n.d. ii) June 1824

Ignaz Moscheles’ Second Concert

 

Karlsbad (Karlovy Vary)

Programme

Piano MusicMr. Moscheles
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

———————————

Charlotte: Am 11. Juni reist der treue Bruder mit ihm nach Karlsbad, wo er die Kur gebrauchen soll; aber auch ein Flügel folgt ihm dahin, und aus der Badekur wird unwillkürlichwieder eine Kunstreise. Man will ihn hören, er giebt Concert und muss dasselbe an einem der nächsten Abende wiederholen, diesmal auf den ausdrücklichen Wunsch des Herzogs von Cumberland, der Fürstin Thurn und Taxis u. a. [AML I, 87-88]

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The Harmonicon, vol. II (May 1824): 90.

…He [Moscheles] continues by saying, that it is his intention to make a tour from Carlsbad, to Dresden, Leipzig, Berlin, Hamburg, and from the latter place to London.

R. S.

n.d. i) June (After 11) 1824

Ignaz Moscheles’ First Concert

 

Karlsbad (Karlovy Vary)

Programme

Piano MusicMr. Moscheles
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

———————————

Charlotte: Am 11. Juni reist der treue Bruder mit ihm nach Karlsbad, wo er die Kur gebrauchen soll; aber auch ein Flügel folgt ihm dahin, und aus der Badekur wird unwillkürlichwieder eine Kunstreise. Man will ihn hören, er giebt Concert. [AML I, 87.]

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The Harmonicon, vol. II (May 1824): 90.

…He [Moscheles] continues by saying, that it is his intention to make a tour from Carlsbad, to Dresden, Leipzig, Berlin, Hamburg, and from the latter place to London.

R. S.

17 August 1819

Ignaz Moscheles’ Second Concert

 

Karlsbad (Karlovy Vary)

↓Programme

Grand Piano Variations on a Military March
with Orch. Accomp. (Alexander Variations)
Mr. MoschelesMoscheles
Piano and Violin DuetMessrs. Moscheles, Rovelli 
Principal Instrumentalists: Messrs. Moscheles, Rovelli

———————————

Letter: Robert Schumann to his mother.

Leipzig, 15 December 1830 (evening)

Es geht mir manchmal recht wohl und schön:  bin fleißig und mache prächite Fortschritte: in drei bis vier Jahren hoff ich so weit wie Moscheles zu sein. Und weißt Du noch, wie wir in Karlsbad im Koncert neben einander Sagen und Du mir freudig zuflüstertest: Moscheles sißt hinter uns? Wie ihm dann Alle achtend aus dem Weg gingen und wie er so bescheiden durch die Menschen ging. Ich will mir ihn in Allem zum Vorbild machen. Glaube mir’s, meine gute Mutter, mig Geduld und Ausdauer vermag ich viel, wenn ich will.

[Clara Schumann, ed., Jugenbriefe von Robert Schumann (Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1910), 136.]

Letter: Robert Schumann to Ignaz Moscheles.

Düsseldorf, den 20sten November 1851

Hochgeehrter Herr,

Freude und Ehre haben Sie mir bereitet durch die Widmung Ihrer [Violoncell-] Sonate[1]; sie gilt mir zugleich als eine Ermunterung meines eigenen Strebens, an dem Sie von jeher freundlich Antheil nahmen. Als, ich, Ihnen gänzlich unbekannt, vor mehr als 30 Jahren in Carlsbad mir einen Concertzeddel, den Sie berührt hatten, wie eine Reliquie lange Zeit aufbewahrte, wie hätte ich da geträumt, von so berühmten Meister auf diese Weise March 6, 1824): 9 zu werden. Nehmen Sie meinen innigsten Dank dafür!

[F. Gustav Jansen, Robert Schummans Briefe. Neue folge (Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1904), 351]

[1] Square brackets are not editorial; The sonata Schumann is referring is Moscheles’ Op.121: Sonata, for Piano and Violoncello.

Robert Schumann

Robert hörte nämlich in Karlsbad, wohin ihn sein Vater, dessen fortwährend schwankende Gesundheit den Gebrauch dieses Bades nöthig machte, mitgenommen hatte, Ignatz Moscheles, den epochemachenden Meister des Klavierspiels in einem seiner dort veranstalteten Conzerte*), und empfing damit die Eindrücke allgemein bewunderter und gediegenster Künstlerschaft. Wie mächtig und nach haltig dieselben auf das jugendliche Gemüth einwirkten, geht aus dem Umstande hervor, daß Schumann bis in seine letzten Lebensjahre hinab die ungeschwächte Erinnerung dieses Erlebnisses bewahrend, öfters mit wahrer Begeisterung von demselben sprach.

*) Durch die Güte des Herrn Professor Moscheles bin ich in Stand gesetzt, hierüber notorische Data zu veröffentlichen; derselbe gab im Sommer 1819 zwei Concerte in Karlsbad und zwar am 4. und 17. August.

[Wilhelm Joseph von Wasielewski, Robert Schumann eine Biographie (Dresden: Rudolf Kunze, 1858), 14.]

Wilhelm Joseph von Wasielewski Correspondence

Concerte

….

17. August in Carlsbad, Alexandermarsch u[nd]

Duette mit dem Violinspieler Rovelli.

[Renate Federhofer-Königs, ed., Wilhelm Joseph von Wasielewski (1822-1896) im Spiegel seiner Korrespondenz. (Tutzing: Hans Schneider, 1975), 198.]


4 August 1819

Ignaz Moscheles’ First Concert

 

Karlsbad (Karlovy Vary)

↓Programme

Piano Rondo Brilliant in D major [Op.14]Mr. MoschelesMoscheles
Piano Variations on an Austrian [National Melody Op.42]Mr. MoschelesMoscheles
Principal Instrumentalists: Mr. Moscheles

———————————

Letter: Robert Schumann to his mother.

Leipzig, 15 December 1830 (evening)

Es geht mir manchmal recht wohl und schön:  bin fleißig und mache prächite Fortschritte: in drei bis vier Jahren hoff ich so weit wie Moscheles zu sein. Und weißt Du noch, wie wir in Karlsbad im Koncert neben einander Sagen und Du mir freudig zuflüstertest: Moscheles sißt hinter uns? Wie ihm dann Alle achtend aus dem Weg gingen und wie er so bescheiden durch die Menschen ging. Ich will mir ihn in Allem zum Vorbild machen. Glaube mir’s, meine gute Mutter, mig Geduld und Ausdauer vermag ich viel, wenn ich will.

[Clara Schumann, ed., Jugenbriefe von Robert Schumann (Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1910), 136.]

Letter: Robert Schumann to Ignaz Moscheles.

Düsseldorf, den 20sten November 1851

Hochgeehrter Herr,

Freude und Ehre haben Sie mir bereitet durch die Widmung Ihrer [Violoncell-] Sonate[1]; sie gilt mir zugleich als eine Ermunterung meines eigenen Strebens, an dem Sie von jeher freundlich Antheil nahmen. Als, ich, Ihnen gänzlich unbekannt, vor mehr als 30 Jahren in Carlsbad mir einen Concertzeddel, den Sie berührt hatten, wie eine Reliquie lange Zeit aufbewahrte, wie hätte ich da geträumt, von so berühmten Meister auf diese Weise March 6, 1824): 9 zu werden. Nehmen Sie meinen innigsten Dank dafür!

[F. Gustav Jansen, Robert Schummans Briefe. Neue folge (Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1904), 351]

[1] Square brackets are not editorial; The sonata Schumann is referring is Moscheles’ Op.121: Sonata, for Piano and Violoncello.

Robert Schumann

Robert hörte nämlich in Karlsbad, wohin ihn sein Vater, dessen fortwährend schwankende Gesundheit den Gebrauch dieses Bades nöthig machte, mitgenommen hatte, Ignatz Moscheles, den epochemachenden Meister des Klavierspiels in einem seiner dort veranstalteten Conzerte*), und empfing damit die Eindrücke allgemein bewunderter und gediegenster Künstlerschaft. Wie mächtig und nach haltig dieselben auf das jugendliche Gemüth einwirkten, geht aus dem Umstande hervor, daß Schumann bis in seine letzten Lebensjahre hinab die ungeschwächte Erinnerung dieses Erlebnisses bewahrend, öfters mit wahrer Begeisterung von demselben sprach.

*) Durch die Güte des Herrn Professor Moscheles bin ich in Stand gesetzt, hierüber notorische Data zu veröffentlichen; derselbe gab im Sommer 1819 zwei Concerte in Karlsbad und zwar am 4. und 17. August.

[Wilhelm Joseph von Wasielewski, Robert Schumann eine Biographie (Dresden: Rudolf Kunze, 1858), 14.]

Wilhelm Joseph von Wasielewski Correspondence

Concerte

….

1819 4. August in Carlsbad, Rondo brillant in

D [-Dur].

Var [iationen] über örster [reichnische]

Volks-Melodien u[nd] Fantasien.

[Renate Federhofer-Königs, ed., Wilhelm Joseph von Wasielewski (1822-1896) im Spiegel seiner Korrespondenz. (Tutzing: Hans Schneider, 1975), 197.]


5 September 1818

Joseph Sellner’s Concert

Karlsbad: Theater

Programme

Overture, Lodoiska Cherubini
Oboe ConcertoMr. SellnerSellner
Piano Rondo Brilliant with Orchestral Accompaniments [Op.43]Mr. MoschelesMoscheles
From Ciro in Babilonia: AriaMme Schüler-Biedenfeld;
Violin Accomp.: Mr. Vranický
Rossini
Violoncello PolonaiseMr. MerkMerk
Concertante for Flute and OboeMessrs. Keller, SellnerMoscheles
Romance, ‘Der Abschied der Troubadours’ for Voice, Piano, Violin and Guitar
(words by Castelli)
Mme Brandstätter, Messrs. Moscheles, Vranický, GiulianiΜοscheles, Mayseder,
& Giuliani
Principal Vocalists: Mesdames Brandstätter, Schüler-Biedenfeld
Principal Instrumentalists: Messrs. Giuliani, Keller, Merk, Moscheles, Sellner, Vranický

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Advertisements

Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung (September 2, 1818): 800.

Concert-Anzeige.

Künftigen Sonnabend den 5. September wird Hr. Sellner, Oboist und Mitglied des k. k. Hof-Opern-Orchesters, die Ehre haben, im Theater zu Baden (zur gewöhnlichen Theaterstunde) eine eine grosse musikalische Akademie zu geben, in welcher Mad. Brandstädter, die Herren Giuliani, Moscheles, Merk, Keller und Gebrüder Wranitzky durch ihre ausgezeichneten Talente ihn gefälligst unterstützen werden. Vor der Akademie wird ein neues Stück aufgeführt.

Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung (September 4, 1818): 808.

[Same as issued in Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung on September 2]

Reviews

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (September 17, 1818): 852.

Baden, den 6. September. Die schönen Abende im Freyen, die hier so genußreich sind, hören bey der vorgerückten Jahrszeit allmählig auf; die fröhlichen Spaziergänger, besonders Spaziergängerinnen, flüchten in die Zimmer, und Musik, Spiel und andere Zerstreuungen werden aufgebothen. In einer so traurigen Bad-Periode, man könnte sie das Alter des Badlebens nennen, ist es nun besonders für denjenigen angenehm, öffentliche Versammlungsorte der eleganten Welt zu besuchen, der nicht das Glück hat, einem häuslichen oder freundschaftlichen Zirkel anzugehören. Der Ersatz, den sie biethen, ist um so größer, wenn die Gegenstände der unterhaltung von der Beschaffenheit sind, daß sie ein allgemeines Interesse erhalten. Unter diesen steht die Musik ganz gewiß oben an, sowohl der ausgezeichneten Künstler wegen und der trefflichen Kompositionen, welche und womit sie gegenwärtig in höheren Zirkeln allein nur auftreten können, als auch in Rücksicht der Zuhörer und Zuhörerinnen, die hier größten Theils zu den gebildetsten der Kaiserstadt in dieser Kunst gehören, und das will wahrlich nicht wenig sagen. Ich habe Ihnen neulich von der herrlichen Serenade Nachricht gegeben, die wir hier am Vorabende des Louisen-Tages zu hören den Genuß hatten, die aber nicht von der hiesigen Bürgerschaft, wie ein auswärtiges Blatt fälschlich berichtete, gebracht wurde; ein Seitenstück dazu both der gestrige Abend im Schaus spielhause, der eine nicht minder reitzende Kunstunterhaltung gewährte, da fast alle dieselben Künstler sie bewirkten, die jene ausgeführt haben. Es gab nähmlich der so rühmlich bekannte Künstler der Oboe, Hr. Jos. Sellner, Mitglied des k. k. Hof-Opern-Orchesters, eine große musikalische Akademie, wozu nicht nur der liberale Schauspiel-Direktor Hr. Hensler das Theater für diesen Abend abtrat, sondern auch mit wahrhaft kunstbrüderlichem Sinne folgende ausgezeichnete Künstler Wiens ihr schönes Theil beytrugen, um den Genuß der Anwesenden, worunter vor allen der allerhöchste Hof zu nennen ist, ganz vollkommen zu machen.

Nach einer sehr gut ausgeführten Ouvertüre aus Lodoiska trug zuerst wie billig der Koncertgeber selbst das erste Stück eines Koncertes für die Oboe, von seiner eigenen Komposition vor, und wurde mit jenem Beyfalle belohnt, der einem so vollkommenen Spiele auf diesem schweren Instrumente um so mehr gebührt, je seltner die Künstler sind, die es durch Talent und Fleiß zu einer so hohen Virtuosität auf demselben gebracht haben. Hr. Moscheles spielte sodann ein für das Pianoforte mit Orchester-Begleitung von ihm selbst komponirtes Rondeau brillant auf die ihm eigne wahrhaft brillante Weise, worauf Mad. Brandstätter eine Arie, mit obligater Violine aus der Oper Cirus, von Rossini sang, wobey sie von Hrn. Anton Wranitzky auf der Violine begleitet wurde. Mit großer Kunstvollkommenheit hörten wir nun Hrn. Merk eine Polonaise vor tragen, die von ihm selbst für das Violoncell mit Orchester-Begleitung komponirt ist. Rauschender Beyfall folgte seinem meisterhaften Spiele. Einen eigenen reitzenden Genuß gewährte ferner eine Concertante, für Flöte und Oboe von Hrn. Moscheles gesetzt, und von Hrn. Keller und Hrn. Sellner vorgetragen. Das Charakteristische der Instrumente, und die ausgezeichnete Art der Behandlung, worin diese beyden Künstler so vorzüglich sind, erregten allgemein Bewunderung. Den Schluß machte der Abschied der Troubadours, Romanze mit abwechselnden Variationen des Piano-Forte, der Violine und der Guitarre, komponirt von den Herren Moscheles, Mayseder und Giuliani, und vorgetragen von Mad. Brandstädter, und den HH. Moscheles, Guiliani und Wranitzky, die wir jedoch von Mad. Brandstädter schon glücklicher singen hörten. Die Zufriedenheit der Anwesenden bey dieser ausgezeichneten Akademie stand mit dem schönen Genusse, den sie gewährte, im vollkommensten Verhältniß. Vor der Akademie wurde von der hiesigen Schauspielergesellschaft zum ersten Mahle: Die Thermolampe, oder: Der schwatzhafte Kus, Lustspiel in Versen und I Akt von Weiland Joachim Perinet, gegeben und mit Beyfall aufgenommen.

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (September 26, 1818): 363-364.

Concerte.

Baden, den 5. September.

Heute hatten wir das Vergnügen, nach der Darstellung des Lustspiels: Die Termolampe, eine in dem Theater von Herrn Jos. Sellner, Mitglied des k. k. Hof-Opernorchesters, gegebene musikalische Akademie zu hören, welche unbestreitbar zu den höchsten Kunstgenüssen gehört, die uns dieses ganze Jahr zu Theil wurden, und wofür schon die Nahmen der ausgezeichneten Künstler hinlänglich Bürgschaft sind. Die Akademie begann mit der Ouverture aus Cherubini’s Lodoiska, welche mit Kraft und Präcision gegeben wurde. Hierauf liess sich der Concertgeber, Herr Sellner, in einem von ihm selbst componirten Allegro eines Concerts auf der Oboe hören, ein Vortrag übertraf bey weitem jede Erwartung, und die Sicherheit und Reinheit des Tons, der Glanz seiner Bravour und die seelenvolle Lieblichkeit seines Vortrages erheben ihn zu einem der ersten Oboisten. Nach ihm erschien der anerkannte Meister, Herr Moscheles, in einem von ihm componirtem Rondeau brillant für das Pianoforte mit Orchesterbegleitung. Wer diese Composition von ihm in Wien vortragen hörte, der wird sie gewiss mit uns zu den lieblichsten Blüthen seines reichen Genius zählen. Mad. Brandstätter sang eine Arie mit obligater Violine aus der Oper: Cyrus, vom Rossini, zwar nicht ohne Befangenheit, dennoch mit einem soliden und anmuthigen Vortrag, woran das zarte Accompagnement des Herrn Wranitzky sich lieblich anschmiegte. Eine von Herrn J. Merk componirte und vorgetragene Polonaise für das Violoncell erregte die lebendigste Bewunderung für das seltene Talent dieses jungen Künstlers. Die hierauf folgende Concertante für Flöte und Oboe überzeugte nicht nur neuerdings von dem ausgezeichneten und mannigfaltigen Compositionstalent des Herrn Moscheles im Allgemeinen, sondern liess auch auf das Lebhafteste wünschen, dass er noch mehrere Stunden seiner Musse auf Arbeiten für diese Instrumente anwenden möchte, da wir nur Weniges der Art besitzen, was so innig und geistreich für die Natur dieser Instrumente sich eignet. Die Virtuosität des Flötisten, Herrn C. Keller, ist zu sehr und allgemein anerkannt, um noch bemerken zu müssen, dass er an Bravour, Sinnigkeit und Anmuth im Vortrage dieser fremden Composition nichts zu wünschen übrig liess, und mit Herrn Sellner auf die würdigste Art um den Kranz rang. Den genussreichen Abend beschloss der köstliche Abschied des Troubadours, Romanze mit abwechselnden Variationen für Pianoforte, Violine und Guitarre, componirt von den Herren Moscheles, Mayseder und Giuliani, und vorgetragen von Mad. Brandstätter, den Herren Moscheles, Wranitzky und Giuliani. Wenn wir bey diesem Stücke die sonst gewohnte Besetzung und Einheit vermissten, so müssen wir doch die vorzügliche Ausführung des Pianoforte und der Guitarre dankbarst erwähnen.

n.d. August 1818

Concert

Karlsbad: Outside of the Apartment of Marie Louise, Duchess of Parma

↓Programme

Violin VariationsMr. VranickýRode
Guitar PolonaiseMr. Giuliani 
Flute VariationsMr. KellerKeller
Violoncello PotpourriMr. MerkRomberg
Grand Piano Variations on a Military March
with Orch. Accomp. (Alexander Variations)
Mr. MoschelesMoscheles
Principal Instrumentalists: Messrs. Giuliani, Keller, Merk, Moscheles, Vranický

———————————

Review

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (August 29, 1818): 852.

Baden. Einen freundlichen Kunstgenuss gewährte uns eine Serenade, welche die so ausgezeichneten Virtuosen von Wien, Giuliani, Moscheles, Merk, dann Hr. Wranitzky, und der berühmte königl. Würtembergische Kammer-Virtuos Hr. Keller, am Vorabende des Louisentages hier brachten. Dieses liebliche Kunstfest wurde vor der Wohnung J. M. der Erzherzoginn Marie Louise, Herzoginn von Parma, gegeben, und von JJ. k. k. M.M. und den anwesenden Gliedern der durchlauchtigsten Herrscherfamilie aus den Fenstern angehört. Eine unzählige Menge von Zuhörern hatte sich dabey eingefunden, die Damen und Herren waren vor ihren Wohnungen auf Sitzen gelagert; die Witterung begünstigte es. Zuerst spielte Hr. Wranitzky Variationen auf der Violine von Rode. Diesen folgte eine Polonaise, gesetzt und auf der Guitarre gespielt von Hrn. Giuliani. Alle Zartheit und Grazie, womit dieser Künstler sein Instrument zu behandeln weiß, entwickelte er hier und entzückte seine Zuhörer. Hierauf trug Hr. Keller Variationen, von ihm selbst komponirt, auf der Flöte mit jener Meisterschaft vor, die wir immer an ihm bewunderten, und worin er so einzig ausgezeichnet ist. Hr. Merk spielte sodann ein Potpourri von Bernhard Romberg auf dem Violoncello mit gewohnter Vortrefflichkeit, und Hr. Moscheles schloß den viel zu schnell entschwindenden genußreichen Abend durch Variationen über den Alexander-Marsch, von ihm selbst gesetzt, und mit der bekannten großen Kunstfertigkeit gespielt, die ihn zu einem der ersten Meister auf dem Piano-Forte macht. Sämmtliche Künstler erhöhten den Genuß noch dadurch, daß sie sich von der Gegenwart des allerhöchsten Hofes, und der k. k. Familie, so wie einer großen Anzahl der gebildetsten Kurgäste, wie sie Baden in diesem Augenblicke in sich vereinigt, begeistert und gehoben fühlten. Möchte uns bald wieder ein so hoher Kunstgenuß zu Theil werden. Am folgenden Abend wurde in dem hiesigen Theater unter der Leitung des Hrn. Omer ein ritterliches Divertissement zum Besten der Armen aufgeführt.

17 August 1817

Ignaz Moscheles’ and Joseph Mayseder’s Benefit Concert

Karlsbad: Redoutensaal

Programme

Overture, arranged for Two Pianos
for Eight-Hands
Messrs. Halm, Leidesdorf,
Moscheles, Voříšek
Moscheles
Violin Bravura Variations with
Quartet Accompaniment (new)
Mr. MaysederMoscheles
Caprice and Potpourri Concertante for
Piano and Violoncello [Op.37]
Messrs. Moscheles, MerkMoscheles
Polonaise for Violin, Guitar
and Violoncello
Messrs. Mayseder, Giuliani, MerkGiuliani
Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
*Declaration, ‘Ein Schwank’Mr. Grimm 
*Declaration, ‘Das Waldweibchen’Miss BandiniCastelli
Principal Vocalists: Miss Bandini; Mr. Grimm
Principal Instrumentalists: Messrs. Giuliani, Halm, Leidesdorf, Mayseder, Moscheles, Merk, Voříšek

 

———————————

Programme Notes: The Violin Variations with Quartet Accompaniment was published as Op.39 by S. A. Steiner und Comp., however it does not correspond to Moscheles Op.39: Introduction and Variations, for the piano on an Austrian National Air.



Review

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (August 28, 1817): 302-303.

Musikalische Unterhaltung in Baden zum Vorltheile der Herren Moscheles und Mayseder am 17. August im Redouten-Saale daselbst.

Musik-Stücke: 1. Ouverture, componirt (und arrangirt) für acht Hande auf zwey Pianoforte von Moscheles, vorgetragen von demselben, den Herren Leidesdorf, Halm und Worzischek. Eine Arbeit, über deren Werth man lange einig ist, welche aber demselben Schicksal ausgesetzt ist, wie alle auf solche Art arrangirten Compositionen, das heisst, der Zuhörer wird immer, wenn er die Spielenden nicht in der Nähe beobachten kann, etwas unbefriedigt bleiben, er wird wohl den Künstler in der Ausübung, nie aber das Werk genau würdigen können, da das Rauschende und dennoch Einförmige ihn nie so anspricht, wie ein auf verschiedene Instrumente vertheilter Satz, um so mehr, da der der Saal (diess bewährte sich auch in den übrigen Stücken) in akustischer Hinsicht für kleinere Kammermusik und Declamation keineswegs vortheilhaft ist. 2. Neue Variationen für die Violine mit Quartett-Begleitung von Moscheles (welche vor kurzem bey Steinen und Comp. erschienen sind), vorgetragen von Herrn Mayseder. Die ungewöhnlich grosse Hitze schien ihm das Spiel sehr erschwert zu haben. 3. Neues Pot-pourri für Pianoforte und Violoncell, von Moscheles, vorgetragen von demselben und Herrn Merk. Composition und Ausführung erhielt den verdienten Beyfall. 4. Concertirende Polonaise (lange nicht mehr neu) für Violine, Guitarre und Violoncell, von Giuliani, vorgetragen von den Herren Mayseder, Giuliani und Merk. 5. phantasirte Herr Moscheles (zum Schlusse) auf dem Pianoforte, und zeigte sich wieder als Virtuose auf die brillanteste Weise; doch auch in der freyesten Phantasie, wenn sie wirklich jene und zwar vorzüglichste Eigenschaft enthält, dass sie tief in die Individualität des Künstlers blicken lässt, und die Form der Kunst gleichsam zum Reflectir-Spiegel seines Inneren macht, vermisst man doch gewiss ungerne melodiöse Stellen, die Sprache dessen, der nicht nur Kunst, sondern auch, von Empfindung durchdrungen, diese wieder zu geben strebt.—Ein Schwank auf Endsylbe enz, vorgetragen von Herrn Grimm; das Waldweibchen, Mährchen von Castelli, declamirt von Dlle. Bandini, gefielen. Ausser dem Endreimen hat Referent vom Ersteren sehr wenig verstanden.

5 August 1816

[Ignaz Moscheles’ Concert]

Karslbad: Sächsischen Saale

↓Programme 

[Free Piano Fantasia]Mr. Moscheles 
Grand Piano Variations on a Military March with
Orch. Accomp. (Alexander Variations)
Mr. MoschelesMoscheles
  
Piano Polonaise with Orch. Accomp.Master [?] 
Guitar PotpourriMr. GiulianiGiuliani
Principal Instrumentalists: Master [?], Messrs. Giuliani, Moscheles
———————————

Charlotte: ‚…folgte er der Einladung der gräflichen Familie Wallis, den Sommer mit ihr in Karlsbad zuzubringen. Karlsbad war in jenem Sommer der Sammelpunkt einer glänzenden Gesellschaft von Fürsten und hohen Adeligen, bedeutenden Staatsmännern und Künstlern. Dort waren ausser König Friedrich Wilhelm III. von Preussen Hardenberg und Gneisenau, Wittgenstein, Rostopschin u. A. Der preussische, österreichische und russische Adel überbot sich in glänzenden Festen und dabei gab es die angenehmste Mischung der Stände, da sich die hohen Herrschaften gern um die Künstler gruppirten und mit ihnen Musik machten. Die russische Baronesse Lunin sang vortrefflich und Fürst Galizin, der sich der Composition ergeben hatte, componirte ihr Romanzen, die Moscheles revidirte und ihr beim Vortrag am Clavier begleitete. Moscheles machte auch hier namentlich mit seinen Alexander-Variationen und seinen Phantasien Furore. Die Zeichen der Anerkennung, die ihm von allen Seiten entgegengebracht wurden, und die Gastfreundschaft, der er überall begegnete, ermunterten ihn, und oft hat er sie in späteren Jahrzehnten gepriesen, im Gegensatze zu der Nüchternheit und Gleichgültigkeit, mit der man in unseren Tagen aufstrebenden Talenten entgegenzukommen pflegt‘. [AML I, 27.]

Wilhelm Joseph von Wasielewski Correspondence

Concerte

….

1816 5. August in Carlsbad, spielte den Alexandermarsch

[op. 32]

[Renate Federhofer-Königs, ed., Wilhelm Joseph von Wasielewski (1822-1896) im Spiegel seiner Korrespondenz. (Tutzing: Hans Schneider, 1975), 197.]

Reviews

Kaiserlich-königliche privilegierte Prager Zeitung (August 29, 1816): 943.

(Notizen aus Karlsbad)

Unter den erfreulichen musikalischen Abenden, welche uns der heurige Sommer gewährte, verdient auch das Conzert erwähnt zu werden, welches uns der beliebte Klavierspieler aus Wien, Herr Moscheles in sächsischen Saale gab.

Ein vorzüglich guter Ruf war dem jungen Künstler vorangegangen und man kann mit Recht behaupten, daß er demselben entsprach. Kraft, Leichtigkeit und Sicherheit womit er die größten Schwierigkeiten überwindet, sind die Eigenschaften seines Spieles, für welches ihm der ungetheilteste Beifall zu Theil wurde.

Kunstfertigkeit und geschmackvoller Vortrag geben Herrn Moscheles Anspruch auf den Names eines ausgezeichneten Klavierspielers und auch als Kompositeur erhielt er Baifall. Was er als Lehrer zu worken vermag, bewies das artige Spiel eiener achjährigen Schülerin von ihm, die eine Polonaise mit Orchesterbegleitung zur allgemeiner Zufriedenheit vortrug.

Der allgemein bekannte große Quitarrkünstler, Herr Giuliani, erhöhte den Reiz des Abends durch ein glänzendes Pot-Pourri von seiner Komposition und verschaffte uns, indem er seinen Ruhm aus Neue bewährte, einen hohen Genuß.

Prager Oberpostamtszeitung (August 29, 1816): 242.

(Notizen aus Karlsbad) Unter den erfreulichen musikalischen Abenden, welche uns der heurige Sommer gewährte, verdient auch das Conzert erwähnt zu werden, welches uns der beliebte Klavierspieler aus Wien, Herr Moscheles in sächsischen Saale gab. Ein vorzüglich guter Ruf war dem jungen Künstler vorangegangen und man kann mit Recht behaupten, daß er demselben entsprach. Kraft, Leichtigkeit und Sicherheit womit er die größten Schwierigkeiten überwindet, sind die Eigenschaften seines Spieles, für welches ihm der ungetheilteste Beifall zu Theil wurde. Kunstfertigkeit und geschmackvoller Vortrag geben Herrn Moscheles Anspruch auf den Names eines ausgezeichneten Klavierspielers und auch als Kompositeur erhielt er Baifall. Was er als Lehrer zu worken vermag, bewies das artige Spiel eiener achjährigen Schülerin von ihm, die eine Polonaise mit Orchesterbegleitung zur allgemeiner Zufriedenheit vortrug.—Der allgemein bekannte große Quitarrkünstler, Herr Giuliani, erhöhte den Reiz des Abends durch ein glänzendes Pot-Pourri von seiner Komposition und verschaffte uns, indem er seinen Ruhm aus Neue bewährte, einen hohen Genuß.