls stieg noch, als Hr. Moscheles, wiederholt hervorgerufen, noch einmal zu seinem Instrumente zurückkehrte, und die österreichische Volkshymne anstimmte.

24 October 1840

Soiree

 

Prague: Moscheles’ Mother’s Residence

↓Programme

Piano musicMr. Moscheles 
WaltzMr. MoschelesStrauss
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Moscheles: ..aber außer der Familie nahm ich nur bei Lemel’s eine Einladung zum Speisen an und fand wie immer die herzlichste Aufnahme. Sogar die Mutter gab eine Soirée—nur Verwandte. Natürlich musste ich spielen, zuletzt mit verkehrter Hand, mit der Faust, dann Strauss’sche Walzer, weil die Jugend tanzen wollte – und unter der Jugend tanzte auch – die Mutter! Eine mir unvergessliche Freude; ich möchte lachen und weinen darüber. Ich glaube, ich habe sie durch meinen Besuch verjüngt. [AML II, 69.]

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Neue Zeitschrift für Musik (October 24, 1840): 136.

Hr. Prof. Moscheles war über 8 Tage in Leipzig und erfreute im kleineren Kreise seine zahlreichen Verehrer durch sein Spiel. Oeffentlich aufzutreten beabsichtigt er nicht mehr. Er reist von hier in seine Geburtsstadt Prag und dann nach England zurück.

Jahrbücher des deutschen National-Vereins für Musik und ihre Wissenschaft (October 29, 1840): 352.

Weimar, am 9. Oct Heute reiste Mendelssohn mit Mocheles, von London kommend, hier durch nach Leipzig. Letzterer wird einige Tage dort verweilen, aber nicht spielen, und dann nach Prag zu seiner Mutter gehen

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (January 11, 1841): 4.

Prag, im December 1840.

Unser kunstreicher Landsmann Ignaz Moscheles, welcher mittlerweile Kammervirtuos des Prinzen Albert von England, und Professoren der königl. Akademie der Musik in London geworden, hat nach einer Reihe von Jahren seine Vaterstadt wies der einmal heimgesucht.

2 November 1826

Ignaz Moscheles’ Second Concert

 

Prague: [Ständetheater]

Programme

Free Piano Fantasia, incl. a theme from Der Wasserträger with a Bohemian Folk melodyMr. Moscheles
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Charlotte: …ebenso im zweiten Concert, welches am 2. November im Theater stattfand. Wie es mir in der Improvisation glückte, die Melodie aus Cherubini’s Wasserträger:

mit dem böhmischen Volksliedehen:

zu verknüpfen und in dieser Verbindung durchzuführen, erregte Aufsehen, und brachte mir enthusiastischen Beifall. [AML I, 130.]

Letter: Ignaz Moscheles to Moritz Schlesinger

Wien den 14. Octob. 1826

….wozu mein baldiger Besuch in Paris…Dresden, Berlin u. Hamburg wo ich überall Concerte zu geben gedenke.

[continued writing on 22 October due to interruption]

…indem ich nach Prag eilen muss, wo ich am 2.ten November im Theater spiele soll.—Die Familie Eskeles hat uns mit unveränderter Teilnahme u. Herzlichkeit aufgenommen….Archduke Rudolph received me again with much kindness and graciousness.

[H. R.]

Reviews

Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (November 28, 1826): 575.

Vaterstadt, Prag, würdigte mit Beyfall die Concerte des Herrn Moscheles.

Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (January 6, 1827): 10.

Über Moscheles Kunstreise.

…Moscheles besuchte zuerst seine Vaterstadt Prag und verschaffte sich durch sein vollendetes Spiel in zwey Concerten neue Beweise von der Gunst und Liebe des Publikums.

….Berlin den 24. November 1826.

Friedrich Wilhelm

30 October 1826

Ignaz Moscheles’ First Concert

 

Prague: [Ständetheater]

Programme

Piano MusicMr. Moscheles 
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Charlotte: Die Hochzeit seiner Schwester Nanny, die ihn Ende October nach Prag rief, hinderte ihn, den verlockenden Anerbietungen zu längerem Bleiben in Wien Gehör zu geben. In Prag wurde der heitere Familientag würdig gefeiert. Am folgenden Abend gab Moscheles im Theater bei überfülltem Hause ein Concert, und diesmal erfreuten sich Frau und Mutter zusammen in einer Loge des freundlichen Empfanges und der wiederholten Hervorrufe, durch die Moscheles ausgezeichnet wurde. [AML I, 129-130.]

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Prager Zeitung (October 29, 1826): 4.

Repertoire

Des landständ. Theaters vom 29. Oct.  Bis 4. Nov. 1826…Montag…Conzert des Herrn Moscheles

ein Concert gibt

Reviews

Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (November 28, 1826): 575.

Vaterstadt, Prag, würdigte mit Beyfall die Concerte des Herrn Moscheles.

Allgemeine Theaterzeitung und Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (January 6, 1827): 10.

Über Moscheles Kunstreise.

…Moscheles besuchte zuerst seine Vaterstadt Prag und verschaffte sich durch sein vollendetes Spiel in zwey Concerten neue Beweise von der Gunst und Liebe des Publikums.

….Berlin den 24. November 1826.

Friedrich Wilhelm

3 June 1824

Ignaz Moscheles’ Concert

 

Prague: Ständischen Theatre

Programme

Piano MusicMr. Moscheles 
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Charlotte: ‚Wenige Tage später giebt er wieder Concert, diesmal im ständischen Theater‘. [AML I, 87.]

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Kaiserlich-königliche privilegierte Prager Zeitung (June 3, 1824): [4].

Concert-Anzeige.

Eine neue gewiß willkommen Gelegenheit Hernn Ignaz Moscheles, der in der Jungst hier gegebenen Academie sich des ausgezeichnetesten Beifalls zu erfreuen hatte, zu hören, und seine Virtuosität auf dem Clavier zu bewundern, biethet den Umstand dar, daß derselbe heute

im königlich-Ständischen Theater

ein Concert gibt

Review

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (July 27, 1824): 778-779.

Correspondenz-Nachricht.

Prag. Ende Juny.

Dem bekannten Virtuosen Moscheles, welcher nach einem länger Aufenthalte in seiner Vaterstadt endlich eine Ausstellung seines seltenen Kunsttalents gab, wurde das Glück zu Theil, das, JJ. MM. seiner Akademie im Redoutensaale beywohnten. Die ungeheure Kraft, Bravour und Besiegung aller Schwierigkeiten, welche wir schon vor seiner letzten Kunstreise an ihm zu bewundern Gelegenheit hatten, ist nun durch die neu erworbene höchste Klarheit und Zartheit in ihrem Werths noch gesteigert worden.

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (July 27, 1824): 778-779.

Correspondenz-Nachricht.

Prag. Ende Juny.

…In zwey darauf folgenden Concerten im Theater beurkundete er abermals seine große Kunstfertigkeit und erntete den rauschendsten Beyfall, welchen im ersten die Ehrfurcht vor den anwesenden Allerhöchsten Herrschaften in Schranken gehalten hatte.

25 May 1824

Vocal and Instrumental Concert by Ignaz Moscheles

 

Prague: K. K. priv. Redoutensälen

Programme

Piano MusicMr. Moscheles 
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

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Charlotte: In the month of May he was asked whether he would inaugurate with his concert the Redoutensaal, in the presence of their Majesties, who had just arrived at Prague…The Oberstburggraf, the Stadthauptmann, and the members of the musical committee arranged everything; a new royal box was erected, the house was brilliantly illuminated, [the] chorus and [the] band [were] strengthened. [RMM, 62.]

Moscheles: So I am about to celebrate my recovery, not only with heartfelt gratitude to God and my friends, but also by a brilliant concert.

Moscheles [May 29]: My mother’s joy at my success yesterday compensates for all the sadness of the winter. [RMM, 61-62.]

Charlotte: Am 2. Juni wurde er vom Kaiser in einer Privataudienz empfangen und mit den Worten begrüsst: “Sie haben mir schon als Knabe gefaIlen und seitdem macht es mir immer neues Vergnügen, Sie zu hören.“ Zum pecuniären Erfolg des Concerts hatte übrigens ein ungewöhnlich splendider Beitrag des Kaisers viel beigetragen [AML I, 87.]

Advertisement

Kaiserlich-königliche privilegierte Prager Zeitung (May 25, 1824): [3].

Nachricht für Kunstfreunde.

Ein seltener hoher Genuß erwartet die Freunde und Verehrer der Tonkunst, indem Herr Ignaz Moscheles. Kammervirtuos Sr. Durchlaucht des Fürsten Paul Esterhazy, und Ehrenmitglied der königl. Akademie der Musik zu London. Dessen Virtuosität in leßt genonnter Stadt, wie überall, die herrlichsten Triumphe gefeiert, heute Abends in den k. k. priv. Redoutensälen

bei festlicher Beleuchtung

eine große Vocal-und Instrumental-Akademie

geben wird.

Diese Nachricht dürfte wohl zu angenehm überraschen, als daß nicht Jeder, der Sinn für Tonkunst in ihrem höchsten Aufschwunge hat, auch ohne weitere Aufforderung von unserer Seite, sich beellen sollte, den Künstler zu hören.

Prag, den 25. May 1824.

Reviews

Le Courrier des Pays-Bas (June 13, 1824): 2.

Le célèbre pianiste Moschelès a donné à Prague un grand concert en présence de l’empereur d’Autriche et d’une grande partie de sa famille.

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (July 27, 1824): 778-779.

Correspondenz-Nachricht.

Prag. Ende Juny.

Dem bekannten Virtuosen Moscheles, welcher nach einem länger Aufenthalte in seiner Vaterstadt endlich eine Ausstellung seines seltenen Kunsttalents gab, wurde das Glück zu Theil, das, JJ. MM. seiner Akademie im Redoutensaale beywohnten. Die ungeheure Kraft, Bravour und Besiegung aller Schwierigkeiten, welche wir schon vor seiner letzten Kunstreise an ihm zu bewundern Gelegenheit hatten, ist nun durch die neu erworbene höchste Klarheit und Zartheit in ihrem Werths noch gesteigert worden.

15 September 1819

Ignaz Moscheles’ Second Concert

 

Prague: [Ständetheater]

Programme

Aria, ‘La Placida campagna’Mme CzegkaPaër
Free Piano Fantasia, incl. Alexander VariationsMr. Moscheles
From Orazi e Curiazi: TrioMme Czegka, Messrs. Hauser, PohlCimarosa
Overture, The Magic Flute Mozart
Piano Polonaise in E flat majorMr. MoschelesMoscheles
Piano Rondo Brilliant in D major [Op.14]Mr. MoschelesMoscheles
Variations on a March from the Ballet of Nina [Op. 20] Mr. RovelliMayseder
Violin PieceMr. RovelliRovelli
Violin PieceMr. RovelliRovelli
Principal Vocalists: Mme Czegka; Messrs. Hauser, Pohl
Principal Instrumentalists: Messrs. Moscheles, Rovelli

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Programme Notes: The aria ‘Frenar le lagrime’ may refer to Portugal’s aria ‘Frenar vorrei le lagrime’ from La Semiramide.

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Wilhelm Joseph von Wasielewski Correspondence

Concerte

….

415 Sept[ember] in Prag, mein 2. Concert, Concert

Pol[onaise] in Es-Dur u[nd] Rondo

brill[ant] in D [-Dur].

[Renate Federhofer-Königs, ed., Wilhelm Joseph von Wasielewski (1822-1896) im Spiegel seiner Korrespondenz. (Tutzing: Hans Schneider, 1975), 198.]

Review

Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt (September 30, 1819): 467-468.

Tonkust in Prag.

…Den Beschluß des ersten Concerts machten Variationen von seiner Composition, welche den Wunsch, ihn noch einmahl zu hören, so sehr erregten, daß die Direction ihn noch für ein zweytes Concert zu gewinnen suchte. Diese eröffnete Mozart’s Ouverture aus der Zauberflöte, deren Ausführung dem alten Ruhme des Prager Orchesters eben nicht auf die glänzendste Weile entsprach; dann folgte eine Polonaise concertante von Moscheles, sodann ein Rondeau brillant von demselben, und den Schluß machte eine freye Phantasie auf dem Pianoforte. So glänzend auch die beyden Tonstücke, so meisterhast ihr Vortrag, so sprach die letztere die Kénner am meisten an, und Ref. Erinnert sich, seit Meyerbeer (bekanntlich der geist- und gemüthvollste musikalische Improvisatore) keiner Phantasie, die so viel in ihren eigentlichen Gränzen sich gehalten hätte, als diese letsere des Hrn. M. Die meisten Künstler, und selbst Hummel, schweifen aus dem ernstern Gebieth der frey waltenden Phantasie in das dankbarere und leichterere Potpourri hinüber, indem sie mehrere bekannte Themen kunstreich verweben und variiren; denselben Fehler haben wir auch schon manchmahl an Hrn. M. bemerkt; aber dießmahl stellte er uns kunstgerecht und sinnig die mannigfaltigen Schwingungen des Gemüthes dar, berührte nur manchmahl liefe einzelne Themen, und ging bloß zuletzt in den Alexandermarsch (mit dem er durch seine herrlichen Variationen derselben schon nahe befreundet ist) über, den er höchst spirituell durcharbeitete, und die anwesenden Kunstliebhaber zu gerechter und lauter Würdigung seiner genialen Phantasie begeisterte. Mad. Czegka sang in dem ersten Concerte eine Arie von Pucitta (frenar le lagrime) mit bewundernswürdiger Kunstfertigkeit, und erfreute sich eines rauschenden Beyfalls; eben so brav sang sie das zweyte Mahl ein Terzett aus Cimarosa’s Orazj e Curiazj mit den Herren Hauser und Pohl; aber ihr Vortrag des Paer’schen: la placida campagna wollte nicht so sehr ansprechen, da dieses Tonkstück mit mehr Zartheit als kühner Bravour vorgetragen werden muß.

Nach Hrn. M. spielt auch Hr. Peter Rovelli, k. bairischer Kammermusicus, und längst ehrenvoll unter den Violinspielern unserer Zeit genannt, ebenfalls zweymahl im Theater, und gab uns das erste Mahl zwey seiner eigenen Compositionen, das zweyte Mahl eine Polonaise und Variationen über den Marsch aus Aline, von Mayseder, zum Besten, und wir erfreuten uns, in ihm ein vielseitig ausgebildetes Talent kennen zu lernen, und zu finden, daß er dem ihm vorangegangenen Rufe auf die schönste Weise entspreche Höchst ansprechend ist die große Zartheit und Lieblichkeit seines Spiels, und doppelt bewundernswerth bey der Jugend des Künsters, die bekonnen Beherschung aufwallender Lebhaftigkeit, womit er sich in der gewählten Sphäre des Milden und Delicaten zu behaupten weiß; doch konnten wir den Wunsch nicht unterdrücken, er möchte das Jugendfeuer öfter vorwalten lassen, wodurch das Ganze noch mehr Schatten und Licht erhalten würde. Seine schönen Leistungen erwarben ihm lebhafte Äußerungen des Beyfalls, und beyden Kunsttalenten wurde die Achtung und Liebe der Musikliebhaber in hohem Grade zu Theil. (Hr. Rovelli ist bereit in Wien angekommen)

4 September 1819

Ignaz Moscheles’ First Concert

 

Prague: Ständetheater

Programme

Aria, ‘Frenar le lagrime’Mme CzegkaPuccini
Overture Moscheles
Piano Concerto No.3 in C sharp minorMr. MoschelesRies
Piano Variations on an Austrian [National Melody Op.42]Mr. MoschelesMoscheles
Principal Vocalists: Mme Czegka
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

———————————

Programme Notes: The aria ‘Frenar le lagrime’ may refer to Portugal’s aria ‘Frenar vorrei le lagrime’ from La Semiramide.

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Wilhelm Joseph von Wasielewski Correspondence

Concerte

….

4. Sept[ember] in Prag, spielte Ries cis-moll Concert

u[nd] meine Var[iationen über öster-

reichsches Volkslied.

[Renate Federhofer-Königs, ed., Wilhelm Joseph von Wasielewski (1822-1896) im Spiegel seiner Korrespondenz. (Tutzing: Hans Schneider, 1975), 198.]

Advertisements

Prager Zeitung (August 31, 1819): 36.

…Mit ihm [Herr Bovolli] ist auch unser trefflicher vaterländischer Künstler and dem Piano-Forte, Hr. Moscheles, hier angelangt, und wird uns vor dem Antritt einer größern Kunstreise, die er vorzunehmen Beschlossen, noch einmahl im ständ. Theater den Genuß gewähren, uns seines großen Talents sowohl als Compositeur, wie als ausübender Künstler zu erfreuen.

 [?] (September 2, 1819).

Nachricht

vom Ständischen Theater der Konigl. Alt=Stadt Prag

[line]

Die Anwesenheit des ausgezeichneten vaterländischeit Virtuosen

Herrn Moscheles,

an dessen vorjährige Kunstausstellungen sich noch alle Kenner und Verehrer der Tonkunst mit der lebhaftesten Freude errinnern, gewährt der Direktion des Landständischen Theaters das Vergnügen, dem Verehrungswürdigen Publikum anzeigen zu können; daß derselbe künftigen Samstag; im Landständischen Theater, in einigen Piecen, welche am Tage  selbst in dem gewöhnlichen Anschlagzettel näher bestimmt werden, eine abermalige Ausstellung seines Kunsttalents gehen wird.

Prag den 2ten September 1819.

[H. R.]

Review

Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt (September 30, 1819): 467-468.

Tonkust in Prag. …Zuerst erschien Hr. Ignatz Moscheles (eingeborner Böhme—und ehemahls Schüler des würdigen Hrn. Fr. D. Weber, Director am Conservatorium der Musik—der sein reiches Talent sodann durch Selbststudium in Wien zu einem so hohen Grade ausgebildet hat, daß er stets entweder neben, oder als der erste nach dem großen Hummel genannt wird), welcher uns in der Composition, vorzüglich aber in Behandlung seines Instruments mit Vergnügen die großen Fortschritte wahrnehmen ließ, die der jugendliche Künstler, seit wir zum letzten Mahle uns seiner Kunst erfreut, wieder gemacht hatte. Er wurde schon bey seiner Erscheinung im ersten Concerte (welches mit einer Ouverture von seiner Composition eröffnet worden war) mit rauschendem Applaudissement empfangen, und als er ein herrliches Pianoforte-Concert von Ries mit aller Kraft und Sicherheit des Meisters vortrug, steigerte sich von Satz zu Satz der Beyfall bis zum Enthusiasmus. Den Beschluß des ersten Concerts machten Variationen von seiner Composition, welche den Wunsch, ihn noch einmahl zu hören, so sehr erregten, daß die Direction ihn noch für ein zweytes Concert zu gewinnen suchte…Mad. Czegka sang in dem ersten Concerte eine Arie von Pucitta (frenar le lagrime) mit bewundernswürdiger Kunstfertigkeit, und erfreute sich eines rauschenden Beyfalls

21 January 1817

Ignaz Moscheles’ Benefit Concert for the Local Poor Institutions

Prague

↓Programme 

AriaMme GrünbaumNiccolini
Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
Grand Piano Variations on a Military March
with Orch. Accomp. (Alexander Variations)
Mr. MoschelesMoscheles
Piano Concerto No.5 in E-flat major:Mr. MoschelesSteibelt
     III) La chasse. Rondo vivace  
Piano PieceMr. MoschelesField
Piano Polonaise in E flat majorMr. MoschelesMoscheles
Violin PolonaiseMr. BockletPolledro
Principal Vocalists: Mme Grünbaum
Principal Instrumentalists: Messrs. Bocklet, Moscheles
Conductor: Mr.  Friedrich Dionys Weber
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Note: The Piano Polonaise was later added as the third movement ‘Allegretto. Tempo di polacca’ Moscheles’ Piano Concerto No.2 in E flat major.

Income: 2400 Gulden

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Charlotte: ‚In diesem Jahre [1816] spinnt sich unser Künstlerleben in der Hauptsache, wenige Unterbrechungen abgerechnet, in der geschilderten Weise thätig und heiter fort. Zu diesen Unterbrechungen gehört zunächst eine Reise nach seiner Vaterstadt Prag, wo er glänzend aufgenommen wird und ein Concert für die Armen giebt, das eine Einnahme von 2400 Gulden liefert‘.[AML I, 24.]

[Charlotte got the dates wrong. According to the reviews Moscheles travelled to Prague in 1817 and not in 1816. At the beginning of 1816 Moscheles was in Vienna.]

Charlotte: ‚Während seine hohen Gönner und Gönnerinnen in Wien nichtsdestoweniger alles in Bewegung setzten, um ihm eine grössere Kunstreise zu ermöglichen und alle entgegenstehenden Hindernisse aus dem Wege zu räumen, folgte er vorläufig einer Einladung nach Prag, wo er ein fröhliches Wiedersehen mit den Seinen feierte‘. [AML I, 26.]

Charlotte: ‘He had to play to his truly respected teacher, Dionys Weber, to artists and friends, one and all of whom were surprised and delighted with his progress. Every family which had known him as a boy, and set hopeful store on his future, gave him a hearty reception. Success followed success; merry adventures and pleasant excursions are recorded’. [RMM, 16.]


Wilhelm Joseph von Wasielewski Correspondence

Concerte

….

1817. 14. Januar Concert-Pol[onaise] in Es [-Dur], op. 59.

21. – Concertstücke von Field u[nd] Stei-

belt nebst meinen Alexander-Var[iato-

nen].

[Renate Federhofer-Königs, ed., Wilhelm Joseph von Wasielewski (1822-1896) im Spiegel seiner Korrespondenz. (Tutzing: Hans Schneider, 1975), 197.]

Review

Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt (February 24, 1817): 96.

…Die zweyte Kunstaustellung gab Herr Moscheles zum Besten der hiesigen Armenanstalten, und verschaffte diesen dadurch eine sehr ergiebige Unterstützung, indem die reine Einnahme nahe an 2400 fl. betrug. Diese Akademie gewann dießmahl noch mehr an Interesse durch die vortrefflichen Tonstücke, deren Ausführung durch die Zöglinge des Conservatoriums der Musik unter der meisterhaften Leitung ihres würdigen Directors, Herrn F. D. Weber, allgemeine Bewunderung und Freude erregte. Herr Moscheles spielte dießmahl zwey Sätze eines Concerts von Field, dessen große und ununterbrochene Schwierigkeiten er mit einer so präcisen Zartheit und Reinheit überwand, als man es nur wünschen mochte; an diese Sätze fügte er das beliebte Rondo La Chasse, von Steibelt, welches er in einer ihm eigenen Manier vortrug.

Nach einer Arie von Nicolini, worin Mad. Grünbaum, welche auch sein erstes Concert durch eine große Arie verziert hatte, gleichsam begeistert, den ganzen Reichthum ihres geschmack vollen Kunstschmuckes entfaltete, folgten auf vielfaches Verlangen noch einmahl die in ihrer Art so schönen und wohlgelungenen Variationen über den Alexandermarsch, welche dießmahl durch die er höhte Kraft des Spielers, und richtiges, gleich einem mechanischen Kunstwerk eingreifendes Accompagnement noch größern Beyfall als das erste Mahl ernteten. Unser schon mehrmahls rühmlich erwähnter jugendlicher Tonkünstler, Carl Maria von Bocklet, trug zum Glanz dieser gelungenen Kunstausstellung durch eine Polonaise von Polledro das Seinige rühmlichst bey. Dieses schöne und gewiß schwierige Tonstück wurde von dem jungen Violinspieler mit einer solchen Pünktlichkeit, Nettigkeit und Mannigfaltig keit des Bogens in einem so feurigen Zeitmaße vorgetragen, daß man sich überreden mußte, nicht den Knaben im Übergang zum Jünglingsalter, sondern den Mann zu hören. (Wir freuen uns recht sehr, daß er in kurzem seine erste Kunstreise nach der Kaiserstadt unternehmen wird, um auch dort darzuthun, zu welchen schönen Hoffnungen für das reifere Alter sein Talent berechtigt, und wie unser kunstliebendes Vaterland nicht aufhört, Bluten und Früchte hervorzubringen. Den Schluß machte auch dießmahl eine freye Phantasie auf dem Pianoforte, die uns ein neues Recht gab, zu behaupten, daß Herr Moscheles unter die ausgezeichnetesten Clavierspieler unserer Zeit gehöre; mit einer Schnelligkeit, welcher zu folgen zuweilen das geübteste Auge und Ohr Mühe haben, verbindet er die höchste Reinheit und Zartheit, und die schwierigsten Stellen erscheinen unter seinen Fingern leicht und gleichsam hingeworfen. Seine Phantasie ist feurig und frey von Monotonie, seine Modulation überraschend und doch gründlich, seine Passagen modern, kühn und angenehm. Hieraus folgt das Resultat, daß Böhmen in ihm sich wieder eines bedeutenden Mannes in der Tonkunst rühmen kann, und auch hier dem würdigen Herrn Director Weber Dank schuldig sey, der in frühern Jahren das vortreffliche Talent des jungen Künstlers nach den Grundsätzen der wahren und schönen Kunstentwickelt und gleichsam den Grund zu dem gelegt hat, was durch fortgesetztes Studium aus ihm geworden ist.

14 January 1817

Ignaz Moscheles’ Concert

Prague: K. K. priv. Redoutensaal

Programme 

*AriaMme GrünbaumNiccolini
Part I  
Overture Moscheles
Piano Polonaise in E flat major with Orch. Accomp.Mr. MoschelesMoscheles
Two marches for the Orchestra  
Grand Piano Variations on a Military March
with Orch. Accomp. (Alexander Variations)
Mr. MoschelesMoscheles
Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
Principal Vocalists: Mme Grünbaum
Principal Instrumentalists: Messrs. Bocklet, Moscheles
———————————

Note: The Piano Polonaise was later added as the third movement ‘Allegretto. Tempo di polacca’ Moscheles’ Piano Concerto No.2 in E flat major.

Wilhelm Joseph von Wasielewski Correspondence

Concerte

….

1817 14. Januar Concert-Pol[onaise] in Es [-Dur], op. 59.

[Renate Federhofer-Königs, ed., Wilhelm Joseph von Wasielewski (1822-1896) im Spiegel seiner Korrespondenz. (Tutzing: Hans Schneider, 1975), 197.]

Reviews

Prager Zeitung (February 14, 1817): 45.

Den 14. January: Große musikalische Akademie das Hernn Ignaz Moscheles im k. k. priv. Redoutensaale. Dieser ausgezeichnete junge Tonkünstler, aus Prag gebürtig, hat nach längerer Abwesenheit seine Waterstadt wieder besucht, und sein eminentes Kunsttalent auf die gländzendste Weise an den Tag gelegt. Wir hörten in dieser Akademie von seiner eigenen Composition: 1) Ouverture, feurig und glänzend, beurkundet eine reichhaltuge Phantasie; 2) Polonaise fürs Pianoforte mit Begleitung des Orchesters, eine geniale Arbeit, welche große Schwierigkeiten mit Klarheit und Deutlichkeit verbindet; 3) Zwey Märsche fürs ganze Orchester. Der erste zeichnet sich vorzüglich durch Fülle und Kraft, und dann durch leichte Faßlichkeit vor dem anderen aus; 4) Variazionen über den Alexandermarsch für Pianoforte mit Begleitung des Orchesters und Janitscharenmusik. Diese kräftliche und glänzende Komposizion, die sich überall des ungeteilten Beifalls erfreute, ist schon zu allgemein bekannt, als daß wir uns hier in eine Zergliederung derselben einlassen dürften und wir brauchen nur anzuzeigen, daß wir uns hier in eine Zergliederung derselben einlassen dürften und wir brauchen nur anzuzeigen, daß ihr auch von dem hiesigen Publikum gerechte Anerkennung zu Theil wurde.—Zum Schluße der Akademie trug H. Moscheles eine freye Phantasie und erregte hir, wie in den früheren Stücken allgemeine Bewunderung und einstimmigen rauschenden Beifall. Er zeichnet sich vor den meisten Pianofortespielern der gegenwärtigen Zeit durch Kraft und Lebhaftigkeit, mit Feuer und Präzision verbunden aus, und seine Schnelligkeit ist so ungeheurer, daß das Auge oft seinen Fingern kaum zu folgen vermag, ohne daß er auch in den schwierigsten Passagen jemals gegen die Deutlichkeit sündigte.—Mad. Grünbaum gb. Müller und Herr Stüger unterstützen den Künstler mit ihren anerkannten Talenten, indem der Letztere eine Arie von Mozart mit allgemeinem Beifall vortrag, die Erstere aber in einer Arie von Paer mit stürmischen Enthusiasmus aufgekommen ward.

Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt (February 24, 1817): 96.

Prag.—Der beliebte Clavierspieler, Joseph Moscheles aus Wien erfreute seine Vaterstadt Prag durch zwey Kunstaustellungen, die wir unter die vorzüglicheren seit längerer Zeit zu rechnen Ursache haben. Selten verlassen sich wohl Künstler und Publicum so gleich zufrieden, als es hier der Fall war. Die Aufnahme, welche Herr Moscheles hier fand, war sehr glänzend, und der Erfolg seiner beyden Concerte rechtfertigte diese. Ein Theil der Kunstkenner, diejenigen nähmlich, die als Anhaltpunct die Parallelen lieben, konnten sich auch hier der Vergleichung mit Hummel nicht enthalten, und formten sich in zwey Parteyen (die nur etwas heftiger hätten werden dürfen, um an die Zeiten des Polledro-Durandschen Bürgerkrieges zu erinnern), wovon die eine den jungen, die andere den ältern Künstler weit über seinen Nebenbuhler erhob; hier rühmte diese die Klarheit und Gediegenheit, die Anmuth und Milde ihres Schützlings; dort pries und wohl auch mit allem Rechte, jene die jugendliche Kraft und Lebhaftigkeit des ihrigen;—das Resultat aller ihrer Kunstkritiken war, daß sie von der eigentlichen künstlerischen Ins dividualität dieser beyden so verschiedenen Naturen gar nichts ausgemacht hatten, und da wir von dem Grundsatz ausgeben, daß die Kunst und der Künstler ohne Vergleichung (welche immer zur Einseitigkeit verleitet) betrachtet werden müsse, so wollen wir es einstweilen unentschieden lassen, in welchem Verhältnisse Moscheles zu Hummel stehen mag, und uns an das halten, was wir gehört haben.—Schon die ungewöhnlich zahlreiche Versammlung, welche die erste dieser Ausstellungen so glänzend machte, konnte dem jungen Künstler den vorzüglichsten Erfolg sichern. Eine brillante Ouverture von seiner Composition eröffnete das Concert; ihr folgte ebenfalls von ihm, eine Polonaise für das Pianoforte mit Begleitung des vollen Orchesters. Der Componist hat sich darin Gelegenheit verschafft, die Mannigfaltigkeit seines schönen Spiels zum großen Theile entfalten zu können. Sie enthält schöne melodische Säße, welche durch verschiedene überraschende Wendungen in einen fließenden Zusammenhang gebracht sind.

Als Zwischenmusik ließ uns Herr M. zwey patriotische Märsche fürs ganze Orchester hören, die jedoch nur getheilten Beyfall fanden; ihnen folgten: Variationen für’s Pianoforte, mit Begleitung der Janitscharenmusik über den Alexandermarsch, von ihm componirt und gespielt. Hier entfaltete er seine ganze Stärke über dieß Instrument, und es machte dem Componisten viel Ehre, einen solchen Gegenstand mit so viel Reitz des Spiels und Mannigfaltigkeit der Harmonie ausgeschmückt zu haben; so zwar, daß sie die beabsichtigte Wirkung an keinem Orte verfehlen, und ihm überall, so wie hier, den rauschendsten Beyfall zum Lohne brachten und bringen werden. Den Beschluß machte eine freye Phantasie auf dem Pianoforte, gespielt von Herrn Moscheles…. Nach einer Arie von Nicolini [für den zweiten Konzert], worin Mad. Grünbaum, welche auch sein erstes Concert durch eine große Arie verziert hatte, gleichsam begeistert, den ganzen Reichthum ihres geschmack vollen Kunstschmuckes entfaltete.