15 November 1818

Charity Fund

 

Vienna: Kaiserliches und Königliches Hoftheater zu Wien

↓Programme

AriaMme Grünbaum  Niccolini
Declaration, ‘Der Mensch’Mme SchröderGubitz
Declaration, ‘Der Morgen’Mr. SiebertEckartshause
Declaration, ‘Weiberlob’Mr. Costenoble 
Overture, Egmont Beethoven
Overture, Prometheus Beethoven
Piano MusicMr. MoschelesMoscheles
Symphony Bochsa
Violin Concerto No.8 in E minorMr. BöhmRode
Flute MusicMr. KellerKeller
Principal Vocalists: Mesdames Grünbaum, Schröder; Messrs. Costenoble, Siebert
Principal Instrumentalists: Messrs. Böhm, Keller, Moscheles

———————————


Reviews

Janus (November 11, 1818): 65

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (November 21, 1818): 435.

Musikalisch-declamatorische Abendunterhaltung im k. k. Hoftheater nächst dem Kärnthnerthor am 15. Nov. zum Vortheil der öffentlichen Wohlthätigkeits-Anstalten.

Die Kunstleistungen der Herren Böhm, Moscheles, Merk und Keller, ersterer in dem ersten Stück des Rhode’schen Concertes (E-moll), die übrigen in eigenen Compositionen, wurden nach Verdienst gewürdiget. Mad. Grünbaum sang eine Arie von Nicolini vortrefflich; doch sprach die Composition nicht an. Herr Siebert entfaltete in einem von ihm in Musik gesetzten Gedicht von Ekardtshausen, der Morgsn [sic], den ganzen Umfang seiner herrlichen Stimme; die Ursache, warum man dieses Stück etwas zu lange fand, mag wohl nur die seyn, weil das Gedicht strophenartig behandelt ist. Die Ausführung zweyer Beethoven’schen Ouverturen: die Geschöpfe die Prometheus, und Egmont war nicht präcis genug, daher hat die Schlusssymphonie von Bochsa d. j. eben nicht viel Lust mehr erweckt, sie mit Aufmerksamkeit anzuhören. Ein Gedicht von Gubitz: der Mensch, wurde von Mad. Schröder mit Beyfall declamirt, ein anderes: Weiberlob, von Herrn Costenoble-vorgelesen.

Allgemeine musikalische Zeitung (January 6, 1819): 12-13.

[Wien, November] Am 15ten im Kärnthnerthortheater fur den Wohlthätigkeitsfond, worin sich Mad. Grunbaum in einer Arie von Nicolini, Hr. Siebert in dem von ihm componirten Eckartshausen’schen Gedicht: Der Morgen, hören liess, Hr. Böhm das Rode’sche Violinconcert in Emoll ungemein brav ausführte, so wie die Hrn. Moscheles und Keller in eigenen Compositionen den genuss reichen Abend verschönten, der nur durch die ziemlich mangelhafte Exsequirung der Beethovenschen Ouverturen aus Prometheus und Egmont, so wie einer ganz unerheblichen von Bochsa einigermassen gestört wurde.

8 November 1818

Carl Keller’s Concert

Vienna: Kleiner Redoutensaal

Time: Morning, Half Past One o’Clock

Tickets: 4 Florins

Programme

Overture, Salem Mosel
Flute PolonaiseMr. KellerKeller
Piano Concerto No.3 in C sharp minorMr. MoschelesRies
Concertante for Flute and OboeMessrs. Keller, SellnerMoscheles
AriaMme Schüler-BiedenfeldS. Mayer
Flute Divertissement with Orchestral
Accompaniments (new)
Mr. KellerKeller
Principal Vocalists: Mme Schüler-Biedenfeld
Principal Instrumentalists: Messrs. Keller, Moscheles, Sellner

 

———————————


Programme Notes: The Concertante for Flute and Oboe by Moscheles may refer to the Concertante in F major for Flute, Oboe and Orchestra.

Advertisement

Oesterreichischer Beobachter (November 4, 1818): 1610.

Concert-Anzeige. Mit hoher Bewilligung wird Sonntag den 8. November Carl Keller, Tonkünstler auf der Flöte, die Ehre haben, vor seiner baldigen Abreise, eine große musikalische Academie im k. k. kleinen Redouten-Saale um die Mittagsstunde zu geben.—Inhalt derselben: l) Ouvertüre aus der Oper Salem von Hrn. v. Mosel. 2) Concert-Polonaise für die Flöte, componirt und vorgetragen von C. Keller. 3) Pianoforte-Concert (in Cis moll) von F. Ries, vorgetragen von Hrn. J. Moscheles. 4) Concertino für Flöte und Oboe, componirt von J. Moscheles, vorgetragen von Hrn. J. Sellner und C. Keller. 5) Arie von Simon Mayer, gesungen von Mme. Biedenfeld Bonafegla. 6) Neues Divertissement für die Flöte mit Orchester-Begleitung, componirt und vorgetragen von C. Keller. Aus besonderer Gefälligkeit für den Concertgeber haben Mme. Biedenfeld Bonafegla, und die Herren Moscheles und Sellner, die Ausführung genannter Stücke, so wie Hr. Kapellmeister Gyrowetz, die Direction am Clavier übernommen. Billets zu 4 fl. WW. find in der Kunsthandingen der Herren Artaria und Comp., und P. Mechetti, so wie am Tage der Aufführung an der Kasse zu haben. Der Anfang ist um halb 1 Uhr

Reviews

Janus (November 11, 1818): 65-66.

—Am 8. November gab Herr Keller, Tonkünstler auf der Flöte vor seiner Abreise ein Concert im k. k. kleinen Redoutensaal. Es wurde eröffnet mit einer Ouverture aus der Opera Salem von Herrn von Mosel. Die Composition war ganz in der würdevolle, kräftigen Style, welcher alle größern Werke des Verfassers zur Freude des wahrhaft gebildeten Publikums auszeichnet. Herr Keller trug eine Concertpolonaise nebst einem Divertissement von seiner eigenen Composition vor und ein Concertino für Flöte und Oboe, componirt von Moscheles. Herr Keller charakterisirt sich als Meister durch einen reinen und schönen, wenn auch nicht ausgezeichnet starken Ton, durch Sicherheit in Ueberwindung bedeutender Schwierigkeiten und durch einen ausgebildeten Vortrag. Bei dem Concertino war wohl die Zusammenstellung von Oboe und Flöte nicht glücklich gewählt. Die Introduktion zeichnete sich aus durch schneidende, nichts sagende Modulationen, das Rondo durch Mangel an charakteristischen Melodien. Madame Biedenfeld sang eine lange Arie von Mayer. Herr Moscheles trug das bekannte Concert aus cis moll von Ries vor. Er verdiente den Dank des Publikums wegen der glücklichen Wahl, und wir wünschen sehr, daß er darin immer so viel Geschmack zeige. Das Tempo im ersten Allegro wechselte er wohl öfter als nothwendig war und im letzten nahm er es so schnell, daß hier und da die Präcision wohl etwas darunter litt. Außerdem entwickelte dieser Künstler wieder alle die glänzenden Vorzüge seines Spiels, wofür das gerechte Publikum mit einem allgemeinen rauschenden Beifall dankte. Möge Herr Keller, da er jetzt Wien verläßt, überall die Aufnahme finden, die ihm als einem hervorragenden Künstler gebührt und zu der wir im Vorausihm Glück wünschen.

Wiener allgemeine Theaterzeitung. Ein Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (November 12, 1818): 543.

Musikalische Akademie.

Sonntag am 8. November wurde von Hrn. Carl Keller, Tonkünstler auf der Flöte, in k. k. kleinen Redoutensaale um die Mittagsstunde eine musikalische Akademie gegeben. Sie begann mit der schönen Ouverture aus der Oper: „Salem,“ von Mosel, welche  sehr brav ausgeführt wurde. Sodann spielte der Concertgeber eine Concert-Polonaise auf der Flöte von eigenes Composition. Der Tonk2unstler zeichnete sich durch sein reines und gerundetes Spiel, durch seinen gar sehr lieblichen Vorstrag und eine besondere Eigenthümlichkeit in der Behandlung des Instrumentes aus, wodurch in zartesten Pianissimo weder die Deutlichkeit, noch im höchsten Fortissimo die Anmuth verloren geht. Jetzt trug Hr. Moscheles das Pianoforte-Concert in Cis-mol von F. Ries vor. Eine sehr schöne Composition, ganz unübertrefflich gespielt. Wer diesen einzigen Tonkünstler in seiner Art noch nicht hörte, hat auch noch gar keine Ahndung davon, was auf diesen Hammer-Instrumente geleistet werden kann. Von unglaublicher Fertigkeit, Sicherheit und Reinheit des Spieles nicht zu frrechen, bewundert gewiß jeder Kenner die ganz individuelle Art seines Anschlages, dessen magische Wirtung jedem Ohr dieses Klavierspiel von jedem andern unterscheidet. Noch nie wurde der einmütigste, rauschendste Beyfall gerechter gezellt. Hierauf spielte der Concertgeber auf der Flöte und Hr. Sellner auf der Oboe ein Concertino von Moscheles. Beyde Tonkünstler entwickelten den ganzen Reichtdum ihrer schönen Gaben. Hr. Keller glänzte besonders durch seinenVortrag; Hr. Sellner durch seine unglaubliche Fertigkeit auf diesem schwierigen Instrumente: aber dasselbe schadete sich und dem anderen Concertierenden durch eine übergroße Schärfe des Tones. Die Composition ist sehr schön, zweckmäßig, aber stellenweise vielleicht etwas zu üppig aufschließend. In einem Rossengarten finden Cedern nicht genug Raum. Mad. Biedenseld, Bonasegla sang eine Arie von Simon Mayer, welche in Satz, Vortrag und Gesangsweise einen zu sehr veralteten Zuschnitt hatte, als daß sie hätte vorzüglich ansprechen können. Das Alterthümliche muß durch innere Gediegenheit und natürliche Anmuth und mit der Fremdartigkeit der Form verlöhnen, wenn es gefallen soll. Dieß war hier nicht der Fall, obwohl man der gewandten Kehle der Sängerinn Gerechtigkeit widerfahren ließ. Den Beschluß machte noch ein Divertissement auf der Flöte, gespielt und gesetzt von Concertgeber. Auch in seldem äußerte er durch die zarte und sinnige Behandlung seines Instrumentes eine besondere Gewalt auf die Herzen. Man fühlte sich der Wirkung einer Zauberflöte hingegeben; all die leisen Gefühle unschuldsvoller Seelen gaukelten wie tanzende Elfen im Mondscheinsnebel einer Sommernacht vor dem halbwachen Bewußtseyn, und das Jagen und Wirbeln, Girten und Kosen, Seufzen und Jauchzen der süßesten Töne löste sich in ein Gefühl auf, dessen gewaltsame Beendigung durch den Schluß der Akademie deswegen wehlthätig wurde-weil der Mensch Contraste mit seiner Wirklichkeit nicht lange ohne Pein aushält. Beyde Compositionen des Concertgebers sind ganz für ihn und sein Instrument geeignet. Es wurde ihm und allen Mitwirtenden reichlicher Beyfall.

R. M. T

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (November 12, 1818): 1111-1112.

Hr. C. Keller, der rühmlich bekannte, Virtuos auf der Flöte, gab am 8. D. um die Mittagsstunde eine Akademie im k. k. kleinen Redouten-Saale, die uns einen seltenen Kunstgenuß gewährte. Die kräftige Ouverture aus der Oper Salem von Hm. von Mosel eröffnete das Ganze. Hr. Keller spielte eine sehr effektivolle Konzert-Polonaise und ein Divertissement, bestehend aus einer Introduktion und Variationen über die beliebte Sentinelle von eigener Komposition, worin er sich neuerdings als einer der ersten Meister auf seinem Instrumente bewährte. Wir haben schon bey seiner im vorigen Winter gegebenen Akademie ausführlicher über sein Spiel gesprochen, worauf wir uns jetzt beziehen. Ein Concertino für Flöte und Oboe, vorgetragen von dem Konzertgeber und Hrn. Sellner, komponirt von Hrn. Moscheles, gab beyden Künstlern zwar Gelegenheit ihre Kunstfertigkeit zu zeigen, konnte aber keine große Wirkung hervorbringen, da die Komposition trotzaller gesuchten Modulationen dock, kein Interesse erregt. Desto mehr gefiel das Pianoforte-Konzert von Ries aus Cis-moll, welches Hr. Moscheles äußerst brav vortrug. Das Tempo des leiten Satzes schien uns doch etwas zu schnell und für die Wirkung des Ganzen nicht eben besonders vortheilhaft, da wahres Feuersich nicht durch blosse Geschwindigkeit ausdrückt. Unangenehm war, daß die Hörner etwas zu tief standen, was hier sehr bemerkbar wurde. Mad. Biedenfeld sang eine große Bravour-Arie von Simon Maier, welche aber nicht allgemein ansprach.

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (November 14, 1818): 419.

Musikalische Akademie,

gegeben von Herrn Carl Keller, Tonkünstler auf der Flöte, im k. k. kleinen Redouten-Saale am 8. November.

Herr Keller spielte eine von ihm componirte Polonaise, ein Concertino für Flöte und Oboe (Herr Sellner), von Herrn Moscheles, und zum Schlusse ein neues Divertissement, ebenfalls von seiner Composition.—Des Concertgebers überaus lieblicher Ton, die immer reine Intonation in den entferntesten Klängen, der geschmackvolle Vortrag, die Wirkung, die er auf jeder, selbst scheinbar geringfügigen Stelle zu erzielen sucht, müssen überall ihm ungetheilten Beysall erwerben. Diess sind die besondern Vorzüge des geschätzten Virtuosen, der nun beynahe ein Jahr hindurch unsere musikalischen Zirkel mit seinem schönem Spiele ergetzte, bey so manchem wohlthätigen Zwecke gleich den einheimischen Virtuosen stets bereitwillig mitwirkte, sich eine allgemeine Achtung in jeder Hinsicht erwarb, und mit diesem Abschieds-Concerte nur noch mehr den Wunsch seiner Freunde und Gönner erweckte, er möge uns bald wieder besuchen. Die Compositionen sind gut und voll Wirkung. Herrn Sellners Spiel auf der Oboe war sehr lobenswerth; doch deckte dieses Instrument nicht selten (mit der ein gestrichenen Octave) die brillanten Stellen der Flöte. Den Anfang machte Herrn v. Mosel’s vortreffliche Ouverture zu der Oper: Salem, inzwischen spielte Hr. Moscheles ein Pianoforteconcert von Riess (Cis-moll); darin feyert Herr M. seinen Triumph— und Mad. Biedenfeld sang eine Arie von Simon Mayer.

Allgemeine musikalische Zeitung (January 6, 1819): 12.

[Wien, November] Am 8ten im k. k. kleinen Redoutensaal Hr. Keller, welcher in einer Polonoise. einem Concertino für Flöte und Hoboe, wobey ihn Hr. Sellner unterstützte, endlich in einem Divertissement neue Lorbeern errang und sich abermals als einen ausgezeichnet verdienstvollen Künstler bewährte. Hrn. von Mosel’s gediegene Ouverture der Oper: Salem, so wie das von Hrn. Moscheles meisterhaft gespielte Riess’sche Pianoforte – Concert in Cis moll waren sehr angenehme Zugaben; nicht so eine von Mad. Biedenfeld gesungene Arie

10 May 1818

Ignaz Moscheles’, Joseph Mayseder’s and Mauro Giuliani’s Fourth Concert for the Benefit of the Frauen-Vereine

Vienna: Landständischen Saale

Programme

 

Overture in C major,
Zur Namensfeier
(second time of performance)Beethoven
Piano Rondo Brilliant with Orchestral Accompaniments [Op.43]Mr. MoschelesMoscheles
Cavatina, ‘Oh dolce momento’Miss VranickýLeidesdorf
Ballad, ‘Die Liebeslaute’Mr. Castelli;
Guitar Accomp.: Mr. Giuliani
Castelli
Violin PotpourriMr. MaysederMayseder
AriaMr. Barth 
Romance, ‘Der Abschied der Troubadours’   for Voice, Piano,
Violin and Guitar (words by Castelli)
Miss Vranický, Messrs. Moscheles, Mayseder, GiulianiΜοscheles, Mayseder & Giuliani
Principal Vocalists: Miss Vranický; Mr. Barth
Principal Instrumentalists: Messrs. Giuliani, Mayseder, Moscheles

———————————


Eduard Hanslick: ‚Im J. 1818 vereinigte sich Mayse der mit den Beiden zu einer Reihe von „Musikalischen Unterhaltungen im landständischen Saale“ (an vier Donnerstagen hinter einander). Diese Concerte, von einem tüchtigen Orchester und guten Sängern unterstützt, boten recht anziehende Programme (in welchen allerdings Mayseder’sche „Variationen“ und „Potpourris“ eine große Rolle spielten) und durften sich nach dem Vorgang der früher er wähnten Hummel’schen „Ducaten-Concerte“ eines ähnlichen Erfolges rühmen. Auch hier war „der Abschied des Troubadours“ und „La Sentinelle“ als variirtes Viergespann die unausweichliche Schlußnummer‘.

[Eduard Hanslick, Geschichte des Concertwesen in Wien (Wien: Wilhelm Braumüller, 1869), 217.]

Reviews

Allgemeine musikalische Zeitung (June 24, 1818): 455.

[Wien, May] Am 10ten veranstalteten die Hrn. Moscheles, Mayseder und Giuliani im landständischen Saale noch ein viertes Schlussconcert, dessen reinen Ertrag sie dem adeligen Frauen-Vereine zu wohlthätiger Verwendung einhändigten. Der Inhalt war: 1. Beethovens Jagd-Ouverture. 2. Rondeau brillant für Pianoforte mit Orchesterbegleitung, comp. und gespielt von Moscheles. 3. Die Cavatina variata: Oh dolce momento—gesungen von Dem. Wranitzky. 4. Castelli’s Ballade, die Liebeslaute, von ihm selbst declamirt, und von Giuliani mit der Guitarre begleitet. 5. Potpourri für die Violine, gesetzt u. vorgetragen von Hrn. Mayseder. 6. Arie, gesungen von Hrn. Barth. 7. Der Abschied der Troubadours, Romanze von Castelli, auf eine Original-Melodie mit abwechselnden Variationen für Pianoforte, Violine und Guitarre, ausgeführt von Dem. Wranitzky und den Concertgebern. Wahl, Vortrag und Beyfall standen im schönsten Einklange.

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (May 23, 1818): 183-184.

Grosse musikalische Akademie am 10. May.

Auch die Herren Moscheles, Mayseder und Giuliani gaben noch ein viertes Concert; die reine Einnahme widmeten sie dem adeligen Frauen-Verein zur Beförderung des Guten und Nützlichen. Van Beethovens Ouverture (C-dur) nun zum dritten Mahl in diesen Concerten, ein Rondo brillant für Pianoforte mit Orchester-Begleitung, componirt und vorgetragen von Herrn Moscheles; die Cavatine mit Variationen (oh dolce momento), gesungen von Dlle. Wranitzky; die Liebeslaute, Ballade, gedichtet und vorgetragen von Herrn J. F. Castelli, wozu Herr Giuliani die Guitarre setzte und spielte; ein Potpourri für die Violine, componirt und vorgetragen von Hrn. Mayseder, eine Arie, gesungen von Hrn. Barth, und der Abschied der Troubadours (Siehe d. Z. Seite 166) waren der Inhalt, der Werth der Stücke ist schon besprochen worden, auch jener der Liebeslaute (Hr. Krüger declamirte diese Ballade schon in seinem letzten Concerte) entschieden; die Nahmen der Künstler müssen ebenfalls denjenigen, der diessmahl nicht Gelegenheit hatte, der Unterhaltung beyzuwohnen, hinläng lich Bürge für die brillanteste Ausführung seyn, womit demnach jede weitere Lobeserhebung nur eine Wiederhohlung deren seyn würde, was wir bisher von ihnen sagten. Ein glänzendes, zahlreiches Auditorium erhöhte noch überdiess das Vergnügen in der angenehmen Überzeugung, wie werkthätig jeder zeit hier dem Guten, dem Nützlichen die Hand gebothen wird.

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (June 6, 1818): 200.

Im vierten Concerte des Herrn Hofschauspielers Krüger, und im vierten der Herren Moscheles, Mayseder und Giuliani wurde das Gedicht von Herrn Castelli: Die Liebeslaute, mit Guitarre- Begleitung, declamirt; man findet hier zu berichtigen nöthig, dass die Composition dazu im ersterem nicht von Herrn Giuliani war, welches die erhöhte Wirkung im zweytem wohl von selbst darthat.

30 April 1818

Ignaz Moscheles’, Joseph Mayseder’s and Mauro Giuliani’s Third Concert

Vienna: Niederösterreichischen landständischen Saale

Programme

*CavatinaMiss VranickýCatalani
Violin Concerto: Mov. I.Mr. MaysederMayseder
Guitar Polonaise with Orchestral Accomp.Mr. GiulianiGiuliani
Free Piano FantasiaMr. Moscheles 
Romance, ‘Der Abschied der Troubadours’ for Voice, Piano, Violin and Guitar
(words by Castelli)
Miss Vranický, Messrs. Moscheles,Μοscheles & Giuliani
From Joseph und seine Brüder
Recit. and Aria
Mr. BarthMéhul
Principal Vocalists: Miss Vranický; Mr. Barth
Principal Instrumentalists: Messrs. Giuliani, Mayseder, Moscheles

 

———————————


Eduard Hanslick: ‚Im J. 1818 vereinigte sich Mayse der mit den Beiden zu einer Reihe von „Musikalischen Unterhaltungen im landständischen Saale“ (an vier Donnerstagen hinter einander). Diese Concerte, von einem tüchtigen Orchester und guten Sängern unterstützt, boten recht anziehende Programme (in welchen allerdings Mayseder’sche „Variationen“ und „Potpourris“ eine große Rolle spielten) und durften sich nach dem Vorgang der früher er wähnten Hummel’schen „Ducaten-Concerte“ eines ähnlichen Erfolges rühmen. Auch hier war „der Abschied des Troubadours“ ‘.

[Eduard Hanslick, Geschichte des Concertwesen in Wien (Wien: Wilhelm Braumüller, 1869), 217.]

Advertisements

Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung (April 13, 1818): 332.

Die Eintrittskarten zu den drey musikalischen Privat-Unterhaltungen am 16., 23. und 30. April, der Herren Moscheles, Giuliani und Mayseder, find in den Kunsthandlungen der Herren Steiner, Artaria, Weigel und Mollo, zu haben.

Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung (April 15, 1818): 340.

[Same as issued in Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung  on April 13]

Reviews

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (May 9, 1818): 166

Musikalische Mittags-Unterhaltung (dritte), gegeben von den Herren Moscheles, Mayseder und Giuliani im landständ. Saale am 30. April.

Dieses Concert übertraf selbst die beyden vorhergegangenen, und setzte, Spiel und Composition berücksichtiget, den drey Virtuosen eine unverwelkliche Lorberkrone auf das Haupt. Die Stücke, welche sie spielten, waren: Erster Satz eines Violin-Concertes, componirt und gespielt von Mayseder; Polonaise für die Guitarre mit Orchester-Begleitung, componirt und gespielt von Giuliani; Phantasie auf dem Pianoforte, gespielt von Moscheles; der Abschied der Troubadours, Romanze von Castelli-mit Beybehaltung der Original-Melodie, neu componirt für Pianoforte, Violine, Guitarre, in abwechselnden Variationen von den Concertgebern, vorgetragen von diesen und Dlle. Wranitzky. Inzwischen sang noch Dlle. Wranitzky zwey andere Piecen mit grosser Kunstfertigkeit und vielem Geschmack, und Herr Barth eine Arie aus Joseph und seine Brüder; im Anfange wurde die Ouverture aus der Oper: Johanna, von Mehul, sehr gut gegeben. Bey dieser Gelegenheit finden wir uns bewogen, Herrn Barth, der uns mit seinem lieblichen Tenor, kunstgerechtem Gesange, stets reinen Intonation und geschmackvollen Vortrage nun schon längere Zeit einen mehr mahligen herrlichen Genuss verschaffte, Musiken, welche zu wohlthätigen Zwecken gegeben wurden, als anderer Beneficianten stets gefällig und anspruchlos verherrlichen half, auch einmahl unsern Dank öffentlich zu bezeigen.

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (May 16, 1818): 173-175.

[See Concert 16 April 1818]

….Im dritten und letzten Concerte gefiel das erste Stück eines Violinconcertes, componirt und gespielt von Mayseder, allgemein. Eine Polonaise für die Guitarre mit Orchester-Begleitung, gesetzt und vorgetragen von Giuliani, war überaus lieblich, und die Phantasie auf dem Fortepiano, gespielt von Moscheles, nach einem ihm ohne Vorbereitung gegebenen Thema übertraf durch Originalität, Schmelz und Kühnheit der Durchführung Aller Erwartung. Dlle. Wranitzky sang eine Cavatine mit Variationen von Mad. Catalani, und dem bereits bekannten Bolleros, welchen sie bey der ihr so ganz eigenen Lieblichkeit des Vortrages wiederhohlen musste. Herr Barth trug dann mit seiner schönen, eindringenden Stimme eine Arie aus der Oper Joseph vor, und die Concertgeber richteten zum Schlusse in einer von Castelli gedichteten, von Dlle. Wranitzky ansprechend gesungenen Romanze: Der Abschied der Troubadours, von ihnen neu componirt für Fortepiano, Violine und Guitarre, in abwechselnden Variationen, die Worte des Dankes an die Versammlung, welche ihre ausgezeichneten Talente schätzt, und auch beym Scheiden ihr Andenken freundlich bewahren wird.

23 April 1818

Ignaz Moscheles’, Joseph Mayseder’s and Mauro Giuliani’s Second Concert

Vienna: Niederösterreichischen landständischen Saale

↓Programme

Guitar ConcertoMr. GiulianiGiuliani
From Ciro in Babilonia: AriaMiss Linhard;
Violin Accomp.: Mr. Mayseder
Rossini
From Ser Marcantonio: CavatinaMr. JägerPavesi
Overture in C major [arranged for
piano and violin] (upon request)
Messrs. Moscheles, MaysederBeethoven
Piano and Violin Variations (new)Messrs. Moscheles, MaysederMayseder
Piano Rondeau Brilliant [Op.43]Mr. MoschelesMoscheles
Violin Rondeau BrilliantMr. MaysederMayseder
Principal Vocalists: Miss Linhard; Mr. Jäger
Principal Instrumentalists: Messrs. Giuliani, Mayseder, Moscheles

 

———————————


Programme Notes: The Piano and Violin Variations may refer to Moscheles’ and Mayseder’s joint composition ‘Grandes Variations Concertantes pour le pianoforte et violon sur la Romance favourite: La Sentinelle’ published in 1818.

Advertisements

Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung (April 13, 1818): 332.

Die Eintrittskarten zu den drey musikalischen Privat-Unterhaltungen am 16., 23. und 30. April, der Herren Moscheles, Giuliani und Mayseder, find in den Kunsthandlungen der Herren Steiner, Artaria, Weigel und Mollo, zu haben.

Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung (April 15, 1818): 340.

[Same as issued in Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung  on April 13]

Reviews

Wiener allgemeine Theaterzeitung. Ein Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (April 30, 1818): 207.

Musikalische Unterhaltung.

Die zweye musikalische Unterhaltung der Hrn. Moscheles, Giuliani und Mayseder wurde am 23. April gegeben.—Obwohl selbe außer dem Rondeau brillant, welches den Schluß machte, nur schon gehörte Stücke enthielt, so gab diese Stunde, im Heiligthume der Tonkunstverlebt, allen harmonisch gestimmten Seelen ergiebige Nahrung; nicht bloßen Ohrenkißel, nach heutiger, so oft sich darstellender Art und Weise; und dieß vorzüglich durch die Concertgeber.—Beethovens Ouverture, schon jüngst hier gehört, wurde vollkommen und jedem genügend wiederholt. Die Variationen für Pianoforte und Violine, componirt von Hrn. Mayseder, vorgetragen von den Hrn. Moscheles und Mayseder, stellten das Vollkommenste in ihrer Art dar.—Hr. Jäger fang mit gedeckter Stimme eine Arie aus der Opera: „Ser Mercantonio,“ und entlockte jedermann, seines Vortrages wegen, gute Wunsche für seine Stimme, daß sie wieder auflebe und sich erhalte.—Giulianis Concert entzückte alle zarten Seelen und nothigte selbst die Feinde der Guitarre zur Bewunderung.—Die Arie mit Violinsolo aus der Oper: „Cyrus, «von Rossini, begleitet von Hrn. Mayseder, stellte die Sängerinn, Dem. Linhart, in das vortheilhafteste Licht und gestiel allgemein.—Das neue Rondeau brillant, componirt und vorgetragen von Hrn. Moscheles, zeifte den Meister in jedem Takte.—Wie lange, Muse der Tonkunst, darfst du wieder suchend wandern, durch Räume und Zeiten, bis du solche Priester deines Dienstes wieder auf einem Punkte vereingt findest, und auch—solche würdige Layen!

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (May 2, 1818): 158-159.

Das zweyte Concert, welches die Herren Moscheles, Mayseder und Giuliani im landständischen Saale am 23. April gegeben haben, war nicht minder aus gezeichnet und brillant, als das erste. Moscheles und Mayseder spielten nach der neuen Ouverture (C-dur) von L. v. Beethoven, die auf Verlangen wieder, und zwar mit eben der Präcision, wie im ersten Concerte, gegeben wurde; neue Variationen für Pianoforte und Violine, componirt von Mayseder. Die Composition ist unter die lieblichsten ihrer Art zu zählen, und kann jedem vortrefflichen Concertstücke an die Seite gesetzt werden. Dasselbe Urtheil trifft einstimmig auch ein neues Rondeau brillant für Pianoforte mit Orchester-Begleitung, von Moscheles, und von ihm zum Schlusse vorgetragen. Das Spiel beyder wurde, wie gewöhnlich, mit höchstem Enthusiasmus aufgenommen. Giuliani zeigte seine Virtuosität in dem ersten Stücke eines Concertes für die Guitarre wieder von der glänzendsten Seite: und bedenkt man, wie denn doch immer die Guitarre weniger für den eigentlichen Concertstyl organisirt, minder durchgreifend ist, weil selbst das zweckmässig delicateste Accompagnement Uber die Mittelklänge vorherrschend bleibt, so kann man behaupten, dass Giuliani, so wie er diess Instrument behandelt, gegenwärtig noch unübertreislich spielt Dlle. Linhardt sang inzwischen eine Arie mit Violin-Solo aus der Oper: Cyrus, von Rossini, begleitet von Mayseder, und Herr Jäger eine Cavatine aus der Oper: Ser Marcantonio, mit vielem Beyfalle.

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (May 16, 1818): 173-175.

[See Concert 16 April 1818]

….Im zweyten Concerte wurden die von Herrn Mayseder sehr geschmackvoll componirten neuen Variationen für das Fortepiano und die Violine von ihm und Herrn Moscheles eben so geschmackvoll vorgetragen. Dlle. Linhardt machte durch den braven Gesang einer Arie aus der Oper Cyrus, mit Violin-Begleitung von Mayseder grosse Wirkung. Das selbe erfolgte bey dem Vortrage des ersten Stücks eines Concertes für die Guitarre, componirt und gespielt von Giuliani, denn man muss in der That ein grosser Künstler seyn, um eine solche Idee, wo z. B. das erste Solo mit Accompagnement von Pauken gehört wird, durchzuführen. Die Cavatine aus Ser Marcantonio, gesungen von Herrn Jäger, verfehlte bey einer, grössten Theils aus Kennern bestehenden Versammlung einiger Massen den Effect, wogegen das zwar hin und wieder etwas bizarre, aber im Ganzen sehr hübsch geschriebene neue Rondeau brillant für das Fortepiano mit Orchester Begleitung, von Herrn Moscheles auch sehr schön vorgetragen wurde.

16 April 1818

Ignaz Moscheles’, Joseph Mayseder’s and Mauro Giuliani’s First Concert

Vienna: Niederösterreichischen landständischen Saale

Programme

Overture in C major [arranged for
piano and violin]
Messrs. Moscheles, MaysederBeethoven
Potpourri for Piano and Guitar
on a National theme
Messrs. Moscheles, GiulianiMoscheles
From Trajano in Dacia: CavatinaMiss VranickýNiccolini
Violin Rondeau Brilliant (new)Mr. MaysederMayseder
DuetMiss Vranický, Mr. BarthBlangini
Piano Variations on an Austrian National
Melody with Orch. Accomp. (Op.42)
Mr. MoschelesMoscheles
Principal Vocalists: Mrs. Vranický; Mr. Barth
Principal Instrumentalists: Messrs. Giuliani, Mayseder, Moscheles

 

———————————



Eduard Hanslick: ‚Im J. 1818 vereinigte sich Mayse der mit den Beiden zu einer Reihe von „Musikalischen Unterhaltungen im landständischen Saale“ (an vier Donnerstagen hinter einander). Diese Concerte, von einem tüchtigen Orchester und guten Sängern unterstützt, boten recht anziehende Programme (in welchen allerdings Mayseder’sche „Variationen“ und „Potpourris“ eine große Rolle spielten) und durften sich nach dem Vorgang der früher er wähnten Hummel’schen „Ducaten-Concerte“ eines ähnlichen Erfolges rühmen‘.

[Eduard Hanslick, Geschichte des Concertwesen in Wien (Wien: Wilhelm Braumüller, 1869), 217.]

Advertisements

Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung (April 13, 1818): 332.

Die Eintrittskarten zu den drey musikalischen Privat-Unterhaltungen am 16., 23. und 30. April, der Herren Moscheles, Giuliani und Mayseder, find in den Kunsthandlungen der Herren Steiner, Artaria, Weigel und Mollo, zu haben.

Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung (April 15, 1818): 340.

[Same as issued in Oesterreichisch-Kaiserliche pirivilegirte Wiener Zeitung  on April 13]

Reviews

Wiener allgemeine Theaterzeitung. Ein Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (April 23, 1818): 196.

Musikalische Unterhaltung.

Donnerstag am 16. April wurde im landständischen Saale den Freunden der Tonkunst ein herrliches Fest bereitet. Drey unserer vorzüglichsten Virtuosen, die Hrn. Moscheles, Giuliani und Mayseder haben sich vereinigt, um drey Concerte zu geben, wovon die folgenden am 23. Und 30. d. M. Statt haben werden.

Das heutige begann mit einer ganz neunen Ouverture von Beethoven. Jedes Produkt dieses genialen Schöpfers trägt den Stempel der Vollkommenheit, so auch dieses. Es wurde herrlich gegeben.—Hierauf metteiferten Hr. Moscheles und Mr. Giuliani in einem Pot-pourri verschiedener Nationalthema für Pianoforte und Guitarre, und jeder war unübertrefflich auf seinem Instrumente. Aber obwohl beyde Künstler Alles leisteten, was man von ihnen erwarten kann, so war theils die Zusammenstellung dieser beyden Instrumente in diesem sehr geräumigen Locale, theils die etwas lange und nicht ganz befriedigende Composition ihnen nicht sehr vortheilhaft. Dennoch lohnte sie rauschender Beyfall.—Sodann fang Dem. Wranitzky mit ihrer schönen Stimme voll Gefühl und Ausdruck eine Cavatine.—Dieser folgte ein neues Rondeau brillant für die Violine, componirt und vorgetragen von Hrn. Mayseder. Alle Schwierigkeiten mit solcher Anmuth, mit solch himmlischen Zauber zu besiegen, gelingt nur diesem Lieblinge der Camönen, und heute übertrat sich Hr. Mayseder selbst. So schwer es war, hinter einem solchen Genuß noch einen anzubiethen, so wußten Dem. Wranitzky und Hr. Barth dennoch im kommenden Duett zu gefallen.—Hr. Moscheles machte mit seinen prächtigen Variationen, die uns schon jüngst im Concert des Hrn. Gyrowetz entzückten, den Beschluß. Dieser große Klavierspieler muß und wird jederzeit gefallen.—So, wie das heutige Concert, haben uns noch wenige befriedigt.

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (April 25, 1818): 149-150.

Musikalische Unterhaltung,

gegeben von den Herren Moscheles, Mayseder und Giuliani im niederösterreichischen landständischen Saale am 16. April.

Ein höchst ausgezeichnetes Conzert, desgleichen man wohl wenige zählen kann. Die drey Künstler bemühten sich rühmlichst, ihre anerkannte Virtuosität vor jenen, die hier mit ihnen zu wetteifern sich fähig fühlen, wieder geltend zu machen, und es gelang ihnen im vollen Masse. J. Moscheles und M. Giuliani spielten ein Potpourri verschiedener National-Thema für Pianoforte und Guitarre. Es enthält viele liebliche Gedanken, die von beyden mit besonderer Zartheit und Richtigkeit wiedergegeben wurden; der Eingang bis zu den verschiedenen Thematen dürfte jedoch etwas zu lange gewesen seyn, vorzüglich gut war das Presto in der Schluss Passage.—Herr Mayseder spielte ein neues Rondeau-Brillant von seiner Composition; die Ungezwungenheit, Sicherheit, mit welcher M. die Violine behandelt, der reine, gefällige Ton muss ihm stets rauschenden Beyfall gewinnen. Eben so vollendet gut spielte noch Moscheles neue Variationen für Pianoforte mit Orchester-Begleitung, von ihm componirt, die wir schon am 8. März d. J. im k. k. Redouten Saale hörten. Die Composition, welche ein liebliches Thema zum Gegenstande hat, und die äusserst gefällig instrumentirt ist, gefiel wieder allgemein. Jede Variation hat etwas Ausgezeichnetes, die Transition vom Majore zum Minore, und so umgekehrt ist vorzüglich schön.—Zum Anfange hörten wir eine Ouverture von Herrn L. v. Beethoven, welche nur einmahl bisher öffentlich gegeben wurde. So wie alles von diesem grossen Componisten, zeichnet auch sie sich durch Originalität aus; diess, und die Art, das Vermögen, welches sich in seinem Tonsatze offenbart, unser Ohr durch bewunderungs würdige Ausarbeitung oft des einfachsten Thema in einem äusserst figurirten Periodenbau höchst angenehm bis ans Ende zu beschäftigen, erregen gewöhnlich den Wunsch der Wiederhohlung…besonders wenn das Tonstück so vortrefflich executirt wird, wie diese Ouverture unter Herrn Hänsels Leitung. Dlle. Wranitzky sang mit vielem Ausdruck eine beliebte Cavatine aus Trajano: Come potrei u. s. w. und dann mit Herrn Barth ein Duett (Scherzo) von Blangini; beyde trugen es mit vieler Anmuth vor; mit einem lebhafteren Zeitmass muss es noch mehr gewinnen. Genannte Künstler werden ebenfalls mehrere Donnerstage hintereinander diese Unterhaltung fortsetzen

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (May 16, 1818): 173-175.

Musikalische Unterhaltungen der Herren Moscheles, Giuliani und Mayseder.

(Eingesendet.)

Dem Verdienste seine Kronen.

Schiller.

Die drey musikalischen Unterhaltungen, welche von den Herren Moscheles, Giuliani und Mayseder am 16., 23. und 30. April im landständischen Saale gegeben wurden, haben sich eben so sehr durch geschmackvolle Auswahl und sinnige Anordnung, als durch vollendete, künstlerische Ausführung höchst ehrenvoll bemerkbar gemacht. Der ungetheilte Beyfall einer zahlreichen und glänzenden Versammlung ist der sicherste Bürge dieser Behauptung. Der Inhalt der Akademien war durchaus musikalisch, und aus demselben das in der Regel langweilige, mehr  der Gesellschaft als dem wahren Kunstgeschmack angehörige Declamiren verbannt,—ein Umstand, der besondere Berücksichtigung und allgemeine Nachahmung verdient.

Die Concertgeber haben ihre eigenen Compositionen vorgetragen, und darin ihren längst gegründeten Künstlerruf bewährt—immer aber aus Bescheidenheit und gerechter Würdigung des fremden Verdienstes den Eingang mit einer Ouverture eines andern gefeyerten Meisters eröffnet. Die sehr schöne geistvolle neue Ouverture des Herrn L. v. Beethoven, vorgetragen am 16. und 25. April, entzückte die Kenner und Verehrer des geniereichen Tonsetzers und die aus Johanna, von Mehul, sprach, obgleich in einem andern Styl, ebenfalls das Gefühl der Zuhörer kräftig an. Hier hat es sich besonders erwiesen, dass Meisterschaft in der Composition mit Meisterschaft in der Aufführung vereinigt, des günstigen Erfolges versichert seyn kann.

In Hinsicht auf den Werth und Vortrag der folgenden einzelnen Stücke dürfte es schwer seyn, einem derselben den Vorrang zuzuerkennen. Jeder war vortrefflich in seiner Art und daher mögen nur wenige Andeutungen genügen.

Im ersten Concerte wurde das von Herrn Moscheles für das Forte-Piano und die Guitarre componirte Potpourri von ihm, und Herrn Giuliani herrlich gespielt; es führte verschiedene National-Themate durch, schien indess für einen brillanten Effect viel leicht zu gedehnt zu seyn. Herr Mayseder brachte durch ein neues Rondeau brillant für die Violine im eigentlichen Sinne alles zur Extase, und Herr Moscheles erwarb sich anhaltenden Beyfall mit seinen Variationen, welche er früher schon in dem Concerte des Capellmeisters Gyrowetz vorgetragen hatte. Dlle. Wranitzky sang wie gewöhnlieh mit Liebens würdigkeit eine Arie und dann mit Herrn Barth ein Duett von Blangini, als Kammermusik nett und lieblich.

5 April 1818

Benefit Concert for the Widows and Orphans of the Law School

Vienna: University of Vienna, Hall of Law School

Programme

Overture, Coriolan Beethoven
From Joseph und seine Brüder
     Recit. and Aria
Mr. BarthMéhul
Flute Adagio and VariationsMr. SedlatzekKeller
‘Die heilige Cäcilia’Miss von MoselLeidesdorf
La Sentinelle, Variations for Voice,
Piano, Violin and Guitar
Messrs. Barth, Moscheles, 
Mayseder, Giuliani
Hummel
Principal Vocalists: Miss von Mosel; Mr. Barth
Principal Instrumentalists: Messrs. Giuliani, Mayseder, Moscheles, Sedlatzek

 

———————————



Reviews

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (March 21, 1818): 130-132.

Musikalische Akademie,

zum Besten der Witwen und Waisen jurid. Facultäts-Mitglieder am 5. April im k. k, Universitäts-Saale.

Nach der Ouverture von L. v. Beethoven aus Coriolan sang Herr Barth ein Recitativ und Arie aus der Oper: Joseph und seine Brüder, dann spielte Herr Sedlaczeck ein Adagio und Variationen auf der Flöte, vom Hrn. Keller, dann folgte die Legende von Theod. Körner: Die heilige Cäcilia, in Musikgesetzt von Hrn. M. J. Leidesdorf, und den Beschluss machte Hrn. Hummels Sentinelle, durch die HH. Barth, Moscheles, Mayseder und Giuliani ausgeführt, mit neuen Variationen. Das Orchester war mit einem Theil der vorzüglicheren Künstler. Wiens besetzt; man konnte schon im Voraus auf dem besten Erfolg rechnen, und wirklich wurden sämmtliche Musikstücke mit allgemeinem rauschenden Beyfalle gegeben.

Die Composition des Herrn Leidesdorf ist sehr gelungen; alle Kunstkenner waren um so freudiger überrascht, da er sich hier zum ersten Mahle in ein ihm fremdes Gebieth wagte, und sich dennoch darin so vollkommen frey und umsichtig bewegte; besonders sind die beyden Fugen mit Kenntniss und Geschmack durchgeführt; im Ganzen eignet sich je doch der Text nicht sehr zur musikalischen Bearbeitung, und der talentvolle Componist hätte auch mit Wiederhohlung der Verse einiger Massenhaus hälterischer zu Werke gehen können. Die sehr schwierige aber brillante Solo-Parthie wurde von Fräulein Cäcilie P. Mosel mit grossem Kunstaufwande vorgetragen. Das Auditorium war zahlreich und glänzend.

Allgemeine musikalische Zeitung (May 27, 1818): 388.

Die am 5ten im k. k. Universitätssaale von der juridischen Facultät zur Unterstützung ihrer Wittwen u. Waisen veranstaltete musikal. Akademie enthielt: 1. Beethovens Ouverture zu Coriolan. 2. Rec. und Arie aus Joseph, ges. von Hrn. Barth. 3. Variationen für die Flöte, gesp. von Hrn. Keller. 4. Theodor Körners Legende: Die heilige Cäcilia, in Musik ges. von Hrn. Leidesdorf—eine herrliche Composition, die dem jungen Tonsetzer zur grossen Ehre gereicht, und in welcher Fräulein von Mosel die Hauptstimme vortrefflich ausführte. 5. La Sentinelle, für Gesang, Pianoforte, Violine und Guitarre, von Hammel, vorgetragen von den Hrn. Barth, Moscheles, Mayseder und Giuliani.

8 March 1818

Adalbert Gyrowetz’s Concert

Vienna: Kleiner Redoutensaal

Time: Midday

Programme

Overture, Mirina Gyrowetz
DuetMessrs. Barth, FortiGyrowetz
Piano Variations on an Austrian National
Melody with Orch. Accomp. (new) (Op.42)
Mr. MoschelesMoscheles
  
AriaMme Campi 
Harp PotpourriMme Müllner-Gollenhofer 
From Federica ed Adolfo: DuetMiss Vranický, Mme CampiGyrowetz
Trumpet Pieces20 Trumpetists, 4 French Horns 
Principal Vocalists: Mme Campi, Miss Vranický; Messrs. Barth, Forti
Principal Instrumentalists: Mme Müllner-Gollenhofer; Mr. Moscheles

 

———————————

Programme Notes: The reviews are conflicting. Two of the reviews claimed the location to be the Kleiner Redoutensaal whereas one at the Großer Redoutensaal



Reviews

Wiener allgemeine Theaterzeitung. Ein Unterhaltungsblatt für Freunde der Kunst, Literatur und des geselligen Lebens (March 19, 1818): 135-136.

Musikalische Akademien.

Sonntags am 8. März gab Hr. Adalbert Gyrowetz, Kapellmeister der k.k. Hoftheater, um die Mittgastunde im k. k. großen Redoutensaale eine musikalosche Akademie. Diese begann mit einer Ouverture vom Concertgeber componirt, der dieses sein Werk mit allem Reichtume von Melodie und Instrumentirung ausgestattet hatte, durch welche er schon so oft und bey den mannichfaltigsten Gelegenheiten die hörer erfreute; sie sprach daher auch allgemein an, und stimmte ein sehr zahlreich versammeltes Publikum auf das Günstigste. Das darauf folgende Duett, ebenfalls von Hrn. Gyrowetz geletzt, wurde von den Hrn. Barth und Forti vortrefflich gesungen. Der herrliche Tenor des Hrn. Barthschien mit Hrn. Fortis kräftigem Batz um den Preis zu kämpfen, den sie gemeinschaftlich errangen. Wenn ferner noch jemand das Pianoforte ein Hammerwerk schelten sollte, welches zum Concert-Spiele nicht geeignet ist, der gehe hin und höre Hrn. Moscheles! Welch ein Tragen der Töne, welch ein Ligato, welch ein Singen dieses Instrumentes! Wahrlich, bey Hrn. Moscheles Spiele weiß man nicht was mehr zu bewundern ist, sein Anschlag, seine Fertigkeit, oder sein Vortrag.  Er überwindet die unglaublichsten Schwierigkeiten mit einer Leichtigkeit und Sicherheit, von der man sich nur einen Begriff machen kann, wenn man die Variationen von seiner Composition von ihm gehört hat, wie er sie heute vortrug. Das Thema war sehr einfach und lieblich, und mit Geist, Energie, gründlicher Kenntniß des Satzes und kluger Berücksichtigung seines Instrumentes durch alle Variationen geführt. So muß für das Pianoforte componirt werden, damit man diesem Instrumente volle Gerechtigkeit widerfahren lasse. Die nächste Nummer war eine von Hrn. Gyrowetz componirte Arie, gelungen von Mad. Campi. Diese verdienstvolle Sängerinn hat uns schon so lange und so oft entzückt, daß es beynahe unmöglich schien, zu ihrem Ruhme noch etwas hinzu fügen zu können. Aber welch ein rauschender Beyfall wurde ihrem heutigen Bemühungen zu Theil! Die Gewandtheit ihrer Rehle, ihre reine Intonation, das Portamento und die Höhe ihre Stimme übertrassen aber auch alles, was man selbst von ihr hoffen und erwarten konnte. Die darauf folgenden Variationen für die Pedalharfe, componirt und gespielt von Mad. Müllner-Bollenhofer, gefielen nicht fonderlich, was aber auch bey einem veralteten Style in Composition und Spiel nicht anders seyn konnte, desto mehr aber das darauf folgende Duett, componirt von Concertgeber, vorgetragen von Mad. Campi und Dem. Wranitzky ging aus ihrer Bereinigung hervor. Bey dem reichen Ohrenschmaus, welchen uns diese schöne Akademie spendete, hätte man uns leicht mit dem etwas derben und nur in freyer Lust verdaulichen Berichte verschonen können, welches man uns in Form der Trompeterstücke auftischte.

M. R.

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (March 19, 1818): 275.

Akademie

vom Kapellmeister Gyrowetz den 8. Marz im kleinen Redoutensaale.

Wir hörten eine neue effektvolle Ouverture, die unter der eigenen Leitung des Komponisten mit Präzision und Feuer gegeben und mit großem Beyfall aufgenommen wurde.

Die HH. Forti und Barth sangen ein Duett zwar sehr gut, hatten aber nicht Gelegenheit genug, ihre Stimmen von der vortheilhaften Seite zu zeigen.

Neue Variationen für’s Pianoforte über ein Thema in G – dur, komponirt und gespielt von Herrn Moscheles, befriedigten im Ganzen nicht. Sie enthalten zwar bedeutende Schwierigkeiten, die Herr Moscheles mit Sicherheit und Eleganz überwindet; aber das allein reicht noch nicht hin, und so sichtlich Herr Moscheles auch nach Popularität strebte, so schien man diese doch auf eine edlere Art erwartet zu haben.

Mad. Campi sang, statt des angekündigten Duetts mit Dlle. Wranitzky, eine Arie, in der sie sich neuerdings als eine der größten Sängerinnen bewährte und den lebhaftesten Enthusiasmus im Publikum erregte.

Zum Schluß bliesen die Trompeter des löbl. Regiments Koburg-Uhlanen einige kleine Stücke auf 20 Trompeten und 4 Waldhörnern, die vielleicht gefallen haben würden, wenn die erste Trompete reiner geblasen hätte.

Die Akademie war so zahlreich besucht, wie sehr wenige in diesem Winter.

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (March 21, 1818): 101.

Den 8. März gab Herr Gyrowetz, Capellmeister der k. k. Hoftheater, eine musikalische Akademie, die grösstentheils aus seinen Compositionen bestand, nähmlich: der Ouverture aus der Oper Mirina; einer grossen Arie, von Mad. Campi unübertrefflich gesungen, nebst dem beliebten Duett aus der Oper: Friederika und Adolpho, worin Dlle. Wranitzky Mad. Campi würdig zur Seite stand: auch wurde ein Duett von Herrn Barth und Herrn Forti vortrefflich gesungen; Mad. Müllner-Gollenhofer spielte auf der Harfe mit ihrer schon oft gerühmten Virtuosität ein Potpourri nebst sich anschliessenden Variationen mit Begleitung des Orchesters; so wie auch Herr Moscheles neue Variationen auf dem Pianoforte vortrug. Unverkennbar ist das Streben dieses Künstlers nach Vollendung; dass es ihm gelinge, beweist seine sinnige Instrumentirung. Als Zwischen – und Schlussstück wurden in dem anstossenden Saale von 24 Trompetern des Prinz Coburg’schen Uhlanen-Regiments mehrere lebhafte Sätze abgeblasen, welche die Freunde kriegerischer Musik auch unterhielten.—Herr Capellmeister Gyrowetz sah seine Bemühung mit dem besten Erfolge gekrönt; ein feines, kunstsinniges, äusserst zahlreiches Auditorium belohnte alle genannten Stücke mit einstimmigem und verdienten Beyfall. Nicht oft wird der Concert-saal so befriedigt verlassen, wie dieses Mahl.

Allgemeine musikalische Zeitung (April 22, 1818): 295.

[Wien, März] Am 8ten, im kleinen Redoutensaale. Hr. Kapellmeister Gyrowetz. Von seiner Composition hörten wir: 1. die Ouverture aus Mirina. 2. Eine Arie, ges. von Mad. Campi. 3. Zwey Duetten, ges. von Hrn. Barth mit Hrn. Forti; und Mad. Campi mit Dem. Wranitzky. Noch spielte Hr. Moscheles neue Pianoforte-Variationen mit vollem Orchester ganz vortrefflich, Mad. Müllner-Gollenhofer einen Potpourri für die Harfe; und zum Schlusse liessen sich 24 Trompeter eines hier garnisonirenden Uhlanen–Regiments, mit mehren kriegerischen Stücken hören. Die Versammlung war ausnehmend gewählt und sehr zahlreich; der Beyfall allgemein.

4 January 1818

Joseph Merk’s Private Entertainment

Vienna: Kaiserliches und Königliches Hoftheater zu Wien

↓Programme

AriaMiss Klieber 
Concerto for Two Violins with VioloncelloAccompanimentMessrs. Böhm, Pecháček, Merk Kreutzer
Oboe AdagioMr. SellnerSellner
Piano VariationsMr. MoschelesMoscheles
Polonaise for Violoncello (new)Mr. MerkMerk
Principal Vocalists: MissKlieber
Principal Instrumentalists: Messrs. Böhm Moscheles, Merk, Pecháček, Sellner

 

———————————

Programme Notes: The Violin Variations with Quartet Accompaniment was published as Op.39 by S. A. Steiner und Comp., however it does not correspond to Moscheles Op.39: Introduction and Variations, for the piano on an Austrian National Air.



Reviews

Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat (January 10, 1818): 14-15.

Gegeben von Herrn Merk, Violoncellist im k. k. Hoftheater, am 4. Jänner, Mittags; Schottengasse, im Freyherr v. Wetzlar’schen Hause.

Der Concertgeber spielte in einem Concert für zwey Violinen (Böhm, Pechatschek) und Violoncell mit Begleitung, von Kreutzer, und in einer neuen, von ihm componirten Polonaise. Wer sich von dem, beyden Violinspielern eigenthümlichen Vorzügen, Böhms klangvollem, in jeder Applicatur gleich gediegenem Tone, Pechatscheks imposant kübnem und doch stets sicherem Spiele, von der bewunderungswürdigen Vollkommenheit, zu der es Herr Merk auf dem Violoncell seit einiger Zeit gebracht hat, überzeugen will, der höre diese drey Künstler in ersterer Composition. Ganz besonders gut gelangen ihnen die dreymahl vorkommenden alternativen Stellen im ersten Stücke, die Nachahmungen (Violinen) schienen wie aus einem Instrumente, der Bogen wie von einer Hand gelenkt, zu tönen, so gleichförmig waren die verschiedenen Articulationen, und der Violoncellist colorirte sie meisterhaft; kurz, alles strömte in ein schönes Ganzes zusammen. In der Polonaise bereitete sich Herr Merk ein weites Feld, seine Fähigkeiten entwickeln zu können, und so das Recht, Concerte zu geben, vollends geltend zu machen; ein Recht, das sich leider gegenwärtig so Mancher auch anmasst, der dazu keineswegs berufen ist.—Eine Arie, gesungen von Dlle. Klieber, Variationen für das Pianoforte, componirt und gespielt von Herrn Moscheles, wurden mit ausgezeichnetem Beyfalle aufgenommen. Herr Sellner (siehe Jahrgang I, Seite 41 1 d. Z.) spielte ein Adagio auf der Oboe von seiner Composition. Die Composition—doch nein, die Wahl war undankbar.

Allgemeine musikalische Zeitung (February 18, 1818): 132.

[Wien, Januar] An diesen Tage gab auch noch ein anderer, gleichfalls sehr geschätzter Violoncellist, Hr. Merk, eine Privatunterhaltung, wobey er sich in einen Concert-Trio nebst seinen Begleitern, den Hrn. Pechatscheck und Böhm, ganz besonders auszeichnete. Dem. Klieber sang eine Arie, Hr. Moscheles spielte brillante Pianoforte-Variationen, und Hr. Sellner blies ein Adagio für die Hoboe.